(David Berger) Es passte heute in Köln alles zusammen: Eine Demonstration für eine EU unter der Führung Macrons und Merkels, die im Todeskampf liegt – mit Unterstützung der Altparteien, die erdrutschartig an Zustimmung in der gesamten EU verlieren. Und Demonstranten, die eher den Eindruck einer angeheiterten Seniorenkaffeefahrt machten als den von überzeugten Aktivisten,

Gleich zwei Kampfsportler hatte ich heute überreden können, mich auf meiner journalistischen Teilnahme an der Großdemo, über die ich bereits im Vorfeld berichten konnte, zu begleiten, da sich Bekannte aus Köln Sorgen um mich machten. Am Freitag schrieb ich:

„Unter dem Titel „Ein Europa für alle – Deine Stimme gegen Nationalismus“ soll am kommenden Sonntag – eine Woche vor der EU-Wahl – eine als Großdemo getarnte linksgrüne Wahkampfveranstaltung in Köln stattfinden. Angesagt haben sich die üblichen Karnevalssänger, deren Kunst außerhalb der Session darin besteht, gegen „Rechts“ zu sein. Aber auch eine Lesbenvereinigung und vom Verfassungsschutz beobachtete linksextreme Gruppierungen zählen zu dem Bündnis, das die Demo veranstaltet.“

Kaffeefahrt oder Demo?

Doch die Sorgen meiner Bekannten um mich waren weitgehend unbegründet. Als wir vor dem Kölner Dom eintrafen, hatten wir vielmehr den Eindruck, in eine Kaffeefahrt geraten zu sein, auf der wegen der anschließende Weinprobe erschienene Kirchenvertreter und C-prominente Sänger auftreten, um grauhaarige Dauerwellen, Rollatoren und künstliche Hüftgelenke weißer Cis-Männer und -Frauen unter dem Motto „Omas und Opas gegen rechts“ unterhalten.

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In Köln natürlich mit karnevalesker Musik…

Um den Altersdurchschnitt etwas zu heben, hatten die Teilnehmer allerdings vor allem Kinder (Enkel oder Urenkel?) mitgebracht, die sich naturgemäß gegen solche Instrumentalisierungen schwer wehren können:

Kirchliche Jugendgruppen und Linksextreme

Aber auch kirchliche Jugendgruppen waren zusammen mit vom Verfassungsschutz überwachten, linksextremen Vereinigungen vertreten, um für einen Erfolg der Altparteien bei der EU-Wahl und gegen die AfD zu demonstrieren. Sodass man zeitweise den Endruck hatte, auf einem evangelischen Kirchentag mit der dort typisch sektenhaften Atmosphäre oder einer DDR-Veranstaltung zu sein.

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Wenig Begeisterung für sich anbiedernde Kirchenmänner

Auf den Bühnenprogrammen gab es aber nicht nur Singsang der Kölner Lokal-C-Prominenz, sondern auch eine wilde Mischung an abgefahrenen Rednern: Linksgrüne Eiferer, die einen sehr fanatischen Eindruck machten und den Strache-Skandal feierten, sich bei den Journalisten und der Justiz, die deren Verhalten schützt, ausdrücklich bedankten; Aktivisten, die für eine engere Zusammenarbeit mit Russland plädierten und vor einer zu starken EU warnten (sic!).

Und natürlich die unvermeidlichen Kirchenvertreter, deren Anbiederung an Linksgrün allerdings nicht so gut ankam, wie die Reaktion einer Demonstrationsteilnehmerin (Mottto: „München liegt am Mittelmeer“) anschaulich zeigte:

Eine kleine Randbemerkung: der von der Demonstrantin hier lautstark beschimpfte Herr hatte kurz zuvor auf der Bühne als Vertreter einer kirchlichen Organisation gesprochen. Wie alle anderen von mir um ein kurzes Interview angefragten Redner, hatte er mir dies verweigert, nachdem ich mich vorgestellt hatte. Für alle, die sich jetzt Sorgen um den Ruf der Demo machen: der Auftritt der Dame war bereits das Maximum an Energieentladung, das ich auf der Demo erlebte.

Sog. Antifa nur mit drei Personen anwesend?

Woran es genau lag, dass sich bei Beginn der Abschlussveranstaltung auf der Deutzer Werft, bei der sich auch Frau Barley und Nahles angekündigt hatten, so wenige Demonstrationsteilnehmer eingefunden hatten, ist noch unklar. Selbst die sog. Antifa war nur mit einer kleinen Gruppe von drei etwas hilflos verloren wirkenden Personen vertreten. Vielleicht war die Atmosphäre deshalb im Großen und Ganzen eigentlich ganz entspannt und freundlich. Zu viel Aufregung ist in unserem Alter, bei hohem Blutdruck und Cholesterinwerten auch gar nicht gut.

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Offensichtlich kamen – trotz gutem Wetter – tatsächlich deutlich weniger Teilnehmer, als von den Veranstaltern erwartet. Der WDR berichtet soeben: „Eine offizielle Schätzung zu den Teilnehmerzahlen lag am Nachmittag noch nicht vor – die Veranstalter hatten im Vorfeld mit 20.000 bis 25.000 Menschen gerechnet. Nach WDR-Informationen waren mindestens 15.000 vor Ort.“ Aber auch das scheint mir noch reichlich übertrieben …

KStA spricht von Zehntausenden Teilnehmern

Update 20.05.2019, 7h: Der KStA spricht heute Morgen von „Zehntausenden Teilnehmern“ an der gestrigen Veranstaltung, die aber wegen des Wetters (?) vorzeitig abgebrochen werden musste. Offensichtlich sind es gestern im Lauf des Nachmittags doch noch einige Personen am Rummelplatz eingetroffen (unsere Fotos sind vom Beginn der Veranstaltung)

 

Ganz andere Stimmung in Mailand

Als Kontrast zu der Kölner Farce schaue man sich den Auftritt eines der Politiker in Mailand an, die man von Köln aus bekämpfen wollte:

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