Offener Brief von A. R. Göhring

Sehr geehrter Herr Tichy, liebe Redaktion von Tichys Einblick!

Ihr Online-Magazin ist gemeinsam mit der „Achse des Guten“, „Philosophia perennis“ und der „Jungen Freiheit“ u.a. das neue Sturmgeschütz der Demokratie in Deutschland. Ein Ehrentitel, den Zeitungen wie der mittlerweile regierungskonforme Spiegel und ehemals konservative Blätter wie FAZ und Welt längst freiwillig abgegeben haben.

Daher ist „Tichys Einblick“ nicht nur ein x-beliebiges Presseerzeugnis, sondern eine für unser Land und unsere Demokratie lebensnotwendige Meinungsplattform.

Der Fall vom „#Einknick“ in der Xing-Affäre ist daher nicht nur ein Ärgernis für Sie, sondern eine große Gefahr für die Rekonstruktion der demokratischen und friedlichen Verhältnisse in unserem Land.

Er hat der totalitären Linken in Deutschland gezeigt, dass sie durch Ausübung wirtschaftlichen Druckes selbst den „Churchill“ der deutschen Medienlandschaft, Roland Tichy, zur Kursänderung zwingen kann.

Daher bitte ich Sie, setzen Sie ein Zeichen – gerade auch für Ihre treuesten Leser, die unter den Geschehnissen der letzten Tage (mit Ihnen) leiden: Publizieren Sie den Artikel von Jürgen Fritz erneut! Dass seine Ansichten nicht politisch korrekt und kontrovers sind, ist bekannt und SOLL ja auch so sein; davon lebt Ihr Magazin!

Falls das so gewesen sein sollte, bitte ich Sie, sich niemals wieder wirtschaftlich oder publizistisch erpressen zu lassen. Gerade Verbündete die standhaft geblieben sind, haben zum Teil schwere wirtschaftliche Nachteile einstecken müssen.

In der „Scholz&Friends“-Affäre haben Sie auch Standhaftigkeit bewiesen, was Ihr Renommée in der Leserschaft vervielfacht hat. Lassen Sie lieber irgendwelche Posten und Jobs fahren, wenn Sie mit deren Verlust erpresst werden.

Der kometenhafte Aufstieg von Tichys Einblick und der abzusehende Ersatz von Welt, FAZ und Co. durch Ihr Magazin werden Sie dafür mehr als nur entschädigen. Außerdem sind Sie, wie nicht genug betont werden kann, keine einzelnen Publizisten mehr, sondern die Garanten der Re-Demokratisierung Deutschlands.

An Ihnen hängt zum Teil die Zukunft unserer Gesellschaft.

Seien Sie bitte stark!

Mit freundlichen Grüßen,

Axel R. Göhring

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⇒ Wenn Sie Roland Tichy ähnlich ermutigen wollen, können Sie diesen Text kopieren und an ihn schicken oder selbst formulieren. Redaktionsmail: kontakt@rolandtichy.de

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Foto: Roland Tichy © Screenshot youtube

23 Kommentare

  1. Tichy hat es wenigstens versucht, die bizarren Widersprüche, die im sozioökonomischpolit System liegen an einer Stelle anzusprechen, obwohl er einmal davon überzeugt war und dazu gehörte. Er ahnte nicht, dass das ein „Gesamtpaket“ ist, bei dem man nicht einen Teil auslösen kann und den Rest behalten. Das wird auch die AfD zu spüren bekommen, denn die Gegenseite hat allemal die Mittel dazu.

  2. Die Erklärung vom Festhalten an bestimmten Weltanschauungen, Weltbildern durch soziale / psychologische Fehlentwicklungen ist Standard in der politischen / sozialen / psychologischen Wissenschaftstradition. Man vergleiche hier einen Artikel aus „Poliktik und Unterricht“ -www.politikunterricht.de „Die rechtsextremistische Szene- -Einstiege – Gegenstrategien – Ausstiege Heft 2 – 2008, Hrsg.: LpB. Zitat:

    „Für rechtsextreme Einstellungen anfällige Kinder und Jugendliche haben elementare Sozialisationsdefizite: Sie zeichnen sich aus durch ein niedriges Selbstwertgefühl oder mangelnde Ich-Stärke, durch eine kaum ausgeprägte Empathiefähigkeit sowie durch die unzureichende Bereitschaft, soziale Verantwortung zu übernehmen.“

    „Ernüchternd mag auch die Feststellung klingen, dass politische Bildung gegen rechtsextreme Denk- und Handlungsmuster, gegen fest verankerte Vorurteile, gegen Fremdenhass und Antisemitismus häufig nicht ankommt, denn Vorurteile sind häufig „aufklärungsresistent“, erweisen sich gar als „Bildungsbarrieren“.

    Es erschließt sich mir nicht, wieso die Anwendung der gleichen Wissenschaftstradition auf gewisses links-grünes Verhalten per se sozial / politisch unakzeptabel sein soll. Kritisiert werden kann legitimerweise nur der jeweils spezifische Erklärungsansatz. Dies aber mit Argumenten, nicht mit Zensur.

  3. Ich habe auf der Kommentarseite von Tichys Einblick, die Entscheidung, den Artikel von Herrn Fritz zu löschen, kritisiert und eine andere Vorgehensweise vorgeschlagen: Den Argumenten der Gegenseite in einem eigenen Artikel Raum geben und Herrn Fritz die Gelegenheit zur Stellungnahme eröffnen. Dieser Kommentar wurde von Tichys Einblick zensiert, d.h. nicht veröffentlicht.

    Zensiert wurde ebenfalls meine Antwort auf die Klage eines Lesers, er „hätte den Artikel gerne gelesen, um sich eine eigene Meinung zu bilden.“ In der Antwort wies ich ihn lediglich darauf hin, dass der Artikel weiterhin online unter dem Titel und/oder dem Autorennamen zu finden ist.

  4. Die Kernaussage Tichys zum Rausschmiss des Fritz-Artikels aus TE lautet: „Unterstellung von Pathologie ist für TE keine politische Diskussionsbasis.“ Nun trägt jeder Mensch seine eigene Psychopathologie mit sich . In sozialen Gruppen finden identische , affine oder komplementäre Pathologien zueinander, schließen sich zusammen, aufgrund Sympathie, Ergänzung oder Symbiose, ähnlich oder komplementär ausgebildetem psychischen Apparat mit ähnlichen oder kompatiblen Ängsten, Hemmungen, Verdängungsmechanismen, Identitäten, Über -ich Ansprüchen etc. So entstehen auf der psychischen Ebene politische Bewegungen oder Parteien. Das ist ein Thema u.a. der Sozial- und Entwicklungspsychologie. Und es gilt nicht nur für die Grünen. Verdrängungsmechanismen ( Verneinung, Verschiebung, Projektion etc ) sind allmenschlich und in allen sozialen Gruppen als Gruppenmechanismen identifizierbar.

    Nur: was bringt diese Erkenntnis an Fortschritt im politischen Diskurs? Dieser muss mit Sachargumenten und inhaltlich geführt werden. Die Pathologisierung des politischen Gegners löst reflexhaft und zu Recht bei diesem die gleiche Pathologisierung seines Gegenübers aus. Es endet in gegenseitiger Abwertung und Sprachlosigkeit im Nebeneinander -„mit Dir kann man ja nicht reden, Du bist krank“. Die Pathologisierung des Mitdiskutanten führt zum Versiegen des freien Meinungsaustausches ,
    zum Abwürgen und Tod des freien Wortes und Gegenwortes. Um die Diskussionskultur weiterhin zu erhalten musste Tichy deshalb hier eine Grenzbarriere einziehen. Das Sperren des Fritz-Artikels ist keine Axt, die am freien Wort angelegt wird, sondern sichert es. Der politische Diskurs wird weiters auf der politischen Ebene geführt, offen in alle Richtungen im ernsthaften Ringen um das bessere Argument.

  5. Seinen Gegner als geisteskrank zu bezeichnen ist wenig zielführend, weil es die Diskussion sofort erstickt. Natürlich spielen hier auch psychologische Mechanismen eine riesige Rolle, schon allein die Weltsicht und alles was sie betont bzw. wiederum wenig beachtet. Letztlich war der Artikel von Herrn Fritz auch einfach sehr mäßig, daher sehe ich keinen Grund der Wiederveröffentlichung.

    • Sehr richtig. Man muß schwache Artikel auch dann als schwache Artikel bezeichnen dürfen, wenn sie aus den eigenen Reihen kommen. Die Rücknahme eines solchen Artikels ist ein ganz normaler Vorgang, wenn einer auf die Qualität seines eigenen Produktes wert legt. Wem das nicht paßt, der entwickle doch selbst einmal ein Organ mit dem Niveau von Tichys Einblick, und dann kann er ja das geforderte „Zeichen setzen“. Tichy hat ein Zeichen gesetzt: für Qualität, für Fairness und gegen Ad-personam-Argumentationen, durch die letztlich die Strategie des Gegners übernommen wird, die man sonst überall zurückweist. DAS aber ist wirkliches Einknicken.

      • Als schwach empfand ich eher das Geschreibsel über die Leserkommentare. “Ich bin auch nur ein Mensch“ durchleuchtet seine fb Leser(kommentare) auf deren beruflichen background. Einen gewissen Eindruck möchte man also doch erwecken, auch wenn man sich einleitend von solch Methodik distanziert hat.

        Der ursprüngliche Artikel braucht sich jedenfalls nicht zu verstecken. Er passte nicht wirklich zu TE. Aber schwach war er ganz sicher nicht! Schwach ist eher, wie feige man sich dem Autor, so wie Herrn Berger, und auch einigen Lesern gegenüber, verhält.

    • Beides…in der Kneipe am Stammtisch und hier. Will heißen…überlaßt den elitären Zirkeln nicht den politischen Diskurs, sondern gibt ihn denen zurück, die dagegenhalten. Gerade das braucht sowohl den Stammtisch als auch und noch viel mehr eine öffentlich mediale Bühne. Und sie formiert sich als logische Konsequenz gegen das, was gerade versucht, sich meinungsmonopolistisch und meinungsabsichernd über Zensur zu etablieren. Also…Widerstand!

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