(David Berger) Unter dem Motto „Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen – Aufklärung im Kontext möglicher deutscher Bezüge im internationalen Epstein-Komplex“ versammelten sich heute einige tausend Menschen an der Berliner Siegessäule. Stargast war der Soul- und R&B-Star Xavier Naidoo.
Einige Minuten nach dem offiziellen Start der Kundgebung um 14 Uhr betritt Xavier Naidoo die Bühne. Aufgerufen hat er zusammen mit anderen Organisationen zu einer Kinderschutzdemo. Anlass dazu der Epstein-Skandal, der auf schockierende Weise gezeigt hat, dass Naidoo – der für seine Warnungen von den gleichgeschalteten Medien bis heute als „Spinner“ und „Verschwörungstheoretiker“ beschimpft wird – mit seinen Sorgen und Vermutungen rund um rituellen Kindesmissbrauch Realitäten benannt hat, die einfach viele nicht wahrhaben wollten. Was den Tätern natürlich in die Hände spielt.
Mit 8 Jahren sexuell missbraucht
Auf beeindruckende Weise berichtet er von seinem eigenen Missbrauch mit 8 Jahren in Südafrika durch den Gärtner seiner Tante, der ihn innerhalb einer halben Stunde „zu einem anderen hat werden lassen.“ Zu einem, der „anders auf das Leben und die Welt schaut“. Und der dadurch eine besondere Sensibilität für das Thema hat. So als er noch bevor der Dutroux-Skandal Belgien erschütterte, durch Charlerois fuhr und dabei ein seltsames Gefühlt hatte, dass dort etwas ganz und gar nicht stimmt.
Eine Sendung der ARD über rituellen Missbrauch zu Beginn des Jahrtausends weckte dann die Vermutung, dass sich das, was wir aus Belgien und anderswoher erfahren, auch bei uns abspielt – genau zu jener Zeit real, in der wir genau darüber nachdenken.
Naidoos Sorge war so groß, dass er damit an die Öffentlichkeit ging. Was ihm nicht nur einen Karriereknick verursachte, sondern ihn auch zur Zufluchtsadresse für viele Opfer machte, die ihm ihr Vertrauen schenkten. Aus dieser Perspektive heraus muss man es ernst nehmen, dass er auf der Bühnen auch wissen ließ, dass der Epstein-Skandal nicht ausschließlich irgendwelche weit entfernten Länder betrifft. Ganz im Gegenteil, der „Abgrund in Deutschland ist genauso tief“.
Rechtsextreme und Reichsbürger?
Umso erstaunlicher sei es, dass die großen Medien in Deutschland weiterhin bemüht seien, die Aufklärer in Sachen Kinderschutz zu diskreditieren, statt den deutschen Verflechtungen in die Epstein-Netzwerke nachzugehen. So habe die Deutsche Bank alleine für Epstein 40 Konten geführt.
Als wolle man die Kritik Naidoos unterfüttern erschien, noch während er auf der Bühne stand, erschien im linken „Tagesspiegel“ ein Artikel, der die Kundgebung als Demo verschwörungsideologischer und rechtsextremer Gruppen diffamierte. Um dann abschließend anzumerken: „Seine Fans zeigten sich größtenteils völlig unbeeindruckt von antisemitischen und Reichsbürger-Aussagen des Soul-Sängers in der Vergangenheit.“
Ich war zusammen mit einem Kollegen persönlich dort und wir haben das Publikum ebenfalls aufmerksam beobachtet: Weder rechtsextreme noch antisemitische Plakate oder Aussagen waren dort zu sehen oder zu hören, noch Reichsbürger in irgendeiner Form bemerkbar. Aber wo eine Deutschlandfahne schon als Zeichen für aggressiven Rechtsextremismus gilt, sieht man am Ende natürlich nur noch „Nazis“, wenn man diese für seinen vermutlich schon vorgeschriebenen Artikel braucht. Schließlich lief die Veranstaltung noch auf Hochtouren als der Artikel beim „Tagesspiegel“ bereits freigeschaltet war.
Journalisten für Pädo-Rechte
Dass man so – obwohl man es spätestens nach dem Epstein-Skandal besser wissen könnte – weiterhin Täterschutz betreibt, scheint die „Tagesspiegel“-Kollegen nicht zu beeindrucken.
Schließlich gehört der „Tagesspiegel“ zur selben Medienholding wie die „Zeit“. Dort veröffentlichte der damalige Feuilletonchef Rudolf Walter Leonhardt eine Artikelserie, in der er für die Entkriminalisierung sexueller Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern plädierte – der Schaden für Kinder interessierte ihn dabei so gut wie gar nicht …
Aber auch dafür hat Naidoo die richtigen Worte gefunden, als er nach einer seiner kurzen Moderationsansprachen seinen Hit „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist steinig und schwer“ sang.
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