Vier Mitglieder der Jungen Alternativen Berlin wurden gestern Abend attackiert, als sie den Film „Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto“ auf die Einladung von Dieter Kosslick  sehen wollten. Zwei davon wurden mit Schlag- und Stichwunden verletzt. Ein jüdisches JA-Mitglied musste fliehen. JouWatch berichtet (erweiterte Fassung).

So weit ist es schon: Jüdischen Mitbürgern wird auf den Straßen Berlins aufgelauert und sie werden von Schlägertrupps angegriffen, und die Mainstream-Presse verhöhnt die Opfer auch noch: „Nur sechs AfD-Mitglieder besuchen Film über Warschauer Ghetto“, hieß es in der dpa-Meldung, die von allen großen Medien übernommen wurde.

Hat Kosslick den Zwischenfall bewusst provoziert?

Der scheidende Berlinale-Chef Dieter Kosslick, der für sein linkspolitisches Engagement bekannt ist, hatte AfD-Mitglieder eingeladen, den Film „Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto“ von Roberta Grossmann um 22:30 h im Kino International zu besuchen. Vermutlich ging es dabei auch darum, die AfD irgendwie mit Antisemitismus in Verbindung zu bringen.

(Wie die taz berichtet, hat die Berlinale jedoch scheinbar kein Problem damit, den anti-israelischen Mossad-Verschwörungsfilm „The Operative“ zu zeigen.)

Mit zerbrochenem Glas auf die jungen Männer eingestochen

Vadim Derksen von der JA Berlin beschrieb den Angriff so: „Wir sind gegen 22 Uhr vom Alexanderplatz Richtung Kino International gelaufen, das sind 700 m direkt an der Karl-Marx-Allee entlang. Etwa 50 m vor dem Kino kamen dann 5-7 Vermummte aus dem Gebüsch gesprungen, als wenn sie uns erwartet hätten und haben sofort ohne zu zögern zugeschlagen. Sie hatten ein Weinglas dabei, das haben sie zerschlagen und haben mit dem Glasstil auf uns eingeschlagen. Sie haben mich durch mein Sakko durch in den Oberarm gestochen. Ich habe erst zuhause gemerkt, dass ich blute.“

Es ist Derksen ein Rätsel, woher die Angreifer sie erkannten oder wussten, aus welcher Richtung sie kommen. Sie hätten keine Erkennungszeichen getragen, nur normale Kleidung. Die Angreifer hätten „Scheiß Nazis!“ gerufen und zugeschlagen. Dann seien sie ganz schnell abgehauen. Eines der JA-Mitglieder habe eine Platzwunde am Kopf gehabt und musste vom Sanka behandelt werden, die Polizei ermittele wegen schwerer Körperverletzung.

Eines der JA-Mitglieder jüdischen Glaubens konnte fliehen

Einer der JA-Mitglieder sei jüdischen Glaubens gewesen, so Derksen, konnte aber rechtzeitig fliehen. Von der Berlinale oder Dieter Kosslick haben die Opfer noch nichts gehört, wiederholten aber ihr Angebot, mit Kosslick und auch mit den Angreifern ins Gespräch zu kommen: „Wir finden es gut, dass er (Kosslick) den Antisemitismus thematisieren will, nur sind wir leider der falsche Ansprechpartner. Wir sind aber bereit, ein Zeichen zu setzen und hinzugehen, den Film anzuschauen und unsere Hilfsbereitschaft anzubieten, den Film auf Großleinwand in Neukölln oder Kreuzberg zu zeigen,  wo das Klientel mit dem neuen Antisemitismus sitzt.“

Nur um wenige Minuten entging der Bundestagsabgeordnete Petr Bystron dem Angriff der Antifa. Bystron attackierte unmittelbar nach dem Antifa-Angriff nur wenige Meter vom Tatort entfernt in einem Statement für die Junge Alternative den Berlinale-Chef Dieter Kosslick scharf: „Dieser Überfall steht stellvertretend für die Situation in Merkel-Deutschland des Jahres 2019. Die Mitglieder der jüngsten und erfolgreichsten Partei der Nachkriegsgeschichte werden diffamiert, gesellschaftlich ausgegrenzt und auf offener Straße zusammengeschlagen.

Linke Medien schüren den Hass und provozieren die Gewalt

Die alten Medien transportieren bereitwillig diese Hetze und befeuern somit ein Klima des Hasses und der immer tieferen Spaltung der Gesellschaft. Kosslick ist ein Paradebeispiel eines Mitglieds eines völlig abgehobenen Alt-68er Establishments. Er hat sich auf Kosten der AfD profiliert und dabei die Anti-AfD-Hetze befeuert. Er trägt direkte Mitschuld an dem Überfall,“ so Bystron.

„Die Berichterstattung über den Vorfall ist ein weiterer Beweis für die Einseitigkeit der Medien. Der Autor der dpa-Meldung schafft es innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Sätzen zu behaupten, es gab in vor dem Kino „keine besonderen Vorkommnisse.“ In der Nähe wurden „allerdings mehrere Parteimitglieder attackiert“. Wenn in Berlin des Jahres 2019 auf offener Straße AfD-Mitglieder krankenhausreif zusammengeschlagen werden, ist das für die amtliche Nachrichtenagentur  „keine besonderen Vorkommnisse.“

David Christoph Eckert: „Wir wollten ein Zeichen gegen den Antisemitismus setzen!“

Zu dem Vorfall äußert sich der Vorsitzende der JA Berlin David Christopher Eckert wie folgt:

„Die JA Berlin ist der Einladung von Dieter Kosslick gerne gefolgt, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen und den Dialog zu fördern. Das es für AfD-Mitglieder inzwischen nicht mehr möglich ist unverletzt einem Kinobesuch nachzugehen, ist eine gefährliche Entwicklung. Gestern Abend wurden mitten in Berlin politisch Andersdenkende und Juden gejagt, attackiert und verletzt. Das die Berlinale und die Berliner Polizei nicht dazu in der Lage war uns eine sichere Teilnahme zu ermöglichen, offenbart, wie gewaltbereite Linksextreme inzwischen das Berliner Straßenbild prägen. Wir verurteilen die Gewalt aufs Schärfste und fordern die Politik sowie unsere Sicherheitsbehörden dazu auf, dem Linksextremismus endlich den Kampf anzusagen. Die Sicherheit der Bürger Berlins darf nicht dem Faustrecht der Straße weichen.“

Im Video kurz nach der Tat spricht der aufgebrachte Vadim Derksen noch von einer „Glasflasche” statt “Weinglas”.  Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nichts von seiner Stichverletzung:

Kein Kommentar der Berlinale zum Angriff auf jüdische Besucher

Auf unsere Anfrage hin sagte eine Sprecherin der Berlinale: „Die Veranstaltung wurde seitens der Berlinale von vornherein mit besonderen Sicherheitsmaßnahmen und in enger Absprache mit der Polizei geplant. Es wurden verstärkt Sicherheitskräfte seitens Festival als auch Polizei eingesetzt, sowohl am Kino als auch im Umkreis des Kinos. Die Berlinale verurteilt grundsätzlich jegliche Gewalt und setzt sich für ein friedliches Miteinander ein.“

Auf die Frage, wie die Berlinale zum Angriff auf jüdische Besucher stehe oder ob Dieter Kosslick das Gespräch mit der JA suchen oder sich entschuldigen werde, ging die Berlinale nicht ein.

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