(David Berger) Die Türkei hat heute ihre seit langem diskutierte Volksabstimmung über die Einführung eines Präsidialsystems abgehalten. Im Prinzip ging es darum, für Staatspräsient Erdogan und seinen Islamisierungsplänen eine Ein-Mann-Herrschaft (Diktatur) herzustellen und die Oppositionskräfte auch verfassungsmäßig möglichst weit ins Abseits zu drängen.

Nach aktuellen Stand, es sind mehr als 98 % der Stimmen ausgezählt, hat sich eine knappe Mehrheit von 51,3 Prozent für die Einführung des Präsidialsystems ausgesprochen.

Damit ist das Ergebnis wesentlich knapper ausgefallen, als befürchtet. Hier wird man schwerlich von einem echten Sieg Erdogans sprechen können.

Alle Befürchtungen sind dagegen eingetreten, wenn man die Abstimmungsergebnisse anschaut, die Erdogan in Deutschland einfahren konnte. Hier haben sich 63,7 % für die Umwandlung der Türkei in ein Präsidialsystem und damit indirekt auch für Erdogan ausgesprochen.

Angesichts des knappen Wahlergebnisses ist sogar davon auszugehen, dass die Stimmen aus Deutschland das bekannte „Zünglein an der Waage“ waren … Der Blog „Tapfer im Nirgendwo“ schreibt dazu:

„63,5 Prozent wählten somit für Erdogans Machtergreifung. Und Hitler so: Respekt! Da soll noch mal einer sagen, die Türken in Deutschland seien nicht integriert.

Bei dem knappen Gesamtergebnis ist sogar klar: Die deutsche Stimme war wahlentscheidend. Herzlichen Glückwunsch, Deutschland. Du warst wieder dabei, als ein Führer gewählt wurde und wieder klang es aus Dir: Ja!“

Das heißt die Deutschtürken, die die Folgen der Umwandlung ihres Landes nicht selbst tragen müssen, stimmen für die Diktatur und Erdogan als den mächtigen Mann.

Dabei bleibt die Frage:

♦ Ist es ein „Minderwertigskeitskomplex der in Deutschland lebenden Türken“, wie Micky Beisenherz auf Twitter meint, der zu diesem Wahlverhalten der Deutschtürken geführt hat?

♦ Oder haben die Türken in Deutschland einfach beeinflusst von der Tatsache abgestimmt, dass man sich in auch in dem ihre Enklaven umgebenden Merkel-Land zunehmend an die Unterdrückung der Meinungsfreiheit und oppositioneller Kräfte gewöhnt?

Abgesehen von dieser Frage gibt es heute auch für die Deutschen einen Grund zur Freude:

Mit diesem Sieg Erdogans dürfte das Thema der Mitgliedschaft der Türkei in der EU (sollte diese noch länger Bestand haben) endgültig vom Tisch sein.