Nicht nur die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten von Linksextremisten und -radikalen hat die der Rechtsextremen überholt. Auch der Antisemitismus bei den Linksextremen in Deutschland bewegt sich derzeit in schwindelerregende Höhen. Der Bundesjustizminister muss nun endlich mit einem „Gipfel gegen Links“ reagieren. Text: David Berger

Die Ergebnisse eines vom Bundesfamilienministerium finanzierten mehrjährigen Forschungsprojektes der FU Berlin bestätigen Befürchtungen, die Fachleute seit mehr als einem Jahr – bewusst ignoriert von Medien und Politikern – aussprechen.

In der Pressemitteilung der FU dazu heißt es: „Antisemitismus und Judenfeindlichkeit sind einer Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin zufolge unter Linksextremen in Deutschland weit verbreitet. Bei der Untersuchung des Forschungsverbunds SED-Staat stimmen 34 Prozent der von den Wissenschaftlern zuvor als Linksextremisten eingestuften Personen der Behauptung zu, Juden hätten in Deutschland „zu viel Einfluss“. Unter Personen, die als Linksradikale eingestuft wurden, waren es noch 16 Prozent.“

Ähnliche hohe Zustimmung (insgesamt fast die Hälfte, 47 % – Vergleichsgruppe Durchschnitt der Bevölkerung 8%) findet bei den extremen Linken das Vorurteil, Juden seien „geld- und raffgierig“. Jude sei für die fanatischen Linken das Synonym für „Ausbeuter“. 14 % davon halten ein gewaltsames Vorgehen gegen Juden für gerechtfertigt.

Dabei mahnen die Wissenschaftler auch an, dass es an einer Abgrenzung von „normalen“ Linken gegenüber gewaltbereiten Linksextremisten fehle. Aber auch dass bei linksradikalen Gewaltverbrechen oft die politische Verortung der Gewalttäter verschleiert wird, fällt auf.

Opfer der extrem angestiegenen Gewaltbereitschaft der Linken seien aber derzeit vor allem andere Gruppen: „Die Wissenschaftler befassten sich auch mit den Feindbildern von Linksextremen. Diese begegnen den von ihnen als „Feinde“ angesehenen Personen den Ergebnissen zufolge nicht allein mit Hassbotschaften, sondern auch mit Gewalt.“

„Insbesondere Sympathisanten, Mitglieder und Funktionäre der Partei Alternative für Deutschland (AfD) seien Gewalt bis hin zu Körperverletzungen ausgesetzt. Die landläufige Annahme, Linksextremisten verübten überwiegend Gewalt gegen Sachen, Rechtsextremisten dagegen gegen Personen, bestätigten die offiziellen Daten nicht.“

„Die polizeiliche Statistik verzeichne seit 2009 mehr Körperverletzungen durch Linksextremisten und andere Linke als durch Rechtsextremisten und Rechte, betonten die Forscher. Wie schon in der ersten Studie kritisierten die Wissenschaftler, dass viele Gewaltdelikte der nichtextremistischen Linken zugeordnet würde, ohne dass öffentlich thematisiert werde, wer diese linken Gewalttäter seien.

Für nicht wenige Linksextremisten – so ein Ergebnis der Befragungen – dürften die in Gewalt ausgelebten Aggressionen einen gewissen „Kick“ darstellen, der wichtiger sei als die politischen Inhalte.“

In einem anderen Beitrag wurde bereits vor einigen Wochen darauf hingewiesen, dass nun Heiko Maas gefragt sei. Seinem „Gipfel gegen Rechts“ im vergangenen Jahr  müsse nun ein „Gipfel gegen Links“ folgen, wenn es ihm wirklich um die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung gehe.

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