Upload-Filter & Co in der EU: Ist das freie Internet noch zu retten?

11
(c) Pixabay CC0

Die Urheberrechtsreform hat die Abstimmung des Rechtsausschusses durchlaufen – nun geht es im finalen Schritt an das EU-Parlament. Hierbei ist die Rede von einer Reform, die das Internet, wie wir es kennen, massiv einschränken wird. Informations- und Meinungsfreiheit sind bald nur noch Begriffe einer vergessenen Kultur, die einst das Netz ausmachte.

Eine Petition versucht nun in letzter Minute das Unheil aufzuhalten. darin heißt es:

„Wir wenden uns hiermit direkt an die Abgeordneten des EU-Parlaments: Beenden Sie diesen Wahnsinn und sprechen Sie sich offen gegen die Artikel 11 und 13 aus. Stimmen Sie (voraussichtlich) am 4. Juli gegen die Urheberrechtsreform im digitalen Binnenmarkt und setzen sich damit für die Rechte und Freiheiten jener Bürger ein, die Ihnen ihr Vertrauen schenken.

Leistungsschutzrecht

Artikel 11 des Reformvorschlags der EU-Kommission konzentriert sich vor allem auf das Leistungsschutzrecht der Informationsanbieter. Konkretisierte Presserechte sollen die Inhalte ebendieser Anbieter schützen und erfordern für deren Verwendung den Erwerb einer Lizenz. Das wird vor allem Seiten wie Bundlenews oder andere Nachrichtenportale massiv in Mitleidenschaft ziehen, da zitierte Texte als Urheberrechtsverstoß deklariert werden könnten.

Die Problematik hierbei ist vergleichsweise simpel: Ein großer Teil der Anbieter von Nachrichten im Netz lebt von Seitenaufrufen und den daraus resultierenden Werbeeinnahmen, die generiert werden, wenn Nutzer über externe Links auf sie zugreifen. Ist ein Portal nicht willens oder in der Lage für die notwendigen Lizenzen zu zahlen, bleiben auch ebendiese Aufrufe aus. Der Gesetzesentwurf, welcher ursprünglich die Anbieter unterstützen sollte, wird ihnen auf diesem Wege die Existenzgrundlage nehmen.

Upload-Filter

Die Umsetzung des 13. Artikels hat eine komplette Echtzeitfilterung der Inhalte, die künftig im Netz hochgeladen werden, zur Folge. Letztlich bedeutet das: Jedes Datenpaket wird in Zukunft von einem potentiell fehleranfälligen Algorithmus automatisiert geprüft werden. Dies ist vergleichbar mit dem fehlerhaften Algorithmus von YouTube, bei dem häufig auch fälschlicherweise Inhalte gelöscht werden, welche nicht urheberrechtlich geschützt sind.

Lässt man sich den Gedanken eines alles analysierenden Algorithmus‘ erst mal auf der Zunge zergehen, so ist ein Orwell’sches Szenario à la „1984“ nicht mehr weit entfernt. Wir stehen derzeit einem Umbruch gegenüber, der die uns bekannte Netzkultur nachhaltig verändern kann.

Unsere Forderung an die EU:

Wir fordern, dass die Mitglieder des EU-Parlamentes nicht denselben Fehler begehen wie der Rechtsausschuss am 20. Juni. Stimmen Sie bei der Abstimmung im Plenum gegen die Urheberrechtsreform im digitalen Binnenmarkt und damit insbesondere gegen die Artikel 11 und 13. Durch ihre Position im Parlament haben Sie die Verpflichtung, die Meinung und Werte der Bürger Ihres Landes zu vertreten und ihre Freiheit zu bewahren.

Hier geht es zur Petition: CHANGE.ORG

Meine Artikelbewertung ist (1 / 1)

11
Hinterlassen Sie einen Kommentar

avatar
400
11 Comment threads
0 Thread replies
2 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
8 Comment authors
einhandschreiberLausitzerBrockenteufelGunnar BredemeyerRealistischer Recent comment authors
  Abonnieren (alle Kommentare oder nur meine Kommentare)  
neueste älteste beste Bewertung
Ich möchte benachrichtigt werden zu:
einhandschreiber
Gast
einhandschreiber

ich war einer der ersten 100 000 in d die das internet benutzen und habe auch die usa kontakte damals genossen weil sex auch der hauptgrund des internets war .., heute sind es alle möglichen die im internet ihre gedanken mitteilen. dies ist human weil wir alle unterschiedlich sind und nur gott uns zusammenhält. das internet ist niemals kontrollierbar. siehe tor und weitere werden folgen ..

einhandschreiber
Gast
einhandschreiber
Meine Artikelbewertung ist :
     

was fuer eine frage. das internet ist frei und wird immer frei bleiben. wenn deutschland das internet vergewaltigt gehe ich in der zukunft über bangladesch und papua ins internet.

Lausitzer
Gast
Lausitzer

Vor 15 Jahren erzählte mir ein Chinese, dass in China jeder wissen könne, wie man Zensur umgehen kann, aber es kaum einer täte. Ich war verblüfft, hielt die Chinesen für bescheuert.

Und heute? Heute ist es hier so wie damals in China. Die Leute bitten die Regierung darum, die Zensur zu lockern.

Sic transit gloria mundi.

Lausitzer
Gast
Lausitzer

> Das Internet, wie wir es kennen
Ich bin inzwischen alt, kenne das Internet von vor 20 Jahren. Da war was los!
Da wurden Sachen online gestellt und heruntergeladen, wofür heute die Beteiligten nachts von der Polizei aus dem Haus geholt und für Jahre in den Knast kämen.
Da haben Behörden verzweifelt versucht, sichere Verschlüsselung zu verbieten, und es wurde trotzdem gemacht.

Lausitzer
Gast
Lausitzer

Statt sich um Juristerei zu kümmern, sollte man sich lieber um Technik kümmern.
„Das Internet“ ist kein Hexenwerk. Die technischen Möglichkeiten gibt es, und wenn sie frecherweise genutzt werden, können die Zensoren im Dreieck springen.

Wer aber nur ein Smartphone kaufen und benutzen kann, muss das fressen, was ihm damit geboten wird.

Brockenteufel
Gast
Brockenteufel

Diese Petition gibt es schon länger. Habe sie schon vor einiger Zeit unterschrieben.

Gunnar Bredemeyer
Gast
Gunnar Bredemeyer

Es ist nicht mehr zu stoppen. Die Super-Kriminellen in Brüssel werden alles durchziehen, eine Diktatur zu errichten, die es in der Geschichte der Menschheit noch nie gegeben hat. Lügen kommen alle irgendwann heraus. Das ist diesen Lebewesen aber absolut egal. Sie werden dann wie Götter über der neuen Bevölkerung stehen, doch sie unterschätzen den Islam. Die Geister die ich rief,…?

Realistischer
Gast
Realistischer

Die Fehler in den Filtern könnten durchaus auch – selbstverständlich nur rein zufällig und ohne jede Absicht oder gar Bezahlung – bestimmte Inhalte bevorzugen oder benachteiligen.

gabriele herrmann
Gast
gabriele herrmann

Ich wurde wegen eines Beitrages 30 Tage gesperrt, mittlerweile wurde aber dieser Beitrag wieder frei geschaltet, weil er NICHT gegen die Richtlinien verstößt, jedoch ist mein Konto trotzdem weiterhin gesperrt und wird weiterhin aufrecht gehalten, was kann ich dagegen tun?

Religionsfeind
Gast
Religionsfeind

Das macht diese Verbrechergesellschaft von Verrätern, korrupten Versagern und dreisten Abzockern natürlich nicht!

Ansgar Quabius
Gast
Ansgar Quabius

Diese Volltrottel in BRX.
Die EU produziert schon wieder so’n quatsch! Typisch. Auch die Diktaturen werden umgegangen wie in China, Iran, Türkei usw.
Die Anbieter von VPN und Verschlüsselungssysteme werden sie sich riesig freuen.
Absurdistan: mit unsere Steuergelder möchten diese realitätsfremde Elite uns kastrieren und wir müssen dann Geld ausgeben um diese Zensur zu umgehen.