Für den über die Grenze Kölns hinaus bekannten, streitbaren Kommunalpolitiker Torsten Ilg (Freie Wähler), sind die geplanten Demonstrationen gegen den AfD-Parteitag im Kölner MARITIM-Hotel auch Ausdruck einer gewissen Hilflosigkeit der etablierten Parteien, die bis auf die Kölner CDU und die Freien Wähler ihre Teilnahme an der Demo zwar angekündigt haben, offiziell aber nicht so richtig genannt werden möchten.

Ilg kritisiert vor allen Dingen die Kölner FDP, weil sie mit ihrer Teilnahme an der Demo offensichtlich nicht erkennen will, dass das Kölner Bündnis „Gegen Rechts“, teilweise auch vor „Kumpaneien“ mit linksradikalen und kommunistischen Gruppen nicht zurückschreckt.

Ilg konkretisiert in einer aktuellen Stellungnahme seine Kritik:

Mich stört der vereinfachte Grundtenor der geplanten Demonstration. Man reduziert in Köln die Kritik an der AfD auf ein dumpfes Bauchgefühl. Nach dem Motto: Die wollen wir hier nicht haben, Basta! Das ist nicht nur naiv, sondern auch brandgefährlich, weil die AfD durch solch diffuse Pauschalkritik, eine Art Märtyrerstatus bekommt.

Die in Köln sehr oft zur Schau getragene „Einigkeit“ großer gesellschaftlicher Gruppen, auch „Kölsche Klüngel“ genannt, nimmt für sich immer sehr gern in Anspruch aus reiner Menschenfreundlichkeit zu handeln und eher unpolitisch zu sein.

Ilg
… über die Grenzen Kölns hinaus als streitbarer Politiker bekannt: Torsten Ilg

Ich unterstelle hier aber knallharte, parteipolitische Interessen. Wie kann es sein, dass sich diese Großdemonstration den Anstrich gibt, nicht parteipolitisch zu sein, wenn dann am Ende doch die altbekannte rot-rot-grüne Parteiprominenz, von Hannelore Kraft, Özlem Demirel, bis Chem Özdemir dort erscheint und erklärt, dies sei aber wirklich rein privat und man rede hier nicht als Parteienvertreter.

Mit Verlaub, das ist albern. Wir alle wissen wie wichtig es für SPD, Grüne, Linke und FDP nun einmal ist, kurz vor den wichtigen NRW-Landtagswahlen jede sich bietende öffentliche Bühne zu nutzen.

Die CDU ist gut beraten, sich nicht vor den politischen Karren eines „nebulösen Linksbündnisses“ spannen zu lassen.

Natürlich sollen und müssen wir Demokraten AfD-Politikern wie Höcke für ihre unverantwortlichen rechtsnationalen und völkischen Töne die „rote Karte“ zeigen. Wenn aber z.B. linke Gewerkschaftsfunktionäre des DGB auf dieser Veranstaltung ihre  arbeitsmarktpolitisch einseitigen Thesen präsentieren, die dann zusammen mit einigen antikapitalistischen Tönen extrem linker Gruppen als Begründung herhalten sollen, die AfD allein deswegen als „unwählbar“ darzustellen, weil angeblich zu „wirtschaftsliberal“, dann verliert dieses „Bündnis der Ungleichen“ jene parteipolitische Unbeflecktheit, die sie selbst vorgibt zu besitzen.

Besonders pikant ist die Tatsache, dass ausgerechnet die FDP sich hier von einem politisch einseitigen Bündnis total instrumentalisieren lässt.

Kölsch
Öffentlicher Raum in Köln: Zugepflastert mit linkspopulistischen, den Nationalsozialismus verharmlosenden Parolen (c) David Berger

Zugegeben, die AfD ist eine äußerst problematische Partei. Wer sich ihr aber glaubhaft entgegenstellen möchte, der darf nicht das bloße Abhalten eines Parteitags in Köln kritisieren, sondern muss die AfD mit offenem Visier im politischen Diskurs bekämpfen.

Irgendwelche Boykottmaßnahmen gegen das Maritim sind mehr als unangebracht.

Die Hotelkette ist bekannt dafür, stets auch linke Gruppen und Vereine zu beherbergen, sowie den Kölner CSD zu unterstützen.

Mit dieser Schelte trifft man also die Falschen.

19 Kommentare

  1. Tja. Wir werden sehen ob die Kölner sich tatsächlich gegen die AfD „erheben“, so wie es die Linken doch gerne wollen. Ich hoffe inständig, das die ziemlich trägen Kölner endlich den Hintern hoch bekommen und Farbe bekennen. Sie sehen doch was aus ihrer Stadt geworden ist.

    Viele Chancen wird Köln wohl nicht mehr bekommen, wenn man sich die Ausländerkriminalität ansieht.

  2. problematisch finde ich den umgang mit der meinung anders denkender.
    Das die fdp da mitspielt ist traurig. Ich glaube nicht das sie als blockwart wieder aufersteht.

  3. Luckeling Ilg ist als geschaßter bzw. ausgetretener Ex-AfDler neoliberal unterwegs gewesen und er ist es noch heute. Seine Feindschaft zur AfD ist elementar. Er teilt lediglich die linksradikal-extremistisch-terroristische Vorgehensweise von SED, Grünen, SPD, FDP und großen Teilen der Kölner CDU nicht, ist aber auch bestrebt, der AfD zu schaden. Das merkt man schon anhand seines Ausfalls zu Björn Höcke!

    Wieso wird solchen Typen hier ein Forum geboten? Am Ende noch ein weiterer Artikel dann für/von Mirko Welsch?

    Ein nationalkonservativer schwuler AfD-Wähler aus NRW nicht trotz sondern WEGEN Björn Höcke

  4. Grundsätzlich hat er recht, an einigen Aussagen sieht man aber, dass er weit davon entfernt ist „frei“ zu sein oder zu denken. Er trägt diesen Denkschablonen, wie die Multikultis, Gutmenschen und Altparteien – Höcke sei rechtsnational und schlägt völkische Töne an und die AfD ist problematisch. Die AfD ist genauso problematisch wie alle anderen Parteien, der Unterschied ist die Altparteien konnten jahrelang zeigen, was sie können und haben unser Land verlottern lassen, während die AfD dieses Jahr zum ersten Mal in den Bundestag einziehen wird und da erst zeigen wird, ob sie was taugt. Wenn sie sagt, was sie tut und tut was sie sagt, ist schon mal sehr viel gewonnen. Mehr noch, wenn sie das eigene Volk voran stellt, dass heißt nämlich nicht, andere Völker abzulehnen und abzuwerten. Aber das werden Multikultis, Gutmenschen und Andere wohl nie verstehen.

  5. Keine der Blockparteien, ausgenommen vielleicht die Kommunisten, dürfte sich an einer Demonstration gegen Nazis und Faschismus beteiligen. Das wäre pure Heuchelei.

  6. „…für ihre unverantwortlichen rechtsnationalen und völkischen Töne…“

    Ja, wenn man Millionen junge, kulturfremde, Männer ohne Sprachkenntnisse und Schulbildung, ohne Papiere, aber mit neusten Smartphones ins Land holt und dann so tut als wären es tatsächlich arme Frauen und Kinder, ja das ist natürlich total verantwortlich!

    Mir sind einfach Männer, die nördlich vom Weißwurstäquator Janker tragen immer irgendwie suspekt…

    • „Mir sind einfach Männer, die nördlich vom Weißwurstäquator Janker tragen immer irgendwie suspekt…“
      Lieber Thomas,
      hier schreibt ein Jankertragender. Als „dickes Landei“ bin ich froh, im Janker eine passende Alternative zu städtischer Mode zu haben. Eigentlich würde ich lieber Loden oder Tweed tragen, aber das ist entweder unbezahlbar teuer oder aber in meiner Größe (5XL) schlicht nicht zu bekommen.
      Im übrigen trugen die Helden meiner Kindheit (die Beatles) in ihrer Anfangszeit ebenfalls Janker, nebst den hochhackigen Beatleboots. Das hat natürlich auch mein Modeempfinden (als 13-15jähriger) mitgeprägt. Was bitte, erscheint Ihnen daran suspekt?

  7. Die Klügeren erzählen immer, man müsse mit der AfD diskutieren, man müsse mit ihr reden. Und bei diesem Bekenntnis bleibt es dann in der Regel. Die Politiker der AfD erscheinen selten in Talkshows, wenn sie irgendwo als Partei auftreten, versucht man ihren Auftritt zu verhindern. Wenn Journalisten AfD-Politiker interviewen, versuchen sie sie leicht durchschaubar „in die Pfanne zu hauen“. – Wo um alles in der Welt bleibt die Umsetzung all der guten Vorsätze, argumentativ vorzugehen? – Ich sehe da nicht viel.

    • Die Mehrheit in der FDP – ja. Aber diese Einschränkung muß zur Ehrenrettung der Minderheit echter Liberaler in dieser Partei gemacht werden. Es gibt auch standhafte FDP-Leute, das sollte man nie vergessen, auch wenn es inzwischen fast 6 Jahgre her ist:

      Das erste, das einem in den Sinn kommt, wenn man diese Rede hört und etwas Geschichtsbewußtsein hat, das ist das „wehrlos, aber nicht ehrlos“ des Otto Wels. Wäre die FDP diesem tapferen Streiter damals gefolgt, säße sie auch heute noch im Bundestag.

  8. „Wir Demokraten“-wenn ich das schon lese,“Problematische Partei“-ist der noch bei Trost?!Mittlerweile ist Deutschland problematisch,die Landesmutti undemokratisch wie ein Diktator und und und -die haben ne Meise-diese“ Einigkeit s „-Linken!

  9. Auch ein Punkt der mich immer sorgevoller in Sachen Meinungsfreiheit werden läßt. Man muss die AFD weder mögen noch wählen, dennoch ist sie eine nicht verbotene wahlbare Partei. Damit hat sie genau wie alle anderen nicht verbotenen Parteien das Recht ihr Wahlprogram vorzustellen oder andere Veranstaltungen durchzuführen. Und alles was die anderen an Protest aufbieten ist ein Angriff auf die Meinungsfreiheit und auf unsere Demokratie die in ihren Grundfesten gerade stark schwangt.

  10. Klare Aussage. Nur: Die Roten und Grünen wird dies wenig interessieren.
    Die Aussage „……als „unwählbar“ darzustellen, weil angeblich zu „wirtschaftsliberal“trifft ja wohl sowohl auf die CDU als auch auf die SPD zu, beide sind ja bekanntlich Arbeitgeberfreundlich, auch wenn gerade die SPD sich den Arbeiterfreund-Anstrich geben möchte (die SPD ist schon lange nicht mehr das Sprachrohr der Arbeiter!).
    Aber solche Demonstrationen gegen Parteitage zeigen dann die wahren Demokraten: Hat man je gehört/gelesen, dass AfD`ler Parteitge der CDU, SPD, Grüne etc. störten?
    Aussagen wie….
    „Wir wollen DIE nicht“
    „Das sind Nazis“
    „Braunes Gesindel“
    sind für mich Beleg zum einen für offenen Rassismus zum anderen zur Hetze. Alleine Plakate mit „Kein……für Nazis“, welches ja eindeutig die AfD meint, lesen sich für mich wie „Kauft nicht bei Juden“. Das ist Rassismus pur!
    Vielleicht sollte man in einer Nacht und Nebelaktion solche Plakate mal mit entsprechenden Plakaten überkleben. Vielleicht trifft die Antifa ja dann mal die richtigen Fensterscheiben…………

    • „Wirtschaftsliberal“ heißt nicht arbeitgeberfreundlich, sondern bedeutet Anti-Interventionismus, also: weniger Staat. Das bedeutet wiederum Freiheit für alle. Liberal ist nämlich unteilbar, entweder man ist es ganz oder gar nicht.
      Vor diesem Horizont ist es plausibel und konsequent, daß die FDP vor einiger Zeit beschlossen hat, den Namenszusatz „Die Liberalen“ aus dem Parteilogo zu eliminieren. Mit Lindner hat der Liberalismus in der FDP verloren. Nur deswegen können sie auch auf solchen Demonstrationen aufkreuzen.

  11. Wissen die in der Republik noch was sie tun, oder geht es nur darum jeden Anderdenkenden zu diffamieren und als Nazi beschimpfen. Für mich ist die AfD keine problematische Partei, nur eine Partei die erst einen Zusammenhalt finden muss. Über die FDP bin ich entsetzt, dass sie sich auf die Seite der schon kriminellen Antifa stellt, damit werden sie bestimmt keinen Wähler mehr gewinnen.

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