Die staatliche Goethe-Universität Frankfurt hat den Politikwissenschaftler und Friedensforscher, Prof. Egbert Jahn, offenbar wegen seiner Aussagen zur Flüchtlingsunterbringung aus den Online-Verzeichnissen komplett gestrichen. Jahn hatte auf einem CDU-Treffen vorgeschlagen, Flüchtlingsstädte am Rande Europas oder auf Inseln zu errichten.

Professor Egbert Jahn – ausgewiesener Experte für Friedensforschung und seit 35 Jahren Dozent an der staatlichen Goethe-Universität Frankfurt – sprach beim „CDU-Werkstattgespräch“ zur Flüchtlingskrise. Dort forderte er, sogenannte „Flüchtlingsstädte“ am Rand Europas oder auf Inseln zu errichten. Diese sollten für weniger Anreize sorgen, nach Europa zu kommen, erklärte der Professor.

Überwiegend anerkennende Worte bei der CDU

Die Vorschläge des 77-jährigen Professors seien – so die Bild-Zeitung hinter der Bezahlschranke –  je nach politischer Verortung bei den Besuchern des Werkstattgesprächs begrüßt oder abgelehnt worden. Zumindest soll die CDU-Zentrale dem Professor auf Nachfrage versichert haben, in der Partei habe es überwiegend „anerkennende Worte“ gegeben.

Für den Politikprofessor scheint seine freie Rede nun Folgen zu haben: Die Frankfurter Goethe-Universität hat ihn offenbar aus allen Online-Verzeichnissen nahezu komplett getilgt. Wenige Wochen nach seinem Auftritt ist der Lehrbeauftragte für seine Politik-Studenten auf den Websites der Uni nicht mehr zu finden. Jahn wurde jedoch nicht nur aus dem Vorlesungsverzeichnis seines einstigen Fachbereichs gelöscht. Auch im Uni-Personenregister taucht der Name des 77-jährigen Wissenschaftlers nicht mehr auf.

Denk- und Meinungsfreiheit unerwünscht

Jahn kommentierte den Vorfall gegenüber der Bild-Zeitung nicht, stellte aber fest, dass seine Vorlesungen im Sommer dann wohl deutlich schlechter besucht sein werde. Schließlich finde man sie im Internet ja nicht mehr. Die staatliche Hochschule ließ über einen Sprecher auf Bild-Anfrage verlauten, man wolle „bezüglich Hrn. Prof. Egbert Jahn zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts sagen“.

„Denk- und Meinungsfreiheit sind an der Goethe-Universität zu Frankfurt nicht erwünscht. Dort werden nur linke Meinungen geduldet – und die wollen unter sich bleiben“, bemerkt Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft gegenüber der Bild-Zeitung zur Causa Jahn. (SB)

Der Beitrag erschien zuerst hier.