Die Zweifel an der Notwendigkeit der drastischen Corona-Maßnahmen wachsen. Warum dann halten die politischen Entscheider daran fest? Gastbeitrag von Hans Heckel

Noch unterstützt die große Mehrheit der Deutschen die Maßnahmen und Auflagen der Bundes- und Landesregierungen hinsichtlich des Coronavirus. So zumindest zeigen es Umfragen. Allerdings könnte diese Zustimmung bald kippen. Mögliche Auslöser für einen solchen Umschwung kündigen sich aus zwei Richtungen an.

Innerhalb der Fachwelt werden Stimmen lauter, welche die (mit den Ladenöffnungen teilweise gelockerten, per Maskenpflicht aber auch jüngst verschärften) staatlichen Maßnahmen mittlerweile für übertrieben, wenn nicht gar für völlig falsch und schädlich halten. Zum anderen hagelt es täglich neue Katastrophenmeldungen aus der Wirtschaft. Die Beschäftigungsabsichten der deutschen Unternehmen sind laut Ifo-Institut nicht nur auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung gesunken (tiefer noch als nach der Finanzkrise von 2008). Sie sind dabei so schnell abgestürzt wie noch nie – ein Vorbote für eine rasant steigende Arbeitslosigkeit.

Schlimmster Wirtschaftseinbruch in Friedenszeiten

Die Folgen des „Lockdowns“ werden viele Millionen Deutsche also schwer treffen. Manche Experten sprechen gar vom schlimmsten Wirtschaftseinbruch in Friedenszeiten seit den frühen 1930er Jahren. Ob die rigiden Maßnahmen der Politik vor diesem Hintergrund noch angemessen oder zu rechtfertigen sind – diese Frage stellt sich im Lichte solcher Prognosen besonders dringend.

Da kommen Zweifel ausgewiesener Gesundheitsexperten an den Maßnahmen für die Regierenden besonders ungelegen, weshalb die Kritiker mit harschem Gegenwind zu rechnen haben. Der Leiter eines Testlabors, dessen Institut täglich mehr als 1000 Corona-Tests untersucht, wollte sich gegenüber der PAZ daher nur ohne Namensnennung äußern. Der Professor für Laboratoriumsmedizin fürchtet Nachteile für seine Mitarbeiter wegen Kritik an der Regierungslinie.

Zweifel am „Lockdown“

Er teilt die Corona-Krise in zwei Phasen: Bis Ende März sei nicht absehbar gewesen, ob die Epidemie einen sehr starken, exponentiellen Verlauf nehme oder ob sich Corona eher wie eine normale Grippe-Welle verhalte. Seit Anfang April sei sichtbar, dass Letzteres der Fall ist. Die „Lockdown“-Maßnahmen seien daher überflüssig und schädlich – sie müssten umgehend eingestellt werden, so der Laborleiter. Er weiß sich weitestgehend einig mit dem Chef der Hamburger Rechtsmedizin, Klaus Püschel. Im Stadtstaat wurden von Beginn an sämtliche mit Covid-19 Verstorbenen obduziert. Laut Püschel hatten alle Toten schwere Vorerkrankungen und hätten auch ohne Corona nicht mehr lange gelebt. Tatsächlich entspricht das Durchschnittsalter der mit Covid-19 Verstorbenen dem der übrigen Bevölkerung. Die in vielen Medien übliche Bezeichnung „Corona-bedingte Todesfälle“ erscheint daher äußerst fragwürdig.

Warum aber hängen die Regierenden mit solcher Inbrunst am Fortbestand der Zwangsmaßnahmen? Es erscheint grotesk: Als die Gefahr noch unübersehbar schien, dauerte es sehr lange, bis die deutsche Politik überhaupt reagieren wollte. Es war von „Panikmache“ die Rede, wenn Einzelne ein mögliches Desaster durch Corona thematisierten. Jetzt, da die Gefahr laut einer wachsenden Zahl von Experten als längst nicht so groß wie zunächst befürchtet erkannt wird, dreht die Politik dagegen auf und reißt die Wirtschaft des Landes damit in den Abgrund.

Gefürchteter Gesichtsverlust

Warum? Eine mögliche Erklärung wäre, dass die Politik – wie auch manche regierungsnahen Experten – zu Gefangenen ihrer eigenen Worte geworden ist. Sie fürchtet den Gesichtsverlust, falls bekannt würde, dass Maßnahmen wie der „Lockdown“ umsonst waren. Das aber hieße, dass Deutschland zur Geisel von Politikern geworden ist, die lieber eine ökonomische Katastrophe in Kauf nehmen, als ihren Fehler einzugestehen.

Der Beitrag erschien zuerst bei PREUSSISCHE ALLGEMEINE

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