Ein Gastbeitrag von Adrian F. Lauber

Die deutsche Erinnerungskultur ist so verlogen, dass mir dazu nicht mehr viel einfällt. So viel kann ich gar nicht fressen, wie ich brechen möchte.

Masseneinwanderung aus einem Kulturkreis, in dem der Judenhass alltäglich ist, sollen wir unkritisch gutheißen, weil wir sonst angeblich rassistisch und menschenfeindlich sind.

Dass Juden bereits aus Frankreich, Schweden und anderen europäischen Ländern abhauen, weil sie sich angesichts der Hetze und Gewalt, die natürlich nicht nur, aber eben zu einem großen Teil von radikalen Muslimen ausgehen, wird geflissentlich ignoriert. Ich würde auch keine Wetten drauf annehmen, dass die Deutschen einen Finger krumm machen werden, sollten auch deutsche Juden in absehbarer Zeit das Weite suchen. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass viele sagen werden, sie hätten nichts gewusst und nichts gesehen.

Mit dem totalitären Mullah-Regime des Iran machen deutsche Politiker und Konzerne Geschäfte, obwohl für jedermann leicht nachprüfbar ist, dass dieses Regime Judenhass und Terrorismus fördert, die Opfer des Holocaust in Cartoon-Wettbewerben verhöhnt, den Holocaust sogar regelmäßig leugnet und den jüdischen Staat Israel auslöschen will. Aber Sigmar Gabriel, einer meiner „Lieblingspolitiker“, hatte es nach Abschluss des desaströsen Atomdeals mit dem Iran ganz eilig, nach Teheran zu reisen und Geschäfte für die deutsche Industrie anzubahnen.

Aber ganz couragiert und mutig sind wir geschichtsbewussten Deutschen, wenn es gegen einen Toten geht, der sich nicht mehr wehren kann und von dem nicht bewiesen ist, ob er sich irgendwelcher Verbrechen schuldig gemacht hat.

Ich rede von Horst Tappert. Weil er als junger Mann im Zweiten Weltkrieg bei der Waffen-SS war, ist er nun für alle persona non grata und sein ganzes Lebenswerk, vor allem die Serie „Derrick“, nichts mehr wert. Da zeigen die deutschen Gesinnungsethiker unter äußerster Konzentration ihres ganzen Hodenstolzes, wie moralisch sie sind, indem sie den Verstorbenen sozusagen aus dem Sarg heraus vor das Tribunal der Gerechtigkeit stellen und aburteilen.

Nun gut. Es völlig klar, dass die SS eine verbrecherische Organisation war. Aber nicht jeder, der ihr angehörte, hat auch persönlich Verbrechen begangen oder daran teilgenommen. Auch war in der Endphase des Krieges nicht jeder freiwillig dabei. Ich kenne persönlich einen Mann, der als Sechzehnjähriger (als der Krieg im Grunde schon verloren war) in die Waffen-SS eingezogen wurde, ohne danach gefragt zu werden, ob er das wollte. Ich kenne ihn lange und gut genug, um mit Sicherheit sagen zu können, dass dieser Mann kein Nazi ist.

Was Horst Tappert anbelangt, so wissen wir schlichtweg kaum etwas über seine Kriegserlebnisse. Er hat wenig darüber gesprochen. Wir wissen nicht, ob er freiwillig bei der Waffen-SS war und wenn ja, aus welchen Motiven. Wir wissen nicht, ob er im Krieg Verbrechen begangen hat.

Gilt für Horst Tappert nicht der rechtsstaatliche Grundsatz „innocent until proven guilty“?

In bundesrepublikanischer Zeit war Tappert meines Wissens ein gesetzestreuer Bürger und nie ist ruchbar geworden, dass er irgendetwas mit rechtsextremen Kreisen und deren Aktivitäten zu tun gehabt hätte.

Auch fällt mir auf, wie wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen wird. Auch Günter Grass war als junger Mann in der Waffen-SS. Gut, er wurde dafür kritisiert, das lange verschwiegen und sich gleichzeitig immer wieder als das moralische Gewissen der deutschen Nation aufgespielt zu haben. Aber der Mann hat nicht ansatzweise eine vergleichbare Ächtung erfahren wie Horst Tappert. Ich frage mich, warum.

Gut, ich geb’s zu. Ich bin kein neutraler Beobachter in dieser Sache. Ich bin ein großer Fan von „Derrick.“ Horst Tappert und Fritz Wepper als Stephan Derrick und Harry Klein waren für mich so etwas wie Helden. Die späteren Derrick-Jahre habe ich als Kind auch noch mitbekommen und ältere, vor meiner Zeit gedrehte Folgen später als Wiederholung gesehen. Derrick war für mich ein vorbildlicher cooler Gentleman.

Insofern geht es mir einfach nahe, wie Tapperts Lebenswerk nun völlig entwertet wird. Ich würde das nur dann verstehen können, wenn bewiesen wäre, dass Horst Tappert ein Verbrecher war. Aber so?

Ich bin froh, dass es das Internet gibt. So kann ich trotz Tapperts Ächtung immer noch Derrick schauen, wenn mir danach ist. Das ist zum Abend sehr angenehm – vielleicht u. a. deshalb, weil mich die Serie an eine Zeit erinnert, als noch keiner wusste, was politische Korrektheit, Gender Mainstreaming und der ganze andere Schrott ist, und als Angela Merkel noch lange nicht Bundeskanzlerin war.

avatar
400
17 Comment threads
27 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
29 Comment authors
Thorben MeyerWerrwulfO.L.I.T.ADerHofnarrKirchfahrter Archangelus Recent comment authors
  Abonnieren (alle Kommentare oder nur meine Kommentare)  
neueste älteste beste Bewertung
Ich möchte benachrichtigt werden zu:
Christian
Gast
Christian

Nur weil man bei der Waffen SS war muss man selber ja nichts schlimmes getan haben, es gibt ja auch bei den Hells oderBandidos Member ohne kriminellen Hintergrund, mal hier keinen Generalverdacht aussprechen…den gibt es glaub ich nur bei Politikern , die sind alle verlogen und korrupt !

Edwin F.
Gast
Edwin F.

Mehr noch, im Gegensatz zu der Würdigung der im Artikel genannten Personen ist Günther GraSS auch nach 1945 ein Verbrecher geworden oder geblieben, insbesondere, als er 1990 gegen die Wiedervereinigung gehetzt hat, daß das Deutsche Volk wegen ewiger Schuld nicht das Recht auf Selbstbestimmung hätte. Ganz abgesehen davon, daß er den unehelichen Kanzler Herbert Frahm (besser bekannt unter seinem norwegischen Aliasnamen Willy Brandt) 1972 über die Leichen der Deutschen in den Ostgebieten, auf die Frahm-Brandt verzichtet hat, gegangen ist.

Felizitas Küble
Gast

Mein Vater Anton Küble kam 1944 mit 16 Jahren ins Gefängnis nach Ulm (Oberschwaben), weil er sich geweigert hatte, in die Waffen-SS zu gehen. (So „freiwillig“ war das damals.) Als er sich immer noch weigerte, wurde er an die Ostfront geschickt. Dort wurde eine ganze Mannschaft ungefragt der Waffen-SS zugeführt, auch er. Somit kam er als Widerständler zwangsweise in diese Organisation. So sieht es bisweilen aus!
Zudem sollte man zwischen der feldgrauen Waffen-SS und der noch weitaus schlimmeren Schwarzen SS unterscheiden. Auch hier wird oft alles in einen SS-Topf geworfen.
Freundliche Grüße!
Felizitas Küble

Willemsen
Gast
Willemsen

Auch auf dieser Seite darf man Wahrheiten offenbar nur „begrenzt“ aussprechen.
Bedanken will ich mich für die Zensur nicht.

Von Rupp
Gast
Von Rupp

Aber die nach wie vor in Deutschland existierenden Kommunisten stören niemanden, und die Gleichstellung des Kommunismus mit dem Nationalsozialismus geht auch nicht, obwohl es wesentlich mehrere Opfer unter kommunistischer Herrschaft gab und nach wie vor gibt, als es dem Nationalsozialismus gelungen ist zu schaffen.

Ralf Pöhling
Gast
Ralf Pöhling

Zitat:“Ich kenne persönlich einen Mann, der als Sechzehnjähriger (als der Krieg im Grunde schon verloren war) in die Waffen-SS eingezogen wurde, ohne danach gefragt zu werden, ob er das wollte.“ Meinen Vater hatten die Männer in schwarzen Ledermänteln, wegen eines dummen Kommentars gegenüber einem scharfen NSDAPler der im selben Haus wohnte, damals vor die Wahl gestellt: Lager oder Front. Er hatte sich dann verständlicherweise für die Front entschieden und dann Glück, nicht bei der SS, sondern bei der Kriegsmarine gelandet zu sein. Die Annahme, damals wären alle deutschen Soldaten glühende Nazis gewesen, ist falsch. In einem zentralistisch organisierten Staat, bedarf… Mehr lesen »

Heidrun Dietz
Gast
Heidrun Dietz

Danke für den Artikel.

Daniela Nowicki
Gast
Daniela Nowicki

Harry, hol schon mal den Wagen! 😀

maru v.
Gast
maru v.

Keine Ahnung, ob Tappert bei der SS war, hab noch nie davon gehört. Aber er ist mit „Derrick“ ein echter Exportschlager. Wir waren mal vor ca. 10 Jahren in einem Dorf nahe Timbuktu in Mali, mitten in der Wüste. Abends sammelten sich die Leute auf dem Dorfplatz, es wurden Filme gezeigt. Plötzlich ertönte die vertraute Derrick-Musik. Wie Horst Tappert, so stellen sich die Leute im Ausland – jedenfalls dort, wo die Krimireihe gezeigt wurde – den typischen Deutschen vor. Wenn ich mich als Deutsche zu erkennen gab, kam oft wie aus der Pistole geschossen der beliebte Derrick-Satz, mit dem er… Mehr lesen »

lilie58
Gast

Die SS ist zur verbrecherischen Orhanisation erklärt worden. Ich denke, dass man trotzdem unterscheiden sollte zwischen der Allgemeinen SS und der Waffen SS. Gerade in den letzten Tagen des Krieges ist meines Wissens auch in die SS gezogen worden. Vor allem, wer eine bestimmte körperliche Größe hatte, der war im Visier.

O.L.I.T.A
Gast
O.L.I.T.A

Tappert wurde 1940 zur Wehrmacht eingezogen, da war er 17. Später kam er zur Waffen-SS WIE DER SCHÖPFER DER SPÄTEREN FERNSEHSERIE DERRICK, Herbert Reinecker. Was für ein Zufall. Nachzulesen hier https://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Tappert 1943, also mit 20 Jahren, war er bei der SS-Panzergrenadier-Division Totenkopf (…) eingesetzt. Also durchaus erwachsen. Was die Totenkopf-SS getrieben hat, kann man hier https://de.wikipedia.org/wiki/SS-Division_Totenkopf nachlesen. Selbst wenn dort „nur“ im Rang Grenadier“ ist es so gut wie unmöglich, dass er dabei unschuldig geblieben ist (…). Deshalb gilt in diesem Fall nicht „in dubio pro reo“, sondern vielmehr: Im Zweifel Finger weg! Und welcher Täter gesteht schon seine (Mit-)Schuld,… Mehr lesen »

EinFragender
Gast
EinFragender

Dieter Hildebrandt war auch Ex-Nazi und auch der Martin Walser.

… da redet auch niemand darüber.

MoshPit
Gast

Hat dies auf MoshPit's Corner rebloggt.

Pachacutec
Gast
Pachacutec

Lieber Herr Berger,
ich bin wie immer sehr mit allem, was Sie schreiben, einverstanden. Was ich aber, schon imGedenken an meinen Vater, richtigstellen möchte, ist, dass die Waffen-SS nach Kriegsende von den Siegermächten als „kämpfende Truppe“ wie die U-Boot-Waffe oder die Luftwaffe definiert wurde und nicht als verbrecherische Organisation.

Knurrhahn
Gast
Knurrhahn

Erst einmal herzlichen Dank, dass Sie für Herrn Tappert und auch den vielen Anderen, der teilweise 17 bis 18-Jährigen, welche durch „Gruppenzwang“ direkt vom RAD zur Waffen-SS sich „freiwillig verpflichteten“ oder direkt einberufen wurden, ein Statement abgeben. Erinnert sei u.a., dass in der berühmt & berüchtigten SS-Truppe „Dirlewanger“ ein Regiment aus ehemaligen „Freiwilligen“ KZ-Insassen (politischen Häftlingen) zusammengesetzt war. Die Zeit 1933-1945 ist leider bis dato mit dem schlimmsten Verbrechen (Holocaust) der Menschheitsgeschichte verbunden. Nichtsdesdotrotz ist aber Fakt, dass nicht NUR die SS und Waffen-SS Kriegsverbrechen begangen hat. Es fängt mit den Landesschützen an und hört mit Partisanenjagdkommandos der „normalen“ Divisionen… Mehr lesen »

Meckerer
Gast
Meckerer

Erinnerungskultur ??? Unser EX-BP Gauck hat auch davon gefaselt „wir müssen Uns erinnern“
Ich will hir mal etwas klarstellen: Erinnern kann man sich defacto nur und ausschliesslich an
Dinge, die man selbst erlebt und erfahren hat.
Dies ist Fakt und offiziell wissenschaftlich belegt.
Als Nachkriegskind habe ich daher doch recht erhebliche Lücken.

sagdiewahrheit
Gast
sagdiewahrheit

Für mich ist die jetzige Deutsche Regierung samt seiner Anhänger eine Schande. In Deutschland wird Judenhetze und Hetze gegen die eigenen Leute toleriert, während Islamisten und Moslems mit Samthandschuhen angefasst werden und noch mit Millionenbeträgen gefördert werden. All dies hatten wir schon einmal in Europa und wir wissen von wem es kommt, nämlich von links. Da.hilft kein Abstreiten, beschwichtigen und totschweigen, der Faschismus ist links angesiedelt. Ich habe auch noch nicht gehört, dass Juden sich in der sozialen Hängematte ausrasten, oder gewalttätig sind. Bei Moslems ist das an der Tagesordnung. Man muss diesen Islam und seinen Hass in Europa endlich… Mehr lesen »