(David Berger) Das Verhalten der katholischen Kirche, besonders der deutschen Bischöfe und von Papst Pius XII. in den dunklen Zeiten des Nationalsozialismus ist nach wie vor ein Gegenstand kontroverser Debatten.

Dabei überschneiden sich kirchenkritische und apologetische Anliegen und strenge Maßstäbe der historischen Wissenschaften immer wieder – und sorgen für ein für Laien kaum durchschaubares Durcheinander.

Oft ist es dann so, dass sich sowohl besonders kirchentreue Historiker als auch kirchenkritische bis -hassende Autoren auf ein ganze Konvolut an Publikationen und Studien stützen können.

Gerade deshalb war auch die von Papst Benedikt XVI. ermöglichte, sonst unübliche Öffnung verschiedener Vatikanischer Archive ein wichtiger Schritt, um dem was wirklich passierte nähe zu kommen.

Wichtige Ergebnisse dazu wurden jetzt auf einer zweitägigen Tagung der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IHRA) unter dem Titel „„Refugee Policies from 1933 until Today: Challenges and Responsibilities“ in Rom in der vergangenen Woche präsentiert.

Festehen dürfte demnach, was Radio Vatikan so zusammenfasst:

„Der Heilige Stuhl hat während des Dritten Reichs systematisch Juden und Flüchtlingen geholfen und ihnen Schutz geboten.“

Ganz wichtige Bedeutung kommt dabei dem Vortrag des Archivars des vatikanischen Staatssekretariats Johan Ickx bei der Tagung am Freitag in Rom zu:

„Fast 5.000 Juden haben in 280 Klöstern Unterkunft gefunden, 3.000 in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo, 1.460 in katholischen Privathäusern, 60 in Gebäuden auf extraterritorialem Grund und 40 im Vatikan. Die Zahlen gingen aus den Akten des vatikanischen Archivs hervor, so der Vortragende.

Ein Abkommen von Oktober 1943 mit den Nationalsozialisten sicherte Ickx zufolge den vatikanischen Gebäuden einen neutralen Status zu. Der Archivar wies auch darauf hin, dass der Vatikan schon im spanischen Bürgerkrieg 1936 bis 1939 drei Millionen Flüchtlingen half.“

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Foto: (c)  Joachim Specht (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons