Palmsonntag: Christus zieht auf einem Esel in die Stadt Jerusalem ein. Diese Bescheidenheit sollte uns Christen, aber auch unseren Bischöfen und Priestern, Vorbild sein. Ein Gastbeitrag von Adam Elnakhal

Das Finale der christlichen Geschichte beginnt: Heute am Palmsonntag! Die Menge jubelt als Christus in Jerusalem auf einem Esel reitend ankommt. Doch der menschgewordene Gott weiß, dass die Jubelrufe enden werden. Der Gottessohn muss einen grausamen Tod sterben, um den Menschen seine Liebe zu beweisen. Doch heute feiert die Menschenmenge Jesus noch als König und Messias aus Galiläa.

Sie feiern einen König, der keiner sein will und nie einer wurde – jedenfalls nicht nach weltlichem Verständnis. Esel statt Sänfte! Lendenschutz statt Adelsgarderobe! Bescheidenheit statt Machtdemonstration! Ruhige Nachdenklichkeit statt lautes Schreien!

Mit dem Einzug auf einem Esel karikiert Jesus das Statusstreben der Menschen. Er macht klar, dass er kein weltlicher Herrscher sein will. Er macht klar, dass sich Gott für nichts zu schade ist. Er macht klar, dass er nicht gekommen ist, um sich über die Menschen zu erheben, sondern um ihnen zu dienen.

Mit einem Esel ist kein weiter und erst recht kein schneller Marsch zu machen. Mit einem Esel ist kein Krieg zu gewinnen. Mit einem Esel ist keine Tochter aus reichem Hause zu beeindrucken.

Christus bleibt sich treu – auch in der dramatischen Finalwoche seines kurzen Menschenlebens. Er bleibt arm.

Und wie sieht es mit seiner Kirche aus? In vielen Regionen und Staaten dieser Welt sind die Bistümer auf Spenden angewiesen und sind Priester im wahrsten Sinne des Wortes bettelarm. Nicht so in Deutschland:

Das Kirchensteuersystem sorgt trotz Mitgliederschwund für sprudelnde Geldquellen. Die Bischöfe werden aufgrund alter Entschädigungsverträge vom Staat bezahlt. Mit der Ausnahme von Bremen und Hamburg leisten alle Bundesländer Apanagen an die beiden großen Kirchen.

Die Bischofsgehälter reichen dabei bis zur Besoldungsstufe B11, was beispielsweise momentan im Freistaat Bayern 12.756,94 Euro im Monat entspricht. Das ist kein schlechtes Einkommen für einen unverheirateten, kinderlosen Mann, dem in der Regel auch noch eine Dienstwohnung sowie ein Dienstwagen mit Chauffeur zur Verfügung steht. Die Weihbischöfe und Bischöfe von kleineren Bistümern müssen sich mit niedrigeren Besoldungsstufen zufrieden geben, die aber mit einem Minimum von über 7.000 EUR aufwärts recht stattlich sind und weit über dem liegen, an was der Ottonormalarbeiter in Deutschland auch nur zu träumen wagt.

Mit christlicher Armut haben diese Einkommen nichts mehr zu tun. Es ist kein Wunder, dass auf die Kleriker in unserem Land das gleiche zutrifft wie auf unsere Politiker: Das einfache Volk fühlt sich nicht mehr von ihnen verstanden. Die Elite in Staat und Kirche erscheint abgehoben.

Bischöfe, die sich in den Dienst der Nachfolge Christi stellen wollen, müssen sich fragen (lassen), ob sie ein Jahresbrutto von rund 150.000 Euro vom Staat, von der Gesamtbevölkerung durch die Steuern, für angemessen und für christlich befinden können.

Schließlich werden die fast 500 Millionen Euro (eine halbe Milliarde), die die Bischofgehälter und Gehälter der evangelischen Landesbischöfe jährlich veranschlagen auch von den Menschen getragen, die konfessionslos oder einer anderen Religion zugehörig sind. Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein.

Nicht umsonst fordert das Grundgesetz (durch den nach Artikel 140 GG geltenden Artikel 138 der Weimarer Verfassung), dass bestehende Staatsleistungen an die Religionsgemeinschaften durch Landesgesetzgebung abgelöst werden.

Gewiss wäre es auch ein schönes Zeichen von der Kirche bzw. von den Bischöfen, wenn sie selbst zu einem Großteil oder komplett auf die Staatsleistungen verzichten würden. Niemand verlangt von Herrn Marx, dass er auf einem Esel über den Münchner Marienplatz reitet.

Niemand verlangt von Herrn Woelki, dass er barfuß und mit nur mit Wüstengewand bedeckt, die Treppen zum Kölner Dom hochsteigt.

Aber nicht ohne Grund fordert Papst Franziskus, dass die Kirche an die Ränder gehen müsse. Jesus war bei den Armen und Entrechteten. Wie wäre es, wenn unsere Herrn von der Bischofskonferenz beim nächsten Termin Mal die S-Bahn (2. Wagenklasse) nehmen anstatt auf den Chauffeur zurückzugreifen? Die Bilder wären gut für das Image der Kirche und der ein oder andere würde von dem sicheren Dienstwagen wieder in die Realität des täglichen Lebens geholt werden.

Doch die Botschaft Christi geht nicht nur an die Bischöfe seiner Kirche (die in vielen islamischen und kommunistischen Staaten verfolgt werden). Sie geht auch an uns. Der Einzug mit dem Esel ist eine Einladung zu Maß und Bescheidenheit.

Dabei sollte die Kirche jedoch nicht den Fehler machen und die freie soziale Marktwirtschaft, die der Garant für den Wohlstand ist, geißeln und Eigentum verteufeln. Wohlstand ist nicht diabolisch, sondern die Grundlage für Wohlfahrt aus Nächstenliebe.

Und natürlich ist Wohlstand auch die Grundlage für sprudelnde Kirchensteuern. Aber das ist anderes Themenfeld…

Es ist Palmsonntag. Die Karwoche beginnt. Das christliche Finale beginnt, das dramatischer nicht sein könnte. Das Schöne ist: Wir wissen auch in der Karwoche und sogar am Karfreitag um das gute Ende am Ostermorgen.

Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!

17 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Dr. Berger,
    Papa emeritus feiert 90.en Geb. in sechs Tagen. Eine (kirchen?-)politisch inkorrekte Würdigung und Einordnung auf Ihrer Seite wäre schön – auch als ein Akt der Wiedergutmachung!
    LG
    Thomas T.

  2. Ein Falsifikat spräche heute:
    Ihr seid schuld am Elend der Welt! So gesteht endlich allen Flüchtlingen (die ihr ausgeraubt habt!) das Recht auf Besitznahme eures Landes zu! Sie bringen euch Wohlstand, sorgen für eure Renten und Sicherheit
    Lasst die Borniertheit eurer geistigen Grenzen überwinden und werdet Teil der weltumspannenden Einheit aller Gläubigen und Andersgläubigen!
    Mehr Baalspriester braucht das Land! Ihr müsst die Heilige Schriften Baals nur richtig lesen!
    Schneidet euch als gute Pelikane das Fleisch aus eurer Brust und füttert die hungrige Brut! So wird euch großer Lohn.
    Eure Anschläge und Attentate auf wehrlose Neubürger schreien zum Himmel, ihr Ruchlosen!

    Der guten, drohend vorgetragenen Ratschläge sind noch viele. Trotzdem wollen viele Halsstarrige auf diesem Esel tödlich-naiver Solidarität nicht zu ihrer Hinrichtung reiten!

    Warum kaufte die Bundesregierung nicht den beschädigten polnischen LKW, Amris Waffe, der Mann, der über die Papstroute zu uns reiste, und stellte ihn als Mahnmal vor den Bundestag? Warum machte ihn der reiche Kardinal zu Köln nicht zum Altar an Fronleichnam? Übernehmt Verantwortung für euer Tun und Unterlassen!

  3. Was würde Jesus heute tun, damals gab es weit weniger Bettler und Kranke. Nächstenliebe funktioniert nur im überschaubaren Umfeld.
    Im Tal in München werden die Siechen und Bettler um 9 Uhr platziert und um 17 Uhr wider geholt.
    Ich glaube, er würde sie alle verjagen.

    • Er würde diese Regierung und die sonstigen kirchlichen und politischen „Pharisäer“ aus dem „Tempel“ werfen!!!

      „Gebt den Flutlingen was den Flutlingen ist, gebt den Deutschen was den Deutschen ist!“

  4. Der Landkreis Regen hat die höchste Suizidrate und selbst Psychiater Dr. Wolfersdorf aus Bayreuth ist der Ansicht, daß Jesus im übertragenen Sinn Suizid begangen hat. Ich wollte mich mit unserem Pfarrer darüber auseinandersetzen, weil ich der Ansicht bin, es wurde nur falsch ermittelt.
    Es ist bis heute zu keinem Gespräch gekommen – leider. Honorationen sind ihm wichtiger.

  5. Von einem einzigen Monatsgehalt dieser Wohlbegüterten könnte ihr allernächster Hilfebedürftiger ein Jahr und länger leben… ganz zu schweigen von all den Geldern, die arbeitenden Mitmenschen oder den Kassen für Bedürftige des Volkes geraubt werden, um sie an hoffährtige „Hilfeprojekte“-Erfinder zu verteilen bzw. zu verprassen…:
    „Es ist besser niedrigen Gemüts sein mit den Elenden, denn Raub austeilen mit den Hoffärtigen.“ (Sprüche 16,19)
    Denn ob „mit einem Esel keine Tochter aus reichem Haus zu beeindrucken“ ist, da bin ich mir nicht so sicher… Die Volksweisheit sagt dazu: „Sag mir, wie du dich fortbewegst, und ich sage dir, wer Du bist.“ Nun haben sich gerade DIE Könige schlechthin in der biblischen Geschichte wie David, sein Sohn Salomo und sogar Mose allesamt auf einem Esel fortbewegt – lesenswert hier:
    http://www.evlka.e-msz.de/extern/goettingen/st-jacobi/Predigt-Archiv/2006/1_Advent_06.pdf
    „…Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Esel und auf einem jungen Füllen der Eselin. (Sach.9,9)
    SO sehen Könige aus.

  6. 150 T Jahreseinkommen, was machen die mit dem Geld keine Familie keine Kinder keine Veranrwortung und 12000 T mon. Sicher auf dem Konto, armes Volk. Wir sollen alle aus der Kirche austreten aber da sehe ich die Gefahr, dass mehr Kirchen geschlossen werden oder in Moscheen umgebaut. Sie verdienen genau soviel wie die Politiker. Und da hält man uns im Glauben dass Religion mit Politik nichts zu tun. Das ist eine Lüge.

    • ….Wer das wohl war?

      Diese Frage dürfte sich doch wohl erübrigen. Der internationale Dschihad gegen alles, was nicht moslemisch ist, geht unvermittelt weiter. Und es wird auch nicht aufhören, bis endlich der Ursache des Problems auf den Grund gegangen wird: Der tötungsfordernden totalitären Ideologie Islam.
      Ich bin überzeugt, der “Papst” wird für die Opfer beten und morgen sind die vergessen.

  7. Zu der Erwartung von plötzlicher Einkehr bei den korrumpierten und abgehobenen Herrschaften fällt mir nur ein, daß Jesus gesagt hat: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher ins Himmelreich…“ Zudem fällt mir in dem Zusammenhang ein, daß die falsch verstandene Botschaft mit dem „ewigen Wange-Hinhalten für die Feinde“ ja wohlso auch nicht ganz gemeint sein kann, wenn ich an die beherzte Tempelsaustreibung durch Jesus selbst denke.
    Und genau eine solche scheint mir derzeit dringender geboten denn je!

  8. Bescheidenheit ist doch nur was für das gemeine Volk! Man kann doch diese Herren nicht darum bringen, ihr erspartes für irgendwas zu opfern! Achtung könnte man vor diesen Leuten haben, wenn sie den Größtenteil hier vor Ort einsetzen würden, wo Not herrscht, und zwar unter denen die ihnen ihr Leben finanzieren.

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