(David Berger) In einem Gastbeitrag für die „Welt“ hat sich Peter Tauber, früherer Generalsekretär der Merkel-Union, dafür ausgesprochen, die „Werte-Union“ aus der CDU auszuschließen. 

Am kommenden Wochenende findet der Parteitag der CDU statt und die Politiker der Union, die etwas zu sagen haben – oder glauben, etwas zu sagen zu haben, positionieren sich wohlfeil mit mehr oder weniger hilfreichen Ideen. So nun auch Peter Tauber, um den es eine ganze lange Zeit erfreulich still geworden war. Zu heftig waren damals die Mobbing- und Sexismus-Vorwürfe gegen Merkels Schoßhündchen geworden.

Kritik an Parteiführung unerwünscht

Doch nun ist er wieder da und scheint entschlossen, dort weiterzumachen, wo er aufgehört hat: „Für eine Gruppe aber, die schon mit ihrem Namen unterstellt, alleiniger Lordsiegelbewahrer der Werte zu sein“, sei schlicht „kein Platz in der CDU“, so Tauber in einem Gastbeitrag für die „Welt“. Denn die Werte-Union falle durch „schrille Töne“ und Kritik an der Parteiführung unangenehm auf.

Tauber fungiert derzeit nur noch als Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung. Er ist aber fest davon überzeugt: Die Union könnte ein ähnlich übles Schicksal ereilen wie die SPD, wenn sie solch unterschiedliche Positionen einfach innerhalb der Partei zulasse. Die Werte-Union jedoch pflege ihre eigenen Befindlichkeiten auf Kosten der Partei und damit des ganzen Landes.

Die Einheit der Union ist Tauber ein Herzensanliegen, das er vor einer offensichtlich dringenden Schaffenspause vor einigen Jahren folgendermaßen – auch hier ganz Schöngeist – formulierte:

„Wer nicht für Angela Merkel ist, ist ein Arschloch und kann gehen“.

Nun dient er sich in seinem neuen Beitrag vor allem Annegret Kramp-Karrenbauer und Paul Ziemiak an: Alle Parteimitgleider hätten ohne Ausnahme „die Pflicht, beide nach Kräften zu unterstützen“, lässt er in dem für ihn typischen Stil wissen.

Tauber ist der „Stegner“ der CDU

Jubel über die Aussagen Taubers findet man derzeit im Netz vor allem bei rechtskonservativen AfD-Fans: Tauber zeige gut auf, was in Wirklichkeit Sache in der Union sei. Jeder Konservativer, der nach dem Willen Taubers die Union verlasse, sei ein neuer AfD-Wähler.

Ähnlich, wenn auch mit weniger Schadenfreude sehen das viele Unionsanhänger, die sich Gedanken über die extremen Wahlverluste der CDU in den letzten Jahren machen: „Es sind Politiker wie Peter Tauber, die den Untergang der CDU mitgetragen und mitzuverantworten haben. Wer gebetsmühlenartig Merkel zu Munde redet und jeden diffamiert, der nicht Merkels Meinung ist, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.Herr Tauber ist der „Stegner“ der CDU.“ – ist da etwa zu lesen.

Werte-Union: „Wir haben unseren Platz also ganz in der Mitte der Partei!“

Die Werte-Union hat sich inzwischen auch zu den Aussagen Taubers geäußert: „Herr Tauber meint, für die WerteUnion sei kein Platz in der CDU. Das sieht die Basis aber ganz anders! Wir haben unseren Platz also ganz in der Mitte der Partei!“

Ingo Gondro, Gründer des Konservativen Kreis in der CDU Anhalt-Bitterfeld, stellvertretender Bundesvorsitzender der WerteUnion und Landesvorsitzender WerteUnion Sachsen-Anhalt schießt zurück: „Unter Peter Tauber als Generalsekretär wollte die CDU neue Wählerschichten im linksgrünen Stadtmilieu erreichen und verschob das Koordinatensystem der CDU nach links. Ergebnis: Absturz bei Wahlergebnissen und Abwanderung der Stammwählerschaft. Tolle Leistung von Tauber und Co“

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