Freitag, 20. Februar 2026

Der Begriff „UnsereDemokratie“ stammt von Erich Honecker

Kein Begriff dürfte derzeit so sehr für den Niedergang der Demokratie stehen wie „UnsereDemokratie“. Dr. Stefan Weber, besser bekannt als der „Plagiatsjäger“ hat nun auch ausgemacht, aus welchem politischen Milieu der Begriff stammt: Aus einem Staat, der sich ganz bewusst „Demokratische Republik“ nannte, um davon abzulenken, dass es dort mit der Demokratie nicht weit her war.

Weber schreibt: „Linke und Grüne verwenden in Deutschland, aber auch in Österreich ständig die Begrifflichkeit ‚Unsere Demokratie‘ statt nur ‚Demokratie‘. Ich habe mich stets gefragt, was hier das ‚unser‘ bedeuten soll.“ (Quelle)

Kampfvokabel der DDR

Und er kommt zu dem Ergebnis, dass es sich bei „Unsere Demokratie“ um einen Ausdruck mit tieferer Herkunft und Geschichte handelt. Er schreibt klar: „Die Pointe ist nun, dass ich denke, mit ziemlicher Sicherheit zeigen zu können, dass es sich um eine Kampfvokabel der DDR handelte, die unter anderem von Erich Honecker verwendet wurde.“

Ein wichtiges Element seiner Argumentation ist der historische Befund: Im Zeitraum des Bestehens der Deutschen Demokratischen Republik (1949–1990) sei der Begriff häufiger zu finden gewesen als anderswo – unter anderem als Kapitelüberschrift in der Biografie von Erich Honecker.

Noch deutlicher wird Weber, wenn er die semantische Gewichtung der Phrase interpretiert:

„Das ‚Unsere‘ in ‚unsere Demokratie‘ meint also nicht die Demokratie von uns allen, die Demokratie westlicher Industriestaaten, die Demokratie der EU oder Ähnliches. Das ‚unsere‘ verweist auf linkes Denken, also auf ‚uns Linke‘, in seiner extremen oder oft nur unterschwelligen Ausprägung auf eine ‚Demokratie besseren Typs‘, die nach der sozialistischen Revolution Wirklichkeit werden soll.“

DDR 2.0

Weber kann zeigen, dass „unsere Demokratie“ nicht als neutrale Zuschreibung gelten kann, sondern als sozialisiert politisches Statement, das historisch auf bestimmte Diskurse und Ideologien verweist – und heute subtil fortwirkt. Als Vorboten eines solchen totalitären Demokratieverständnisses nennt Weber u.a. die rigiden Corona-Maßnahmen
Kostenbeteiligungen als ‚Bestrafung‘ Ungeimpften, den ideologisch gelenkten Staatsfunk, den Wunsch nach Verbot der Opposition.

Hinter der Renaissance des unseligen Begriffs steht ein unmissverständliches Anliegen, dass ebenfalls Weber thematisiert hat: „SPD, Grüne und auch die CDU (letztere vier Wörter sind für mich wirklich neu!) wollen im nunmehr vereinigten Deutschland einen neuen, herkunftsmäßig diversen, aber meinungstechnisch gleichgeschalteten Sozialismus errichten.“

VERHINDERN WIR EINEN NEUEN „DIVERSEN SOZIALISMUS“ IN DEUTSCHLAND!

Das sind jetzt endlich mal Thesen:

1. #SPD, #Grüne und auch die #CDU (letztere vier Wörter sind für mich wirklich neu!) wollen im nunmehr vereinigten #Deutschland einen neuen, herkunftsmäßig diversen, aber…

— „Plagiatsjäger“ (@SprachPhilo) February 20, 2026

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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