Ein Gastbeitrag von Axel Robert Göhring

Flüchtlingen muss geholfen werden. Sozialmigranten sicher nicht, zumindest nicht über ein minimales Maß hinaus. Dennoch werden alle frischen Immigranten erstaunlich umfassend umsorgt.

Vor allem bei Muslimen wird die Grenze zur Servilität, also zur Dienstbarkeit, zum Kotau, häufig überschritten. Justizboni, Extrawürste für Strenggläubige, individuelle Unterbringung …

Kann das im Sinne eines gesunden Verhältnisses zu den Immigranten sein? Und im Sinne des Gerechtigkeitsempfindens im Land? Und – nicht zuletzt – im Sinne der vielzitierten Integration?

Kniefall vor muslimischen Befindlichkeiten

Im thüringischen Gera wurde ein großes Asylheim auf dem dortigen Krankenhausgelände mit weitläufigem Park eingerichtet. Im Park stand schon seit langer Zeit ein Kunstwerk, das nackte Menschen darstellt. Mutmaßlich um zu verhindern, dass Strenggläubige unter den „Neubürgern“ sich an der gottgeschaffenen Nacktheit stören könnten, wurden die Statuen abgeräumt. Verlangt hatte das kein Moslem im Vorfeld.

Ein ähnlicher seltsamer Fall ereignete sich Anfang 2016 in Berlin-Köpenick, dem östlichsten und dünnbesiedelsten Bezirk der Hauptstadt: Im dortigen Rathaus wurden Aktfotografien einer Kunstausstellung abgenommen, damit Mohammedaner, die im Amt Termine haben, nicht verärgert würden. Seltsam, da draußen in Köpenick wohl eher wenige Strenggläubige anwesend sein dürften. Auch hier im Vorfeld keine Forderung nach Entfernung der „Sauerei“ von religiöser Seite.

Das Kniefall-Phänomen ist allerdings nicht nur in der Bunten Republik Deutschland zu beobachten, sondern auch international. Vor kurzem waren der Primas der deutschen katholischen Bischöfe, Kardinal Marx, und sein Kollege von den Evangelischen, Bedford-Strohm, auf dem Tempelberg in Jerusalem beim dortigen islamischen Geistlichen zu Gast. Beide trugen volles Ornat, aber ohne Brustkreuz, das eigentlich zur Bischofskleidung gehört. Wieder vorauseilender Kotau vor der empfindlichen Religion? Diesmal nicht so ganz: Bedford erklärte nach einem Shitstorm, er sei von muslimischer Seite dazu aufgefordert worden. Die Strenggläubigen haben also mitbekommen, dass Christen in Europa ohne weiteres zur Selbstverleugnung bereit sind, und fordern diese nun aktiv ein.

Kuscheljustiz buckelt vor Asylanten

Ein CDU-Abgeordneter sagte mir neulich, wir hätten ein Gesetzes-Anwendungsproblem in Deutschland, deswegen laufe so viel schief. Da hat er recht: Trotz überlaufender Haftanstalten vor allem im failed state Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg, die auf eine erheblich gestiegene Zahl verurteilter maghrebinischer Verbrecher zurückgehen, werden selbst schwerstkriminelle Asylanten häufig grotesk milde behandelt.

Erinnern Sie sich noch an den falschen Syrer, der sein „Hotel Hannelore“, ein Asylheim mit mehreren hundert Plätzen in Düsseldorf Anfang Juni angezündet hat, weil nicht mehr genügend Schokopudding da war? Und dabei durchaus 130 Mitbewohner hätte umbringen können? Der Marokkaner, wegen seiner Statur von der Presse scherzhaft „Obelix“ genannt, sollte laut BILD in Haft kommen und dann abgeschoben werden. Aber nicht mit unserer kultursensiblen 68er Justiz, die hat ihn doch tatsächlich gerade auf freien Fuß gesetzt.

Ganz aktuell wurde gegen einen IS-Verdächtigen kein Haftbefehl vom Bundesgerichtshof erlassen.

Solche Skandal-Entscheidungen und -Urteile häufen sich seit letztem Jahr und sind dem kritischen Bürger, der sich vom Nanny-Journalismus von ARD, ZDF und der vergrünten Presse emanzipiert hat und nun Tichys Einblick liest, bestens bekannt.

Was mag der Grund für solche geradezu absurden, göring-eckardt-esken Fehlentscheidungen sein? Es mag wohl die Angst der Staatsanwälte und Richter vor Racheakten der Einwanderer aus einer mittelalterlichen Kultur eine Rolle spielen. Da die Immigranten aber erst frisch im Land und (noch) nicht Teil einer mafiösen Clan-Organisation sind, ist das (noch) unwahrscheinlich. Liegt es an den übervollen Gefängnissen? Wahrscheinlich auch, aber dann würde man wenigstens die schwersten Jungs dorthin verfrachten oder belassen.

Dezentrale Luxusunterbringung

Viele Asylhelfer beklagten 2015 die unwürdige Unterbringung von Immigranten auf Pritschen in Turnhallen und ähnlichen Gebäuden. Die Kritik war zwar berechtigt, allerdings ist den Behörden diese Lösung nicht anzulasten, weil die Folgen von Merkels inkompetenter und katastrophaler Politik selbst ein reiches Land wie Deutschland mit einer leistungsfähigen Sozialindustrie völlig überlasteten (und – etwas verdeckter – bis heute überlasten).

Das Problem hat sich mittlerweile meist erledigt, weil die provisorischen Massenunterkünfte geräumt wurden (und nun häufig aufwändig saniert werden müssen). Die Bewohner wurden auf Wohnviertel fein verteilt und erhielten dort individuelle Wohnungen. Dafür wurden teils preiswertere Objekte, aber auch erstaunlich gediegene Wohnungen und Häuser in Innenstadt- oder ähnliche Sahnelage angemietet oder saniert.

Prof. Bassam Tibi aus Göttingen berichtete, in seiner Stadt würden Zwei-Zimmer-Wohnungen sogar für einzelne Männer angemietet. Aus Berlin wurde bekannt, dass Asylanten bei der Vergabe von Sozialwohnungen gegenüber seit Jahren Wartenden bevorzugt würden. Gerade hat die R2G-Regierung der Hauptstadt 900 Millionen Euro für Asylanten locker gemacht, gibt aber Obdachlosen nichts mehr.

Für die Bevölkerung, zumal die arbeitende, ist die dezentrale Luxusunterbringung mindestens ein Ärgernis. Gerade in Universitätsstädten mit erheblichem Zuzug ist es völlig unverständlich, dass, wie ich selbst erlebte, sogar Asylunberechtigte aus Afghanistan sanierte Altbauwohnungen erhalten, nach denen sich jeder Suchende alle zehn Finger lecken würde.

Hinzu kommt, wie mir Betroffene berichteten, dass migrantische WGs häufig ein rücksichtloses Verhalten wie nächtliches Lärmen oder Kettenrauchen an den Tag legen. Vor der Polizei haben sie nichts zu befürchten, weil die Mittellosen keine Strafen bezahlen müssen.

Wollen die Behörden auf diese Weise die Immigranten effektiv integrieren? Erreichen werden sie mit dieser Wohnungspolitik höchstens Neid und noch mehr Misstrauen gegenüber den Asylanten.

In den 90er Jahren wurden Balkan-Flüchtlinge, immerhin echte Asylberechtigte, jahrelang in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Ist es menschenunwürdig, Flüchtlingen keine individuellen Wohnungen zu geben?

Natürlich nicht. Aber die nichteuropäischen Asylbewerber, die seit 2014 nach Deutschland strömen, scheinen plötzlich mehr Rechte zu haben und mehr Ressourcen zu benötigen als die Jugoslawen nach 1990. Wieso eigentlich? Was hat sich verändert? Warum sind Araber und Afghanen besser als Kosovaren und Bosnier?

Asylhelfer oder Schaumschläger?

Interessanterweise lässt die Bereitschaft zur Ressourcenbereitstellung für die Immigranten deutlich nach, wenn Asylhelfer selber Opfer bringen müssen.

Es gibt zwar vereinzelt Berichte über politisch korrekte Bürger, die ihre eigenen vier Wände unentgeltlich zur Verfügung stellen, aber dann ist das meist mit einer gewissen Medienaffinität verknüpft, nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“.

„Refugee-welcome“-Begeisterte, die ich persönlich traf, erzählten und forderten viel, taten letztlich aber wenig, und noch weniger Sinnvolles für Immigranten: Sie luden lediglich zu Spaziergängen, Spieleabenden, Ausflügen und Abendessen usw. ein. Also nichts, was außer etwas Zeit größere Kosten verursacht hätte. Ein christlicher Asylbefürworter, der zwei Wohnungen hat, überließ diese natürlich nicht von ihm betreuten „Flüchtlingen“; darauf angesprochen, meinte er, „ja, wenn ich ein Zimmer mehr hätte…“

Ähnliches erlebte ich mit einer Asylhelferin aus dem Dunstkreis der Antifa, die sich bei mir darüber beschwerte, dass junge Männer aus Eritrea im Souterrain („im Keller!“) eines eigentlich recht gemütlichen ehemaligen Studentenwohnheims hausen müssten. Sie selber wohnte nahe dem Heim in einer gated area in einem idyllischen Häuschen, lud aber natürlich keinen Immigranten zu sich nach Hause ein.

In dem Zusammenhang mag sich der geneigte Leser an die Antwort von Til Schweiger auf die Frage, ob er persönlich denn Asylanten aufnähme, für die er ja mit medialem Tamtam ein großes Asylheim bauen wollte, erinnern. Nein, meinte unser Til, er sei ja fast nie zu Hause und könne sich gar nicht um die Leute kümmern. Da hätte er sich wirklich eine weniger offensichtlich faule Ausrede ausdenken können, da junge gesunde Männer unter 25, die Mehrheit der Asylbewerber, außer einem gefüllten Kühlschrank eigentlich nichts weiter benötigen.

Servilität als Anti-Integrationsprogramm?

Die muslimischen Gastarbeiter der 60er und 70er Jahre in Westdeutschland mussten von Beginn an sofort hart arbeiten, waren trotzdem dankbar für die Jobs und integrierten sich wenigstens oberflächlich.

Wenn nun die Millionen, die in unser Land strömten (und weiterhin strömen), von der Sozialindustrie gepampert und von Polizei und Justiz weitgehend ignoriert werden, ist da eine ähnliche oder gar bessere Integration zu erwarten als von den alten Gastarbeitern?

Wenn jemand alles gratis erhält, wofür er in der Heimat arbeiten musste, individuelle schöne Wohnung, Geld, Fahrschein, Fahrrad, Unterhaltungsprogramm, warum sollte er sich dann bilden und arbeiten gehen? Viel mehr als das, was er jetzt schon gratis bekommt, wird er mit einem einfachen Job auch nicht erhalten.

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Foto: Demonstration „Flüchtlinge willkommen! Nein zur Festung Europa!“ am 19. März 2016 vor dem Haus der Europäischen Union in Wien © Haeferl (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons