Ein Gastbeitrag von Dr. Udo Hildenbrand

In unserer freiheitlichen Demokratie garantiert Artikel 5 Abs. 1 des Grundgesetzes „das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten“. Diese Meinungsfreiheit setzt nicht voraus, dass derjenige, der eine Meinung äußert, mit dem „Gegenstand“, zu dem er sich äußert, besonders vertraut ist. Bei einer Meinungsäußerung sind nach Art. 5 Abs. 2 GG lediglich die Vorschriften zum Schutze der Jugend und dem Recht der persönlichen Ehre sowie andere allgemeine Gesetzesschranken zu beachten.

Die Freiheit der Meinungsäußerung gilt selbstverständlich auch bzgl. Religionskritik.

Im Blick auf den Islam kann allerdings der Eindruck entstehen, dass diese Religion und insbesondere deren Stifter Mohammed nicht kritisch angefragt werden dürfen. So wird Kritik am Islam in Deutschland und Europa – offensichtlich wegen der Gefährdungslage – nur sehr zaghaft wahrgenommen. Religionskritik am Christentum dagegen – weil nichts zu befürchten ist – z. T. mit großer Rücksichtslosigkeit.

Das Recht auf Islamkritik durch Nichtmuslime als Betroffene

Unser Grundgesetz, aber auch die eigene Betroffenheit durch den Islam legitimiert die Islamkritik aller, die diesem Glauben nicht angehören. Wie ist das zu verstehen?

Der Islam ist nach eigenem Selbstverständnis eine Herrschaftsordnung, die nicht nur das persönlich-individuelle, soziale, politische und religiös-kultische Leben der eigenen Religionsangehörigen bestimmt und regelt. Vielmehr erhebt der angeblich „zeitlos gültige Koran“ den Anspruch, nicht nur für Muslime, sondern für alle Menschen maßgeblich und verbindlich zu sein.

Das kommt in zahlreichen konfrontativen Koran-Aussagen und anderen islamischen Lehrtexten zum Ausdruck, die expressis verbis gegen die nichtmuslimische Welt und damit gegen jeden einzelnen Nichtmuslim gerichtet sind. Daher haben auch Nichtmuslime bereits als unfreiwillig Betroffene grundsätzlich das Recht, nach Möglichkeit auch die Pflicht zur kritisch-argumentativen Auseinandersetzung mit der Religion Mohammeds.Die „Vereinnahmung“ aller Menschen durch den Islam belegen außerdem die etwa 1400-jährige Geschichte dieser Religion sowie die heutigen Zustände in den 56 islamisch geprägten Staaten. Wenn sich aufgrund von Mehrheitsverhältnissen die Möglichkeit bietet, greift diese Religion mit Vorschriften und freiheitseinschränkender Bevormundung totalitär in das Leben aller Staatsbürger ein, unter Androhung von koranischen Strafen wie Kreuzigung, Handamputation, Prügel, Sonderabgaben. So gilt für den Islam die Kurzformel: Ob du Muslim bist oder nicht, der Islam erhebt Anspruch auf dich und mich!

Gibt es – außer dem Islam – weltweit noch eine andere Religion, die sich explizit und namentlich gegen Angehörige anderer Religionsgemeinschaften oder Weltanschauungen richtet mit entsprechenden Forderungen, auch mit massivsten Drohungen für Leib und Leben?

Kritik am Islam durch Nichtmuslime doch nicht erlaubt?

Manche Zeitgenossen stellen sich dennoch die Frage: Steht es Angehörigen einer Religion oder Weltanschauung überhaupt zu, sich über andere Religionen oder Weltanschauungen ein Urteil zu bilden und entsprechende Ergebnisse ggf. auch öffentlich zu machen? Konkret: Steht es z. B. einem Nichtmuslim zu, die Religion der Muslime zu kritisch zu hinterfragen und darüber ggf. auch noch kritisch zu berichten? „Ja, natürlich“ wird jeder vernünftig denkende Mensch sofort antworten.

Anderer Ansicht ist der EKD-Vorsitzende Prof. Dr. Bedford-Strohm. Er verneint offensichtlich diese Frage und „enthält sich z. B. nach den islamistischen Terroranschlägen von Paris einer kritischen Bewertung des Korans im Blick auf die Gewaltfrage. Da er kein Moslem sei, stehe es ihm nicht zu, ´den Koran zu interpretieren´“(Johannes Kandel). Wenn dieses indirekte Zitat des EKD-Vorsitzenden tatsächlich eine Maxime seines Denkens und Handelns wiedergibt, hätte er sich selbst jegliche Möglichkeit genommen, jemals noch legitimerweise Aussagen etwa über den Kommunismus oder den Nationalsozialismus, über das Judentum oder über die Katholische Kirche zu machen. Es sei denn, er wäre früher Kommunist, Neonazi, Jude oder Katholik gewesen. Sollte der Herr Landesbischof und EKD-Vorsitzende jedoch der Meinung sein, Zurückhaltung sei nur gegenüber dem Islam/Koran erforderlich, sollte er darlegen, warum er gegenüber dieser Religion eine Ausnahme für erforderlich hält.

Dem EKD-Vorsitzenden und allen, die so denken wie er, bleibt der Vorwurf intellektueller Unredlichkeit nicht erspart. Vor allem aber sollten sie alle im Hinblick auf das drängende Problem der verschiedensten Formen von Gewalt und Terror im Islam bedenken:

Wer sich weigert, Stellung zur islamischen Gewalt zu beziehen …

  • ähnelt den bekannten Drei-Affen-Figuren, die sich alle körperlichen Kommunikationskanäle zuhalten: „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“,
  • verstößt gegen die Einsicht, dass Gewalt der größte Feind der Demokratie ist,
  • muss damit rechnen, dass ihm auch ein Grundsatz des kanonischen Rechts vorgehalten wird: „Wer schweigt, scheint zuzustimmen“,
  • macht sich mitschuldig an der Fortsetzung von Gewaltverbrechen in der Welt. Er verhindert nämlich das absolut notwendige, sogar innerislamisch mit dramatischen Worten geforderte theologische Aufarbeiten der Gewaltproblematik im Islam.Zu erinnern ist an die drastischen und selbstkritischen Aussagen des ägyptischen Staatspräsidenten Al Sisi zur Gewalt im Islam, die er gegenüber 600 religiösen Führern und Koranstudenten der Al-Azhar-Universität Kairo nach dem Attentat in Paris 2015 gemacht hat:
  • Sogar innerislamische Kritik wird überhört

„Das Werk der islamischen Texte und Ideen, die wir über Jahrhunderte als heilig erklärt haben, erzürnt die gesamte Welt.“ Weiter heißt es in diesem Bericht: Es „könne nicht sein, dass 1,6 Milliarden Muslime die restliche Weltbevölkerung töten wollen, nur um selbst leben zu können“. Der Muslim Al-Sisi stellt fest:

„Die islamische Weltgemeinschaft (Umma) wird zerrissen und ist verloren – durch unsere eigenen Hände“; es „sei unfassbar, dass das, was die Muslime als ihr religiöses und heiliges   Erbe betrachten, für sie selbst und den Rest der Welt als Quelle der Angst, der Gefahr des Mordens und der Zerstörung wahrgenommen wird. Unmöglich!“

Nach dem Attentat in Brüssel im Jahr 2016 wurde ein Interview mit dem in Ägypten offensichtlich sehr bekannten TV-Moderator Omer Adib zum Thema Islam und Terror ausgestrahlt. Empört, beinahe außer sich vor Wut, schreit er los:

„Wir haben vor 1400 Jahren den Verstand getötet. In unserer Religion existieren diese Verbrechenslehren und sie werden weiterverbreitet. Wann sehen wir das ein, statt uns seit 1400 Jahren selbst zu belügen?“

Was schreit er da geradezu heraus? Schon am Beginn unserer Religion haben wird den Verstand getötet − Es gibt Verbrechenslehren „in unserer Religion“− Seit 1400 Jahren haben wir uns selbst belogen!

Unglaubliche Worte von Kronzeugen berechtigter und absolut notwendiger Islam-Selbstkritik, denen noch andere selbstkritische Aussagen von bekannten Muslimen könnten hinzugefügt werden! Wohlgemerkt: Diese Feststellungen des ägyptischen Staatspräsidenten und des Moderators sind nicht nur an die Hardware-Muslime wie Salafisten, Islamisten und Terroristen gerichtet, sondern an die gesamte islamische Welt, so auch an die sunnitische Al-Ashar-Universität in Kairo. Doch irgendwelche nennenswerte Reaktionen   in der Medienlandschaft, unter den Politikern, unter den muslimischen oder christlichen Theologen, den kirchlichen Hierarchien liegen m. W. nicht vor.

Sogar massive selbstkritische Aussagen von Muslimen, die kaum weniger dramatisch sein könnten, werden erstaunlicherweise bei den gesellschaftlichen und kirchlichen Repräsentanten auch in unserem Land offensichtlich einfach überhört oder in den Wind geschlagen.

Übrigens erhob wenige Wochen nach den oben zitierten Selbstanklagen des ägyptischen Präsidenten auch Bundeskanzlerin Merkel die Forderung:

„Ich halte eine Klärung der Frage nach der Gewalt im Islam durch die Geistlichkeit des    Islams für wichtig und ich halte sie für dringlich. Ihr kann nicht länger ausgewichen werden“.

Was aber hat Frau Dr. Merkel seit dem Frühjahr 2015 getan, um ihrer damaligen Forderung glaubwürdigen Nachdruck zu verleihen? Man fragt sich: Wie viel islamisch motivierte Gewalt gab es seit dieser Zeit auch in unserem Land? Und was muss noch alles passieren, damit diesbezüglich endlich was passiert?

Grundlegende islamische Problemfelder

Nichtmuslime haben als immer vom Islam unfreiwillig Betroffene das Recht und nach Möglichkeit auch die Pflicht, auf folgende Ursachen hinzuweisen, die sie nicht irgendwelchen, sondern primär islamischen Quellen entnehmen. Diese Ursachen sind:

1. Der angeblich ewig gültige Koran mit seinen insbesondere auch gegen Nichtmuslime gerichteten Gewaltpassagen. „Der Terror kommt aus dem Herzen des Islam, er kommt direkt aus dem Koran“ – so Zafer Senocak, in Deutschland lebender Schriftsteller türkischer Herkunft.

2. Der äußerst problematische Vorbildcharakter Mohammeds und dessen unkritische, unantastbare Verehrung im Islam.

3. Die Geschichte des Islams mit der Zerstrittenheit, dem Brudermord, den blutigen Auseinandersetzungen innerhalb der islamischen Denominationen in Geschichte und Gegenwart.

4. Die islamischen Aggressionen, Expansionen und gewaltsamen Eroberungen durch Jahrhunderte hindurch in Afrika, Asien und Europa mit ungeheuren Opferzahlen. „Sobald der Islam geboren war, signalisierte er seinen Willen, die Welt zu unterwerfen. Seine Natur ist es, zu unterwerfen“ (Michel Houelleberq). Islam heißt ja „Unterwerfung“, keineswegs „Frieden“ wie immer wieder stereotyp behauptet wird.

5. Die heute weltweit und in unserem Land von Muslimen zu verantwortenden aktuellen Spannungen, terroristischen Anschläge und Kriege.

Jeder Nichtmuslim: Eine im Koran genannte Zielscheibe

Jedenfalls fühle ich mich als über den Islam informierter Christ persönlich als ein von dieser Religion angesprochenes und bedrängtes Objekt. Mehr noch: als ausdrücklich im Koran genannte Zielscheibe. Ich sehe mich als jemand, der ständig von dieser Religion verbaliter angegriffen, durch sie auch potentiell gefährdet ist. Und das in Deutschland, das sich als freies Land, als freiheitliche Demokratie versteht und Muslimen Asyl gewährt! Warum sollte ich mich als Angegriffener und Bedrängter nicht durch begründete Kritik am Islam wehren dürfen?

Eigentlich sollten sich alle Nichtmuslime – seien sie Juden, Christen, andere Religionsangehörige, insbesondere aber auch Agnostiker und Atheisten – darüber im Klaren sein, dass sie bedrohte und gefährdete Personen sind, Zielscheiben der Religion Mohammeds – bis zum Beweis des Gegenteils. Diesen Beweis können allerdings allein die Muslime der unterschiedlichen Strömungen erbringen durch

▪ die umfassende Entpolitisierung und Spiritualisierung ihrer Religion,

▪ die Entfernung aller Gewaltpassagen im muslimischen Selbstverständnis „zeitlos gültigen“ Koran,

▪ die Anerkennung der UN-Menschenrechte.

Ein realitätsferner, wohl nie erfüllbarer Wunschtraum?

Forderungen an unsere gesellschaftlichen Verantwortungsträger

Von der Politik, von den staatlichen Behörden unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft dürfen die Bürger/innen unseres Landes fordern und erwarten: Fürsorge, Schutz und möglichst umfassende Sicherheit. Sie sind nicht befugt, die berechtigten Ängste und Befürchtungen einfach aus opportunistischen (parteipolitischen) Gründen abzubügeln und die Probleme möglichst schnell weg zu retuschieren, unsichtbar zu machen.

„Islamophob“ und „Christopobie“ ?

Die Bürger/innen unseres Landes wollen auch nicht als bösartig oder gar als psychisch krank bezeichnet werden, wenn sie im Zusammenhang mit dem Islam Kritik äußern, Ängste und Sorgen haben und diese bezüglich der gesellschaftlichen Entwicklung auch öffentlich artikulieren.

Die Bürger/innen Bürger werden sich hoffentlich zu wehren wissen, wenn von interessierter Seite her verstärkt der Versuch unternommen wird, über unsere Gesetzgebung jegliche Kritik am Islam mit dem islamischen Kampfbegriff „islamophob“ zu brandmarken und Islamkritik vor allem auch noch strafrechtlich zu verfolgen. Wem käme es übrigens in den Sinn – analog zu islamischen Verhaltensweisen und Vorhaben – von „Christopobie“ zu sprechen?

Die Bürger/innen unseres Landes sollten jedenfalls nie das Gefühl haben, dass nichts, was sie betrifft, von der Politik verdrängt oder verschwiegen wird. Denn der Islam mit seinem archaisch-paternalistischen Gottes-, Menschen- und Weltbild macht alle zu Betroffenen – Muslime und Nichtmuslime-, ob sie es wissen oder nicht, ob sie es wahrhaben wollen oder nicht.

Deshalb ist es dringend erforderlich, dass die Verantwortungsträger auf allen Ebenen des öffentlichen Lebens die historischen Fakten im Kontext der Islamthematik zumindest in ihren Grundzügen kennen. Insbesondere auch, dass sie die zeitgeschichtlichen Vorgänge, die rund um den Islam weltweit sowie auch in unserem Land zu beobachten sind, aufmerksam beobachten und analysieren. Sodann müssten sie   alle islambezogenen Fakten in ihren gesellschaftspolitischen Entscheidungen konsequent berücksichtigen im Sinne unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, aber auch im Blick auf die kommenden Generationen.

Von Bertold Brecht stammen die Worte: „Wer die Wahrheit nicht kennt, ist bloß ein Dummkopf. Wer sie kennt, und sie Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“ Diesen harten Worten sei noch die Frage angeschlossen: Was ist nun derjenige, der die Wahrheit (über den Islam) zwar kennt, sie aber verschweigt?

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