(David Berger) An einer Schule in Charlottenburg-Wilmersdorf kam es gestern zu einer regelrechten Hetzjagd auf einen 17-jährigen Schüler. Die Täter zwischen 15 und 16 Jahren begründeten ihre Tat damit, dass er Jude sei.

Im Polizeibericht der Berliner Polizei heißt es: Gestern Mittag gab es an einer Schule in Charlottenburg eine Auseinandersetzung. Nach bisherigen Erkenntnissen soll ein 17-jähriger Schüler einer Schule in Charlottenburg gegen 13.30 Uhr von einem 15-jährigen Jugendlichen, der nicht Schüler an der Schule ist, aufgefordert worden sein, mit ihm zu kommen. Der 17-Jährige kam der Aufforderung nach und soll dann von dem 15-Jährigen ins Gesicht geschlagen worden sein.

Mitschüler wollte einschreiten und wurde auch geschlagen

Ein 16 Jahre alter Mitschüler des Attackierten ging dazwischen und soll dann ebenfalls von dem mutmaßlichen Angreifer ins Gesicht geschlagen worden sein. Anschließend sollen mehrere Jugendliche auf den 16-Jährigen losgegangen sein, so dass daraus eine Schlägerei entstanden sei. Als alarmierte Einsatzkräfte eintrafen, war die Schlägerei bereits beendet.

Bei den anschließenden Ermittlungen wurde auch bekannt, dass ein weiterer 15-Jähriger versucht haben soll, mehrere Jugendliche gezielt auf den 17-Jährigen zu hetzen, da dieser jüdischen Glaubens sei.

Strafverfahren eingeleitet

Polizisten nahmen die Personalien mehrerer Jugendlicher auf und leiteten Strafverfahren ein. Insgesamt gab es vier Leichtverletzte. Die Ermittlungen führt der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin.

Über die Identität der Täter machte die Polizei bislang keine näheren Angaben.

Beleidigung mit antisemitischem Hintergrund in Friedrichshain

Erst am vergangenen Freitag war es ebenfalls in Berlin. Wieder der Polizeiberich, diesmal von gestern: „Ein Mann erstattete gestern Nachmittag auf einem Polizeiabschnitt eine Strafanzeige wegen Beleidigung mit antisemitischem Hintergrund.

Der 43-Jährige, der die israelische Staatsangehörigkeit hat, war Freitagabend gegen 18.40 Uhr in der Warschauer Straße unterwegs und wurde, als er in hebräischer Sprache telefonierte, von zwei unbekannten Männern beschimpft. Anschließend brachte sich der Beschimpfte in Sicherheit. Die Ermittlungen führt der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin.“