Merkels illegale Grenzöffnung ist für viele Bürger nicht zu begreifen. Beim Versuch eine Erklärung für sich zu finden, liest man immer wieder die Vermutung, dass die Arbeitgeber ein Interesse daran hätten, um an billige Arbeitskräfte zu kommen. Philosophia Perennis erklärt, warum dieser nahe liegende Gedanke falsch ist.

Einiges spricht tatsächlich für diese Annahme. Der Arbeitsmarkt ist zunächst einmal ein Markt, d.h. Angebot und Nachfrage treffen sich bei einem sog. Gleichgewichtspreis. Und es scheint logisch, dass bei einem steigenden Angebot an Arbeitskräften dieser Gleichgewichtspreis sinkt. Das gilt auch -noch ein Argument für die These- für Tätigkeiten, die nicht miteinander vergleichbar scheinen.

Gibt es für einfachste Tätigkeiten ein Überangebot an Arbeitskraft, so zieht das theoretisch auch die höherwertigen Arbeiten im Lohn nach unten in einer Art Kaskadeneffekt. Das Gegenteil kann man etwa in der Schweiz beobachten, wo das Portal jobs.ch für Reinigungskräfte einen Jahreslohn von fast 52.000 Franken bzw. 47.000€ im Durchschnitt nennt.

Haben die Arbeitgeber also ein Interesse an Merkels Grenzöffnung?

Dazu muss man sich zunächst ansehen, wer zu uns kommt. Wurde Anfangs noch von Medien und Politik gelogen, was das Zeug hält, so stehen heute immer mehr Daten zur Verfügung, die eine andere Sicht aufdrängen.

„Flüchtlinge zahlen unsere Renten“ so Oppermann (SPD) 2015 oder die Frankfurter Rundschau im Februar 2016 – diese offensichtlichen Lügen kann man heute niemand mehr verkaufen.

76% der „Schutzsuchenden“ ohne Ausbildung

Diese ernüchternden Zahlen nennt die Arbeitsagentur in einer Veröffentlichung vom Dezember 2018. Nur 40% haben eine -wie auch immer geartete „weiterführende Schule“ besucht. Deutsch dürfte dabei in den wenigsten Fällen auf dem Stundenplan gestanden haben.

Betrachtet man den deutschen Arbeitsmarkt, dann ist diese Gruppe also genau in dem Bereich, in dem wir selbst seit Jahrzehnten ein Überangebot haben. Aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit beziffern die Arbeitslosigkeit für Akademiker mit 2,1%, bei beruflicher Ausbildung mit 3,4 %. Ohne Ausbildung jedoch mit 16,6 %.

Warum sollten also Unternehmen Interesse an Einwanderung von Menschen mit einem Ausbildungsstand haben, bei dem bereits massive Arbeitslosigkeit, also ein deutliches Überangebot an Arbeitskräften herrscht?

Illegale Migration als „Zukunftschance“ auf billige Arbeitskräfte?

Sollten Unternehmen dann wenigstens ein Interesse an künftigen, billigen Arbeitskräften haben und deswegen die Verursacherthese stimmen?

Vorweg: Nein. Denn genau diese Arbeitsplätze werden immer weniger werden. Industrie 4.0, die immer weiter fortschreitende Digitalisierung und insbesondere die immer intelligenter und vielseitiger einsetzbare Robotik werden in absehbarer Zeit viele niedrig qualifizierte Jobs wegfallen lassen. Ob in 20 Jahren noch menschliche Taxi- oder LKW Fahrer das Bild auf den Strassen prägen -um einen typischen Job von Niedrigqualifizierten als Beispiel zu nehmen- das wage ich stark zu bezweifeln.

Das IAB etwa benennt die Verluste in den nächsten 10 Jahren auf rund eine halbe Million, die dafür in höherqualifizierten Bereichen neu entstehen. Unterm Strich ist das eine sehr gute Entwicklung, denn es bedeutet ein Ansteigen des Lebensstandards, aber keine gute Nachricht für schlecht Qualifizierte.

Also auch hier: kein Interesse der Arbeitgeber.

Wir qualifizieren die illegalen Migranten?

Das nächste Argument, dass die These zu stützen scheint ist eines der Lieblingsargumente von notorischen Weltverbesserern ohne praktische Lebenserfahrung: Wir nehmen die unqualifizierten , des Deutschen nicht mächtigen Menschen und qualifizieren Sie. Am Ende der „neue Mensch 2.0“ : der Mechatroniker aus Kenia in der Grube bei Ihrer Mercedesniederlassung.

Lassen wir die Frage, ob die Kosten das sinnvoll erscheinen lassen, beiseite. Geht das überhaupt?

Erlernen der Fremdsprache Deutsch, die einer völlig anderen Sprachfamilie als die Eigene angehört und zwar so gut, dass man das technische Handbuch versteht? Im Erwachsenenalter? Und dann noch eine hochkomplexe Berufsausbildung, an der schon ein guter Teil der hier Geborenen scheitert? So blond kann man doch gar nicht sein, dass man das ernsthaft annimmt. Und so weltfremd.

Wäre das so einfach, warum haben wir dann bei den hier geborenen „bildungsfernen Schichten“ seit Jahrzehnten Probleme das hinzubekommen, was uns bei den illegalen Migranten als möglich verkauft wird?

Wenn das so simpel wäre, dann hätten uns als führende Wirtschaftsmacht schon längst ehrgeizige Länder wie China oder Thailand überholt und abgehängt. Die Tatsache, dass wir in den letzten Jahrzehnten den Aufstieg zahlreicher Länder, angefangen mit Japan, Korea über die Republik China und Thailand bis hin zum gewaltigen Reich der Mitte ganz gut überstanden haben, sollte uns eigentlich zeigen, dass es nicht so einfach ist die hochqualifizierten deutschen Arbeitskräfte auf Knopfdruck „herzustellen“.

Der Gedanke erscheint mir eher linke deutsche Großmannssucht zu sein. Der Traum, die perfekte Welt herbeiführen zu können. Allmachtsfantasien.

Und selbst wenn man für einen Moment annimmt, die Arbeitgeber hätten ein Interesse an niedrigqualifizierten Arbeitskräften, dann taucht doch für praktisch denkende Menschen sofort die Frage auf: warum nicht aus der EU?

Es gibt bei vielen unserer Nachbarn verfügbare Arbeitskräfte, kulturell uns deutlich näher stehen, oft mit guter schulischer Ausbildung glänzen und mit Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt als EU Bürger praktisch sofort verfügbar wären. Das was uns als Vorteil der illegalen Migration angeboten wird, gibt es also schon längst, aber mit deutlich weniger Nachteilen. Wird das genutzt?

Die These blendet die Alternativen aus

Das wichtigste Argument zum Schluss. Nehmen wir einmal an, illegale Migration führt doch über Qualifizierung zu mehr Fachkräften und damit zu sinkenden Löhnen und befriedigt somit die Annahme, dass Unternehmen Interesse an der Grenzöffnung hatten.
Das Argument lässt aber Eines völlig außer Acht: die Alternative der Produktionsverlagerung.

Bei uns kostet selbst ein Arbeitnehmer mit Mindestlohn über 1.700€ pro Monat. Der gleiche Arbeitnehmer kostet in Vietnam 150€, in China 310€. Über die unterschiedlichen Arbeitsschutzvorschriften wollen wir gar nicht erst reden. Bei diesen Unterschieden leuchtet es sofort ein, warum die ganze These sinnlos ist und auf Milchmädchenrechnungen beruht.

Die Zahlen zeigen: Unternehmen haben kein Interesse

Zum Schluss noch der Realitätscheck: Wie sieht es in der Praxis aus?

Was uns die Bundesagentur für Arbeit in der o.g. Publikation als Erfolg verkauft, ist in Wirklichkeit ein Beweis des Scheiterns. Im Dezember 2018 waren als „arbeitssuchend“ 456.000 „Geflüchtete“ registriert. Im ganzen Jahr 2018 sind 99.000 in den sog. Ersten Arbeitsmarkt abgegangen, davon 86.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Fast 31.000 davon „Arbeitnehmerüberlassung“. Gastgewerbe 10.100, Handel & Kfz Reparatur 8.500, verarbeitendes Gewerbe 7.000. Und dass bei einer Förderung durch Maßnahmen der „aktiven Arbeitsmarktpolitik“ von 77.000 Personen.

Die nahe liegende Erklärung, dass Arbeitgeber quasi im Hintergrund die Fäden ziehen und für die illegale Migration verantwortlich sind, kann mal also getrost als falsch bezeichnen.

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Anmerkung: Heute feiert Patrizia von Berlin, wie wichtigste Mitarbeiterin von PP, ihren Geburtstag.

Ich möchte ihr auch hier dankbaren Herzens – ich erlaube mir: auch im Namen aller Leser – ganz herzlich zu gratulieren:

Alles erdenklich Gute und ad multos annos! (David Berger)