Samstag, 21. Februar 2026

Friedrich Merz: Gegenpositionen zu kulturpolitischen, migrations- und wirtschaftspolitischen Strategien

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Im Rahmen der Münchener Sicherheitskonferenz nimmt Friedrich Merz kritisch Stellung zur Politik der USA.

  1. „Der Kulturkampf der MAGA-Bewegung ist nicht unserer.“
  2. „Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenwürde und das Grundgesetz wendet.“
  3. „Die regelbasierte Weltordnung existiert in dieser Form nicht mehr.“
  4. Europa müsse unabhängiger sein, aber es müsse auch das Vertrauen in die transatlantische Partnerschaft reparieren und wiederbeleben.
  5. „Wir setzen auf freien Handel, halten an internationalen Klimaabkommen fest und arbeiten mit Organisationen wie der WHO zusammen, weil globale Aufgaben nur gemeinsam gelöst werden können.“
  6. „Europa muss seine Verteidigungsfähigkeit stärken; die NATO bleibt zentral für die Sicherung unserer Freiheit.“
  7. „Deutschland wird mehr Verantwortung in Europa übernehmen müssen – politisch, wirtschaftlich und militärisch.“
  8. „Wir müssen unsere Verteidigungsfähigkeit schneller, effizienter und dauerhaft stärken – nicht nur mit Sondervermögen, sondern strukturell.“
  9. „Europa darf sicherheitspolitisch nicht dauerhaft von den Vereinigten Staaten abhängig bleiben.“
  10. „Abschreckung und Dialog gehören zusammen – aber Abschreckung ist Voraussetzung für glaubwürdigen Dialog.“
  11. Die Unterstützung der Ukraine sei keine Option, sondern eine Frage europäischer Sicherheit und Stabilität.
  12. „Unsere wirtschaftliche Stärke ist ein Teil unserer sicherheitspolitischen Resilienz – Wettbewerbsfähigkeit ist kein Gegensatz zu Sicherheitspolitik.“
  13. Demokratische Staaten müssten enger kooperieren, um autoritären Systemen geschlossen gegenüberzutreten.
  14. Strategische Souveränität Europas bedeute nicht Abkehr von Partnern, sondern die Fähigkeit, im Ernstfall eigenständig handlungsfähig zu sein.
  15. „Der Klimawandel ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine sicherheitspolitische Herausforderung.“
  16. Klimaschutz müsse mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit vereinbar bleiben; Innovation, Technologieoffenheit und marktwirtschaftliche Instrumente sollten im Vordergrund stehen.
  17. Globale Herausforderungen wie der Klimawandel könnten nur durch internationale Zusammenarbeit im Rahmen bestehender Abkommen bewältigt werden.
  18. Eine sichere, bezahlbare und diversifizierte Energieversorgung sei Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität und nationale Sicherheit.
  19. „Ein Staat muss wissen und entscheiden können, wer sein Territorium betritt.“
  20. Der Schutz der europäischen Außengrenzen sei Voraussetzung für die Freizügigkeit im Inneren.
  21. Irreguläre Migration müsse durch klare Verfahren, schnelle Entscheidungen und konsequente Rückführungen bei fehlendem Schutzanspruch begrenzt werden.
  22. Zwischen Fachkräftezuwanderung und humanitärem Schutz müsse rechtlich klar unterschieden werden.
  23. Migration müsse auch außen- und sicherheitspolitisch gedacht werden, etwa durch Stabilisierung von Herkunfts- und Transitstaaten.

Aber was meint Merz mit dieser Aussage, und welche Bedeutung hat sie für die deutsche Politik sowie darüber hinaus?

Merz widerspricht und ist damit gegen:

  1. Eine außenpolitische Leitlinie, die nationale Interessen grundsätzlich über multilaterale Verpflichtungen stellt.
  2. Eine flexible oder überprüfende Handhabung internationaler Abkommen mit dem Ziel größerer nationaler Entscheidungsfreiheit.
  3. Eine kritischere oder zurückhaltendere Rolle gegenüber internationalen Organisationen wie UN oder WHO.
  4. Ein Bündnisverständnis, das sicherheitspolitische Verpflichtungen stärker an unmittelbare nationale Gegenleistungen knüpft.
  5. Eine handelspolitische Strategie, die Zölle als zentrales Steuerungsinstrument zum Vorteil des eigenen Landes einsetzt.
  6. Eine industriepolitische Ausrichtung mit gezielter Rückverlagerung von Produktionskapazitäten in das eigene Land.
  7. Eine wirtschaftspolitische Priorisierung nationaler Produktions- und Lieferkettenstrukturen gegenüber globaler Arbeitsteilung.
  8. Eine Überprüfung oder Neuverhandlung internationaler Klimaabkommen.
  9. Eine Energiepolitik mit deutlicher Priorisierung nationaler fossiler Ressourcen zur Sicherung wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit.
  10. Ein Rückzug aus internationalen Klimaabkommen.
  11. Eine ausschließliche Fokussierung auf nationale Energiequellen.
  12. Eine Reduzierung staatlicher Klimaregulierung.
  13. Eine Priorisierung rein wirtschaftlicher Interessen.
  14. Eine Ausrichtung der Energiepolitik ausschließlich auf nationale Sicherheits- und Autarkieinteressen.
  15. Eine vorwiegend national ausgerichtete Grenz- und Migrationspolitik mit reduzierter Einbindung multilateraler Regelwerke.
  16. Eine migrationspolitische Strategie mit starkem Schwerpunkt auf physischer Grenzsicherung.
  17. Eine vollkommene Meinungsfreiheit nach dem US-amerikanischen First-Amendment-Verständnis.
  18. Eine Abkehr von staatlicher Regulierung digitaler Kommunikationsplattformen im Bereich politischer Rede.
  19. Eine politische Abkehr von identitätspolitischen Konzepten wie „Wokeness“, Diversity-Programmen oder Gender-Politiken.
  20. Eine Politik, die traditionelle kulturelle Maßstäbe und Identität zum zentralen politischen Leitmotiv macht.
  21. Eine Politik, die etablierte Medien und staatliche Institutionen gezielt korrigiert, um einseitige politische Positionen von Rundfunk und Presse, die die öffentliche Meinung beeinflussen, auszugleichen.
  22. Eine strategische Reduzierung wirtschaftlicher Abhängigkeiten durch umfassende nationale Autonomiestrategien.
  23. Eine außenpolitische Priorisierung bilateraler Abkommen gegenüber multilateralen Formaten.

Aus seinen Aussagen gegenüber den USA auf der Münchener Sicherheitskonferenz lassen sich bestimmte Rückschlüsse auf die politische Linie von Friedrich Merz für Deutschland ziehen. Auf Grundlage der 22 dokumentierten Aussagen wurden 23 Punkte identifiziert, in denen Merz zumindest implizit Positionen widerspricht oder sich von bestimmten früheren Ansätzen abgrenzt. Daraus ergibt sich, dass er an seiner bisherigen politischen Linie für Deutschland festhält, kleinere Anpassungen signalisiert, sich jedoch von früheren eigenen Aussagen distanziert, die nicht mehr seiner heutigen Position entsprechen. In dieser Hinsicht steht er in Kontinuität zu den Grundlinien der Politik der Vorgängerregierungen – von den Merkel-Regierungen bis zur Ampel-Regierung – in wesentlichen Politikbereichen, etwa Außen-, Sicherheits-, Wirtschafts-, Klima- und Migrationspolitik.

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