»Die Grünen werden Deutschland zerstören«, sagt Gauland. Da ist vielleicht was dran. Die Grünen sind wie ein Affe mit Maschinengewehr – viel Macht, wenig Verstand, super gefährlich. Ein Gastbeitrag von Dushan Wegner

In erfahrenen Kreisen weiß man, dass eine Kalashnikov kein geeignetes Spielzeug für einen Affen ist. – Vor einiger Zeit kursierte ein Video im Internet, dessen Inhalt ist, in etwa: Ein Affe kommt auf eine Gruppe gutgelaunter Soldaten zu. Die Soldaten sind zu Scherzen aufgelegt, sie geben dem Tier eine Kalashnikov in die Affenhände, und sie veralbern das Tier, es möge doch schießen – es passiert, was man geradezu erwartet – sonst wäre das Video ja nicht so populär gewesen: Der Affe greift die Waffe, findet den Abzug – mehr oder weniger »zufällig«, und er schießt tatsächlich in die Soldatengruppe. (Das Filmchen können Sie zum Beispiel unter dem Stichwort »monkey shoot AK-47 machine gun in a group of soldiers« bei YouTube sehen.)

Manche Internet-Bewohner hielten das Filmchen für »echt«, also wirklich so passiert und zufälligerweise aufgenommen; es ist aber wohl eine Werbe-Aktion für den 2011 erschienen Film »Rise of the Planet of the Apes« (deutsch: »Planet der Affen: Revolution«). Nun, ob es echt oder »nur« gut gemacht ist – wir können uns gewiss darauf einigen, dass es keine gute Idee wäre, einem Affen eine Kalashnikow in die Hand zu geben.

Technische und andere Gewinner

Das Wort »Gewinner« bezieht sich bei demokratischen Wahlen auf (mindestens) zwei unterschiedliche Konstellationen: Erstens die an Stimmen stärkste Partei, und zweitens aber eine Partei, die deutlich mehr Stimmen als erwartet erhielt oder als sie zuletzt erzielte.

Die EU-Wahlen 2019 sahen in Deutschland zwei große Gewinner, CDU und Grüne.

Die CDU rutschte zwar von 34 auf 29 Prozent, doch sie blieb auf Platz 1, und damit wäre sie »Gewinner« zu nennen. (Randnotiz: Die CDU ist zwar technisch der Gewinner der deutschen EU-Wahl 2019, doch sie hat nur 2 Prozentpunkte mehr als die SPD noch in 2014 hatte, und deren weiteres Schicksal ist bekannt – für aktuelle Daten siehe etwa bild.de.)

Die Grünen verdoppelten ihr 2014-Ergebnis praktisch, von 11 auf 21 Prozent, dank von grünennahen Meinungsmachern geschürter Klimahysterie und Dauerkampagne der deutschen Leitmedien. (Randnotiz: Die AfD gewann mit 11 Prozent ein ähnliches Ergebnis wie die Grünen bei der letzten EU-Wahl 2014 – nur dass sie gegen auffallend gleich schaltende Journalisten und »Kulturschaffende« anschwamm.)

»Sagen wir, 70 Zeitungsredaktionen«

Wie Yin und Yang ergänzen und spiegeln Grüne und CDU inzwischen einander. Beide, Grüne und CDU, offenbaren vor wie auch nach der EU-Wahl schmerzhafte Inkompetenz in wichtigen Bereichen – doch nicht in denselben!

Kurz vor den EU-Wahlen hatten dutzende YouTube-Clowns, die sonst etwa mit ihren 350-PS-Autos und dem obligatorischen Malediven-Urlaub posieren, zum ökologischen Wählen aufgerufen – sprich: de facto Wahlkampf für die Grünen gemacht, ohne es als Parteispende abzurechnen. Ich erwarte, dass die grüne Medienfront nicht allzu scharf recherchiert, wer was finanzierte.

Die wichtigste Qualifikation der aktuellen (offiziellen) CDU-Chefin ist es, dass »Kramp-Karrenbauer raus« nicht so gut von der Zunge rollt wie »Merkel raus«; und diese »AKK« dient derzeit vor allem als Blitzableiter für Merkel, bis diese ihr »Werk«, woraus dieses auch bestehen mag, vollendet hat. – AKK hat nun, in der für CDU-Chefs inzwischen üblichen Tapsigkeit, nach der Wahl vorgeschlagen, dass bei Sozialen Medien dieselben Regeln gelten sollten wie bei den Analogen:

„Was wäre eigentlich in diesem Lande los“, fragte sie, „wenn eine Reihe von, sagen wir, 70 Zeitungsredaktionen zwei Tage vor der Wahl erklärt hätten, wir machen einen gemeinsamen Aufruf: Wählt bitte nicht CDU und SPD. Das wäre klare Meinungsmache vor der Wahl gewesen“. (spiegel.de, 27.5.2019)

Die linke Empörung von FDP bis Die Linke über diese Idee von »AKK« war groß (siehe etwa spiegel.de, 27.5.2019) und denkbar geheuchelt – oder schlicht unwissend.

»Merkels Mädchen«

»Will AKK Meinungen regulieren?«, fragt bild.de, 28.5.2019 (und andere). – Es sind ja eigentlich die (Links-) Grünen, welche alles Mögliche »regulieren« möchten – wenn die Mathematik nicht ins grüne Weltbild passt, dann sogar Algorithmen (kein Scherz: »Grüne blasen zum Kampf gegen Algorithmen«, handelsblatt.com, 8.5.2018, siehe auch gruene-bundestag.de, 24.5.2019 oder heise.de/tp/, 11.5.2018), welche Medien entweder regulieren oder »zerschlagen« wollen (spiegel.de, 24.1.2017: »Facebook muss reguliert werden«, etc. – Randnotiz: Was ist das wenig rechtsstaatliche »Netz DG« von CDU und Peinlichminister Maas denn anderes als der ausgeführte Versuch, das Internet am Rechtsweg und grundgesetzlich verbrieften Grundrechten vorbei zu »regulieren«?)

Dass nun ausgerechnet Grüne samt Anhängerschaft sich aufregen, wenn AKK die sozialen Medien und deren Inhaltsproduzenten – also potentiell uns alle – »regulieren« möchte, dann ist das für Grüne »normales Verhalten«, für Außenstehende aber kaum zu überbietende Doppelmoral. Grüne sind keineswegs gegen eine »Regulierung von Meinung«, sie sind nur dagegen, dass jemand anderes als sie selbst »reguliert«, was und wie gesagt werden darf.

Ja, die Reaktion der Grünen und Gerechten auf AKKs »Idee« ist von der üblichen linksgrünen verlogenen Doppelmoral getragen – und doch erinnert AKKs Agieren an den Affen mit der Maschinenpistole.

AKK hat sich in der Partei emporgesessen, zwischendurch war sie sogar etwa Ministerpräsidentin des Saarlandes! AKK war so lange halt da (in der Partei) und fiel dabei (der Ex-FDJ-Sekretärin) nicht allzu negativ auf, bis sie eben schließlich CDU-Chefin wurde – darf man sie »Merkels Mädchen« nennen? – Frau K.-K. hat in der Regierungspartei CDU zumindest formal viel Macht, und damit hat sie ein ganz großes Mikrophon in den Hauptstadtmedien, doch sie weiß mit dieser Macht wenig anzufangen.

Die CDU jenseits der Zerstörerin Merkel enthält, anders als die Grünen, noch Reste von Sachkompetenz, beim so wichtigen Thema moderner Kommunikation ist man jedoch denkbar hilflos. Die CDU unter AKK hat tiefe Taschen, beste Beziehungen und via Staatsfunk einen Kanal direkt in jedes deutsche Wohnzimmer, nur hat sie grandios wenig Ahnung, was sie mit all dieser Macht denn anstellen sollte.

Es hat gute Tradition – man denke nur an Franz Kafka – das Verhalten des Menschen mit dem des Affen zu vergleichen – nicht immer ist es der Mensch, der im Vergleich menschlicher wirkt, nicht immer der Affe, den man äffischer nennen kann.

Die Medienarbeit der CDU unter AKK erinnert an den Affen mit dem Maschinengewehr; es war keine gute Idee, dem Affen so viel Macht zu geben, und jetzt ballert das Tier in zufällige Richtungen – gelegentlich auch sich selbst in den Fuß.

Hier können Sie kostenlos weiterlesen: DUSHAN WEGNER