Das Cannstatter Volksfest im Kontext einer naturbedingten Klimakatastrophe

Seit Freitag, den 27. September 2019, findet in Stuttgart wieder das Cannstatter Volksfest statt, neben dem Münchner Oktoberfest das bekannteste Volksfest Deutschlands. Die Vorgeschichte dieses alten Festes war eine naturbedingte Klimakatastrophe, das sogenannte „Jahr ohne Sommer“ 1816. Angesichts der momentanen Klima-Debatte mit drohenden Maßnahmen auf Kosten einer gesunden Wirtschaft sollte zu denken geben: Klimabedingte Katastrophen wird es auch geben, wenn die Einflüsse des Menschen auf das Klima auf Null gesenkt sind. Nur wirtschaftlicher Wohlstand würde es dann möglich machen, die humanitäre Katastrophe zu minimieren. Ein Gastbeitrag von Daniel Schweizer.

Eine große Anzahl an Schaubuden und Fahrgeschäften, ausgelassenes Feiern in Bierzelten auf dem Cannstatter Wasen prägen jedes Jahr den Herbst im Schwabenland. Die Fruchtsäule und das im Vier-Jahres-Rhythmus stattfindende Landwirtschaftliche Hauptfest erinnern noch an die eigentlichen Ursprünge dieses Festes, das von König Wilhelm I. von Württemberg und seiner Frau, der aus dem russischen Zarenhaus stammenden Königin Katharina, als Erntefest ins Leben gerufen wurde. Am 28. September 1818 fand erstmals „das jährlich am 28. September zu Kannstadt abzuhaltendes landwirtschaftliches Fest“ statt, dem eine schwere klimabedingte Hungerkrise nach dem „Jahr ohne Sommer“ 1816 vorausging. Wichtige Errungenschaften in Württemberg, die bis heute nachwirken, waren eine Reaktion des Königspaares auf diese Krise. Dazu gehören unter anderem die landwirtschaftliche Versuchsanstalt auf Schloss Hohenheim als Vorläufer der heutigen Universität Hohenheim, noch immer mit agrarwissenschaftlichen Schwerpunkten, und das württembergische Sparkassenwesen. Durch Bildung und Forschung die Landwirtschaft zu verbessern, und durch Sparanlagen selbstständig für Notzeiten finanziell vorzusorgen, das waren Lehren einer schweren Hungerkrise. Was die derzeitige EZB-Politik aus einer solchen Errungenschaft macht, lässt nur mit dem Kopf schütteln.

Und zur weiteren Errungenschaft als Reaktion auf die Hungerkrise gehörte eben auch ein landwirtschaftliches Volksfest. Schwerpunkte waren in den Anfangsjahren Preisverleihungen für Viehzucht und gezüchtete Obstbäume, Pferderennen, ein Viehmarkt und eben auch wenige Volksfestbuden mit Bierausschank und Schaustellern. Mit Sicherheit war das sehr wenig im Vergleich zu den heutigen Attraktionen. Aber für die Menschen der damaligen Zeit, die erst wenige Jahre zuvor eine schwere Hungerkrise erleben mussten, war mit Sicherheit schon dieser kleine Festbetrieb eine sensationelle Gelegenheit, sich zu amüsieren und die Alltagssorgen zu vergessen.

Unwetter, Missernten und Preissteigerungen

Das „Jahr ohne Sommer“ 1816 brachte eine für unsere heutigen Vorstellungen unvorstellbare Situation an menschlichem Elend. In weiten Teilen Nordostamerikas und dem westlichen und südlichen Europa waren die Wetterphänomene für den Sommer völlig außergewöhnlich: Das ganze Jahr hindurch gab es im westlichen Mitteleuropa schwere Unwetter mit Überschwemmungen, Schneefall in höheren Lagen. In der Schweiz schneite es am 2. und 30. Juli sogar in tieferen Lagen. Der Rhein und andere Flüsse traten über die Ufer. Die Folge waren Missernten und als Folge erhebliche Preissteigerungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Von den erhöhten Getreidepreisen 1817 waren besonders schlimm das Elsass, die Schweiz, Vorarlberg und die süddeutschen Mittelstaaten Bayern, Württemberg und Baden betroffen.

Ursache Vulkanismus – Schwere Klimakatastrophen jederzeit ohne menschlichen Einfluss zu erwarten

Als Hauptursache für diese Klimakatastrophe wird nach heutigem Stand der Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora mit der Stärke 7 im April 1815 gesehen. Etwa 150 Kubikkilometer Staub und Asche, mit einem geschätzten 130 Megatonnen schweren Äquivalent von Schwefeldioxid, wurde in die Erdatmosphäre geschleudert. Dies hatte schwerwiegende Folgen für das Weltklima. Als weitere Ursachen sehen Klimaforscher anhand der Untersuchung von Eisbohrkernen einen Vulkanausbruch in Kolumbien um die Jahreswende 1809/10 und eine geringere Sonnenaktivität. Diese Ursachen trugen wohl dazu bei, dass die Jahre 1810 bis 1820 die weltweit kältesten der vergangenen 500 Jahre wurden. (Quelle)

Was lernen wir daraus? Angesichts der aktuellen hitzigen Klimadebatte sollte sich jeder mit einem gesunden Menschenverstand darüber im Klaren sein, dass wir auch ohne Einfluss des Menschen jederzeit mit Klimakatastrophen zu rechnen haben. Ob diejenigen Klimaforscher richtig liegen, die einen großen Einfluss des Menschen auf die derzeitige Klimaerwärmung sehen, ist eine andere Frage. Aber selbst wenn es der Menschheit gelingen sollte, ihre Energie zu 100% klimaneutral zu konsumieren oder durch genügend Bepflanzung zu 100% vom Menschen verursachte CO2-Emissionen zu kompensieren, bleibt uns das Problem von Klimakatastrophen nicht erspart. Es ist möglich, dass es einen Vulkanausbruch wie den des Tambora 1815 einmal wieder geben wird, mit ähnlichen Auswirkungen auf das Weltklima. Was bleibt uns dann, wenn wir nicht dieselbe humanitäre Katastrophe wollen wie damals 1816?

Humanitäre Katastrophe bei Klimakrise nur mit wirtschaftlichem Wohlstand zu minimieren

Zurzeit fordern viele radikale Akteure der Klimaschutzbewegung radikale Maßnahmen, die im Ganzen viel Verzicht auf unseren wirtschaftlichen Wohlstand bedeuten würden. Das Kabinett Merkel beschloss im vorauseilenden Gehorsam das Klimapaket. Doch die gewünschte Anerkennung blieb aus: Den Grünen geht dieses Paket nicht weit genug, und auch die Grünen selbst scheinen mit ihren Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung noch nicht zu genügen. Viele Klima-Demonstranten und Klima-Aktivisten in Talkshows gaben unverblümt zu, dass sie die Überwindung des Kapitalismus fordern. Wer aber dieses Wirtschaftssystem verstanden hat, dem ist klar, dass – obwohl oder gerade weil es auch viele superreiche Millionäre und Milliardäre hervorbringt – durch seine Effizienz mehr Menschen aus der totalen Armut heraus geholt hat als jedes andere Wirtschaftssystem. Als heilsame Lektüre ist „Der Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung“ von Dr. Dr. Rainer Zitelmann zu empfehlen. Er zeigt anhand verschiedener Länder auf fünf Kontinenten auf, wie der Übergang vom Sozialismus zu mehr Marktwirtschaft den Wohlstand dieser Länder gemehrt hat und davon gerade die Ärmsten profitieren konnten. Es lohnt sich auch, ihm auf Facebook zu folgen.

Und gerade mit Blick auf das „Jahr ohne Sommer“ 1816 wird deutlich, wie wichtig der Erhalt unseres wirtschaftlichen Wohlstandes ist, um bei Wiederkehr einer solchen Katastrophe die humanitären Folgen in Grenzen zu halten. Viele Errungenschaften von heute hatten die Menschen von damals schlicht noch gar nicht. Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse für die Landwirtschaft haben sich weiterentwickelt, um hohe Ernteerträge zu erzielen. Dank moderner Techniken, die viel Energie verbrauchen, haben wir heutzutage viel mehr Konservierungsmöglichkeiten. Heutzutage können wir uns nicht mehr nur über Monate konservierte Lebensmittel aus dem Supermarktregal kaufen. Kühlschränke und oftmals sogar Tiefkühltruhen gehören heutzutage zur Ausstattung vieler Privathaushalte. Was zum Zeitpunkte der Ernte an Überschuss besteht oder an gekochtem Essen übrig bleibt, kann somit problemlos über Monate konserviert werden.

Doch auch dieser Wohlstand steht mit der überhasteten und für die Verbraucher teuren Energiewende auf dem Spiel. Bereits jetzt gibt es Menschen, denen der Strom abgestellt wurde, weil sie ihn nicht mehr bezahlen konnten. Moderne Transportmittel – ja, liebe Merkelin, liebe Grün*innen, liebe FFF-Aktivist*innen, damit ist auch die „Dreckschleuder“ auf vier Rädern gemeint – ermöglichen selbstverständlich, landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die vor Ort überschüssig sind, über weite Strecken zu transportieren. In einem nie dagewesen Ausmaß kann somit heute an vielen Orten über schnellere Transporte die Lebensmittelversorgung gewährleistet werden. Damals im „Jahr ohne Sommer“ fuhr in noch keinem der deutschen Staaten eine Eisenbahn, und das Automobil schon gar nicht. Lebensmitteltransporte aus den weniger betroffenen Gebieten Europas nahmen viel mehr Zeit in Anspruch als heute.

Tambora kann uns wie vor 200 Jahren wieder um die Ohren fliegen.

Und nun malen wir uns einmal die Situation aus, was geschieht, wenn wir unter Verzicht auf unseren heutigen Wohlstand das Klima retten. Vor den fatalen wirtschaftlichen Folgen warnen bereits Artikel in den von uns PP-Autoren kritisch betrachteten Nannymedien. Die derzeitigen sozialistischen „Lösungs“ansätze zur Klimarettung werden uns wirtschaftlich teuer zu stehen kommen, wenn sie wie befürchtet umgesetzt werden.

Angenommen, es würden dabei – was unwahrscheinlich ist – wenigstens die Klimarettungsziele erreicht werden, dann gibt es noch viel in der Natur, was wir nicht in der Hand haben. Wir haben es nicht in der Hand, ob der Vulkan Tambora oder ein anderer Vulkan auf der Welt in ähnlich explosiver Weise wieder ausbrechen wird wie Anno 1815. Dann wird es auch große Ernteausfälle geben. Aber wir haben dann mit der Demontage unserer Wirtschaft viele Möglichkeiten verspielt:

  • Wir haben dann die Chance auf agrarwissenschaftliche Erkenntnisse für bessere Ernteerträge auch bei schwierigem Wetter verspielt, weil durch eine schwache Wirtschaft Steuereinnahmen und somit auch Forschungsgelder gefehlt haben.
  • Wir haben vielen Menschen die Chance verweigert, sich Zugang zu bezahlbarem Strom leisten zu können und damit in Kühlschränken und Gefriertruhen sich Nahrungsvorräte für Zeiten von Ernteausfällen häufen zu können.
  • Wir haben eine gut ausgebaute, effiziente und bezahlbare Energieversorgung verspielt, mit der wir so manche Lebensmittel aus besseren Erntezeiten hätten gut in (tief-)gekühlten Warenlagern konservieren können.
  • Wir haben eine funktionierendes Verkehrsnetz für Transporte und Automobilität verspielt, mit dem wir Lebensmittel in besonders hart betroffene Gebiete mit Leichtigkeit transportieren könnten oder für den Lebensmittelkauf weitere Strecken zurücklegen könnten.

Summa summarum: Liebe FFF-Aktivisten, wenn wir eure Forderungen umsetzen, damit vielleicht sogar den menschlichen Einfluss auf das Klima zu 100% neutralisieren könnten, wie von euch gefordert den Kapitalismus abgeschafft und wirtschaftliche Folgen in Kauf genommen haben – dann haben wir beim nächsten schweren Ausbruch von Tambora die Chance verspielt, eine größere humanitäre Katastrophe abzuwenden. Dann wird uns Tambora in ähnlichem Maße um die Ohren fliegen wie den Menschen vor gut 200 Jahren. So oder so wird uns die Natur immer und immer wieder Naturkatastrophen bringen. Und nur wirtschaftlicher Wohlstand kann dann eine größere humanitäre Katastrophe verhindern. Dafür ist aber der von vielen Klima-Aktivisten verteufelte Kapitalismus Voraussetzung.


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