(David Berger) Manchmal ist es nur ein fast nebenbei gesprochener Satz oder eine kleine Geste, die schlaglichtartig den Zustand einer Person oder Institution erhellen. Ein solcher Satz fiel gestern auf dem Sonderparteitag der CDU in Wittenburg.

Dort suchte man – wie ursprünglich geplant – weniger nach Lösungen, wie man seine eigene, bei den Wählern immer unbeliebtere Partei wieder aus dem Tief holen könnte. Nein, man machte sich vor allem Sorgen darüber, wie man noch intensiver gegen die AfD kämpfen könnte.

Verschweigen, verbieten, diskutieren, dulden lassen, zusammenarbeiten? Nichts fand so recht die Zustimmung. Bis der Parteivorsitzenden und Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel der rettende Gedanke kam. Sie zog eine Geheimwaffe aus der Tasche, die sie offensichtlich auch ihrer Eigenschaft als Pfarrerstochter verdankt: Weihnachtslieder!

Sie wisse, dass sich viele Sorgen wegen des Islam machten. Statt aber gegen die Islamisierung vorzugehen (ein Wort, das sie natürlich nicht gebrauchte), solle man lieber wieder „christliche Traditionen“ pflegen. Und gemäß der allgemeingesellschaftlichen Zurückschrumpfung des Christlichen fiel ihr dazu nur Weihnachten ein.

Die CDU solle mit gutem Beispiel vorangehen und den Bundesbürgern zeigen, was sie gegen Isis, Dschihad, Allahu Akbar-Terror & Co tun können:

Liederzettel mit christlichen Weihnachtsliedern kopieren, verteilen, einen der Blockflöte spielen kann, finden. Und dann mit voller Kehle gegen den Islam ansingen und anblasen.

Und in einem kurzen lichten Moment, in dem ihr wahrscheinlich ein wenig dämmerte, was sie da gerade vorschlug, musste sie sich selbst vergewissern: „Ich meine das ganz ehrlich. Sonst geht uns ein Stück Heimat verloren.“

Schon das Wort „Blockflöte“ aus dem Mund jener Frau, die ihre Karriere indirekt auch der dem DDR-Regime hörigen Blockpartei, der Ost-CDU zu verdanken hat, klingt wie eine Satire. Für die, die es nicht wissen: Im Volksmund der DDR-Bürger nannte man Ost-CDU-Politiker verächtlich „Blockflöten“.

Und auch die Idee mit den Weihnachtsliedern stammt eigentlich nicht von der Kanzlerin. Sie hat sie schlicht geklaut. Von wem?

Von Pegida!

Ja, Sie haben richtig gehört, von der von den Nannymedien und der in Deutschland streng gehüteten und mit allen möglichen und auch unmöglichen Mitteln verteidigten „Politischen Korrektheit“ gehassten Pegida.

Der „Tagesspiegel“ berichtete davon wenige Tage später in der gewünschten Diktion: „Auch wenige Tage vor Weihnachten hat die fremdenfeindliche „Pegida“-Bewegung in Dresden wieder mehrere Tausend Menschen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland mobilisiert.

Auf der Neustädter Elbseite versammelten sich nach Zählungen der studentischen Statistikgruppe „Durchgezählt“ zwischen 6.000 und 8.000 Anhänger der rechtsextremen Bewegung und sangen unter anderem christliche Weihnachtslieder.“

Wir haben uns seit letztem Jahr an eine unerträgliche Menge von geradezu lächerlichen Vorschlägen von Politikern zum Umgang mit Migration und Islam gewöhnen müssen, aber mit diesem Vorschlag der Kanzlerin ist doch der nicht mehr überbietbare Tiefpunkt dessen erreicht, was einem Volk zugemutet werden kann.

Mit dieser Aussage hat sie die Intellektualität und weltweit bekannte Gutmütigkeit der Menschen in Deutschland, die sie direkt oder indirekt zur Kanzlerin gewählt haben, zutiefst beleidigt.

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