In einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk hat sich Ayman Mazyek, der Chef des Zentralrats der Muslime in Deutschland zu Migration, AfD und Homosexuellen im Islam geäußert. Grundtenor:  Islamismus ist nicht so gut, aber den bekämpfen wir mit dem Islam. Außerdem verteidigten Muslime in Deutschland Homosexuelle, wann immer diese angegriffen oder verfolgt würden. Eine Antwort darauf von David Berger

Auf das Massaker von Orlando angesprochen, ließ er hr1 wissen: „Wir haben uns schon vor vielen Jahren ganz deutlich – zusammen mit Schwulen- und Lesbenverbänden gegen Homophobie gestellt. Und jetzt habe ich vor ein paar Tagen noch einmal deutlich gemacht, dass, wenn Menschen wegen ihrer Religion, ihrer Hautfarbe oder weil sie homosexuell sind, verfolgt oder angegriffen werden, dann stehen wir Muslime vor ihnen.“

Schwulenfeindlichkeit sei, so Mazyek, kein besonderes Problem des Islam oder der vom Islam geprägten Kulturen: „Ich glaube, das muss überall besprochen werden, wo Menschen wegen ihrer Religion oder ihrer Sexualität oder ihrer Hautfarbe bekämpft werden. Das ist doch selbstverständlich. Ich glaube nicht, dass es ein bestimmtes Land gibt, wo man sagt, da ist es jetzt besonders stark, sondern wir sollten immer besonders schauen, was passiert in unserem eigenen Land, und dann immer vor der eigenen Türe kehren. Und mein Land ist Deutschland und nicht die arabische Welt. Ich habe zwar Bezüge dazu, mein Vater kommt aus Syrien. Aber mein Land ist Deutschland, und ich bin Deutscher.“

„Ich glaube nicht, dass es ein bestimmtes Land gibt, wo man sagt, da ist Homophobie jetzt besonders stark“

Kritische Rückfragen von Seiten des Moderators erfolgten nicht. Schon alleine die Aussage, dass es kein bestimmtes Land gebe, in dem Homophobie besonders ausgeprägt sei, erweist sich aber bei einem einfachen Blick in die Statistiken und Berichte, wie sie von der „Gesellschaft für Menschenrechte“ oder bei „Amnesty International“ vorliegen, als eindeutige Falschaussage.

Die meisten Länder, in denen für schwule Männer die Todesstrafe gilt, sind Länder, in denen der Islam Staatsreligion ist bzw. das muslimische Religionsgesetz, die Sharia gilt. Aber auch bezüglich anderer Formen der Diskriminierung Trans- und Homosexueller stehen muslimische Staaten auf der „Liste der Schade“ ganz oben. Die für ihre linksliberale Ausrichtung bekannte Wikipedia bemerkt dazu:

„Homosexualität wird in islamisch geprägten Ländern verschieden bewertet und von Seiten des Staates rechtlich unterschiedlich eingestuft. Eine staatliche Anerkennung von homosexuellen Paarbeziehungen gibt es gegenwärtig in keinem islamisch geprägten Staa … In den meisten islamisch geprägten Staaten werden homosexuelle Handlungen mit unterschiedlich hohen Haftstrafen verfolgt. Hierzu gehören die Staaten Afghanistan(gegenwärtig keine staatliche Hoheit),  Algerien,  Ägypten,  Bangladesch,  Brunei,  Gambia,  Guinea,  Komoren,  Katar,  Libyen,  MalaysiaMalediven,  Marokko,  Oman,  Pakistan,  Senegal,  Somalia (gegenwärtig keine staatliche Hoheit),  Syrien,  Tunesien,  Turkmenistan und Usbekistan.“

Und weiter:

In den sieben islamischen Ländern Iran,  Nigeria (nördliche Landesteile),  Mauretanien,  Sudan (nördliche Landesteile), Jemen,  Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate droht die Todesstrafe.“

Herr Mazyek, ihre derzeit gewiss nicht leichte Verteidigung der eigenen Religion in allen Ehren. Aber das (euphemistisch ausgedrückt) Problem, das derzeit ganz offensichtlich im Verhältnis des real existierenden Islam zu homosexuellen Menschen besteht, löst man nicht durch apologetische Predigten, Schönreden, Verweis auf andere, die ebenfalls mit Homosexuellen Probleme haben, und Falschdarstellungen. Ob das Problem nun im Iran oder bei uns in Deutschland in den Asylunterkünften oder vom Islam geprägten Parallelgesellschaften besteht, immer hat es – neben anderen verschiedenen – eine gemeinsame Ursache

Hier sind vielmehr radikale Offenheit und Ehrlichkeit  sowie der Mut und die Manneskraft gefragt, die sinistere Realitäten schonungslos ansprechen, um sie zu verändern: im Interesse des Menschen, den Gott auch nach Ihrem Glauben schuf, und ihm so eine unzerstörbare Würde mitteilte – eine Würde, die unabhängig von seiner Herkunft, seinem sozialen Status, seiner Religion oder nicht vorhandenen Religion, seinem Geschlecht und seiner sexuellen Orientierung ist! Eine Würde, die ihm auch Religion nicht absprechen darf!