(David Berger) Inzwischen ist die Merkel-Malaise der CDU im Wahlkampf nicht mehr nur auf Ost- und Mitteldeutschland beschränkt. Nahezu überall, wo Angela Merkel in der Endphase des Wahlkampfs auftritt, gesellen sich zum jubelnden Kaffeefahrtenpublikum und inzwischen auch Jubelsyrern Gruppen, die pfeifen und pöbeln.

An manchen Stellen ist der Ruf „Merkel muss weg“ lauter zu hören, als die Stimme der Kanzlerin, die den Menschen zeigen möchte, dass das Deutschland, in dem sie gut und gerne zu leben haben, ihr Werk ist und auch nur mit ihre weiter solche Fortschritte machen kann.

Dass da die Nerven ob solch frecher Majestätsbeleidigungen, die stark an Blasphemie grenzen, bei dem Hofstaat Merkels blank liegen, ist psychologisch verständlich.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber, bekannt für seine, in der Attitüde eines Autoverkäufers vorgetragenen rustikalen Äußerungen echauffierte sich denn auch gewaltig über die aktiv gewordenen Merkel-Kritiker.

Und sprach in der „Neuen Osnarbrücker Zeitung“ von „selbsternannten Patrioten“, die „mit der einen Hand AfD-Plakate schwenken und die andere zum Hitlergruß heben“: „Sie schreien und pöbeln, nerven die wirklich interessierten Besucher“.

Tauber kennt auch die Verortung dieser Merkelkritiker: Sie seien zu weiten Teilen „Rechtsextreme“.

Das riecht irgendwie stark nach einem fatalen Bagatellisieren des Rechtsextremismus und auch des Nationalsozialismus, Herr Tauber!