(Josef Hueber) Sarah Honig, ehem. politische Korrespondentin der Jerusalem Post, äußerte sich zu dem Kippa-Urteil, wonach ein jüdischer Mitbürger wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. 

Eine basale Methode der Psychotherapie lautet gemäß fachärztlicher Definition: „Für den Veränderungsprozess ist eine neutrale Außenperspektive hilfreich, wenn nicht sogar erforderlich.“

Angesichts eines nicht mehr zu leugnenden, aber auch in Zweifel gezogenen, anwachsenden Antisemitismus in Deutschland ist es deswegen erhellend, die Perspektive aus Israel einzubeziehen. Sarah Honig nimmt Stellung:

AUS  JÜDISCHER  PERSPEKTIVE SIEHT DIE REALITÄT ANDERS AUS

Die FAZ hatte nichts dagegen, als unlängst in einem Artikel bestritten wurde, dass es einen zunehmenden Antisemitismus in Deutschland gebe. PP kommentierte diese These, die mit fadenscheiniger Zahlenspielerei Evidentes im Bewusstsein einer aufmerksamen Öffentlichkeit als Wahrnehmungstäuschung entlarven wollte.

Die Außenperspektive der Journalistin Sarah Honig spricht eine andere Sprache. Man lese ihre Stellungnahme zu dem eingangs erwähnten Gerichtsurteil gegen einen deutsch- jüdischen Mitbürger. Das englischsprachige Original befindet sich im Anschluss der Übersetzung.

ZWEIFEL AM „NIE WIEDER!“ OFFIZIELLER BETEUERUNGEN

„ Ich habe den anhaltenden Eindruck,  dass wir eine neue Version der dunklen 1930er Jahre im 21. Jahrhundert  durchleben. In meiner Jugend war ich sehr zuversichtlich, dass sich der Holocaust und die abgründig böse Indoktrination, die ihm vorausging, nie wiederholen würden.

Jetzt habe ich diesbezüglich noch nicht einmal mehr eine kleine Hoffnung. Ich denke, dass wir alle am Rande eines schrecklichen Abgrunds stehen. Politische Korrektheit dient der Rechtfertigung und Desinfektion der hinterhältigen, modernen Formen von Hass und Indoktrination. Aber wenn man das zu behaupten wagt, wird man zu einer Art Ketzer, verunglimpft von denen, die mit geradezu religiöser Inbrunst die Meinung des  Establishments wiederholen.

Dieser Eindruck wird durch das absurde Kippa-Urteil und die Zunahme des Antisemitismus, begleitet von einem zunehmenden Philo-Islamismus, noch verstärkt. Rationalem Denken sind  diese Abscheulichkeiten gegen den gesunden Menschenverstand und die dahinterstehende Logik nicht vermittelbar.“

DIE DNA DES ANTISEMITISMUS

Israelis haben einen Drei-D-Test für Antisemitismus, d.h. dessen bigotte „Kritik“.

Kritik [an Israel] wird antisemitisch, wenn sie Folgendes beinhaltet:

  1. Dämonisierung des jüdischen Staates
  2. Delegitimierung des jüdischen Staates
  3. Unterschiedliche Standards bei der Beurteilung des jüdischen Staates und anderer Staaten

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HIER DIE ORIGINALE VERSION IN ENGLISCH:

I keep feeling that we are living through a 21st century version of the dark 1930s. In my youth, I was very confident that the Holocaust and the evil indoctrination that preceded it, would never again be repeated.

I am no longer even a little bit confident of that. I feel that we are all precariously on the brink of an awful abyss.

Political correctness serves to justify and sanitize the sly modern forms of hate and indoctrination.

But if you dare say so, you become a heretic of sorts, vilified by those who religiously repeat the establishment’s line.

This is accentuated by the absurd kippa verdict and the increase of anti-Semitism accompanied by rising philo-Islamism.

The rational mind cannot comprehend these atrocities against common sense and straightforward logic.

Israelis have a three-D test for anti-Semitism, i.e. bigoted “criticism”.

The criticism becomes anti-Semitic if it includes the following:

  1. Demonization of the Jewish state.
  2. Delegitimization of the Jewish state