(A.R. Göhring) Wie die Journaktivisten und Satiriker/Kabarettisten müssen auch politische Zeichner sich an den grün-(anti?)faschistischen Zeitgeist halten. Man darf/muß sich über Trump, die AfD und ähnliche Orks und Teufel lustig machen; linke Politiker, Intellektuelle und deren Konzepte hingegen sind weitgehend tabu. Erst recht natürlich die Heiligen Kühe dieser Protagonisten, die „Flüchtlinge“ und die Vertreter der „Religion der Toleranz und des Friedens“.

Dabei drängen sich die linken Denker und ihre realitätsfeindlichen Konzepte geradezu auf, verhöhnt zu werden. Menschgemachte Klimaerwärmung, die sich auch in Atlantik-Vereisung manifestiert? Dritte und andere Geschlechter, reich an Zahl? Frauenfeindliche und mittelalterliche Kulte, die den erfolgreichen und sozialen Westen an Moral und Güte übertreffen? Eine zukunftsfähige schrankenlose Europäische Union, die uns eine ruinöse Währung und Massenimmigration beschert? Von Jörg Meuthen wissen wir, dass derlei

(c) Zeller Zeitung

Unsinn den Satirikerberuf fast schon überflüssig macht.

Solcherlei rosarote Taka-tuka-Land-Konzepte aus dem begrünten Altbau-Universum fern des Arbeiters und Moslemimmigranten werden nur von einigen wenigen Satirikern und Karikaturisten wie Dieter Nuhr, Ludger Kusenberg  und Wumo attackiert – ein wenig.

Ganz anders ist der für seine lakonischen Aquarelle bekannte Bernd Zeller, der schon für die Achse des Guten, den Eulenspiegel und aktuell für alternative Blogs wie Tichys Einblick gearbeitet hat. Seine „Zeller-Zeitung“ ist eine Art rechter Postillon – nur noch lustiger. Auch empfehlenswert: der Tagesschauder .

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Bernd, Du bist ein gelernter DDR-Bürger und hast zur Wendezeit mitdemonstriert. Wie beurteilst Du die Meinungsfreiheit der Berliner Republik im Jahre 2018?

Ich habe leider zur Wendezeit nicht mitdemonstriert, das habe ich anderen überlassen, weil ich dachte, es nützt ja sowieso nichts.

Erst nach sicherer Wende habe ich gemerkt, dass sie doch möglich gewesen ist, und mir vorgenommen, nicht noch einmal bei einer Diktatur mitzumachen.

Ich dachte allerdings, dies sei dann mit der Wiedervereinigung erledigt.

Die aktuelle Meinungsfreiheit ist in dem verdienten Zustand. Freiheit ist immer die Freiheit der anderen, deshalb wird sie mehrheitlich abgelehnt.

Wie lebt es sich als rechter Karikaturist? Der katholisch-konservative Spitzenjournalist Matthias Matussek wurde aus Spiegel und Welt herausgeekelt; und selbst der lustige Henryk Broder ist seit 2015 nicht mehr allzu wohlgelitten. Bekommst Du nach Silvester 2015 mehr Aufträge?

Man ist offenbar schon rechts, wann man was kann. Ich muss aber anmerken, dass die Titulierung rechts eine linke Zuschreibung wäre, ich mache Allgemeinprogramm. Das ist unlinks, aus linksextremer Sicht rechts, aber die Gesellschaft ist so nicht aufgeteilt.

Geht mir wohl wie Willy Brandt, der sagte, er sei immer derselbe, aber je nach Parteimehrheiten in der Wahrnehmung mal links und mal rechts.

Gleichheit vor dem Recht, keine politische Macht für die Religion, die Perspektive bei der Arbeit ansetzen, das Volk gegen die Herrschenden verteidigen, das sind eigentlich ursprünglich linke Haltungen, aber damit kann man den Jusos nicht kommen.

Mehr Aufträge werde ich erst wieder kriegen, wenn Silvester 2015 in den Zeitungsredaktionen stattfindet.

Kriegst Du als rechter Gott-sei-bei-uns Drohungen und Angriffe? Du bist ja in Deiner Wohnstadt von vielen Linksakademikern und Antifa-Studenten umgeben.

So etwas nimmt einen Dienstweg, man wird erst ermahnt, und es muss einen szenetypischen Gewinn geben für die, die den örtlichen Karikaturisten unschädlich machen. Es ist auch nicht so, dass wegen einer Karikatur der Antivolksgerichtshof einberufen wird, das gäbe einen Aufmerksamkeitseffekt, sondern das läuft eher so wegen einem Interview wie diesem,

„der spricht mit denen und distanziert sich nicht von denen, die so einen wie den interviewen, der gehört also zu denen, die weg müssen.“

Es gibt allerdings auch keinen Grund, das Publikum zu unterschätzen, die wenigsten wollen immer wieder nur ihre ideologischen Bestätigungen. Wenn man antritt, um undumm zu unterhalten, stört das nur die dummen Chefideologen. Auch Studenten kann man ernst nehmen, auch wenn das für die eine neue Erfahrung wäre.

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