Dienstag, 17. Februar 2026

Epstein-Skandal: Polizei löst Demo auf, bevor Xavier Naidoo auftreten kann

(David Berger) Rund 300 Menschen sind am heutigen Mittag vor dem Bundeskanzleramt zusammengekommen, um gegen Vertuschung des Kindesmissbrauchs zu protestieren und eine umfassende Aufklärung im Zusammenhang mit den sogenannten Epstein-Files zu fordern. Die Kundgebung verlief absolut ruhig, dennoch wurde sie kurz vor einem angekündigten Auftritt des Sängers Xavier Naidoo von der Polizei aufgelöst.

Die Demonstranten trugen Plakate und Banner, auf denen sie ein entschiedenes Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch von Kindern sowie mehr Transparenz im Umgang mit internationalen Verstrickungen forderten. Dabei ging man bewusst nicht aggressiv-laut vor, sondern die Versammlung wollte ein stilles, aber deutliches Signal an die Politik senden: Es geht hier nicht um die Erlaubnis von Plastikstrohhalmen in der EU, sondern um unsere Kinder, nehmt euch endlich des Themas an.

Veranstaltung vor Auftritt von Xavier Naidoo aufgelöst

Während die bislang veröffentlichten Akten international für ein paar wenige Konsequenzen in der Personalpolitik gesorgt haben, scheinen weder deutsche Politiker noch ihre Medien an der Sache ein wirkliches Interesse haben. Missbrauch von Kindern wird seit Frau von der Leyens Kampf gegen die Meinungsfreiheit im Internet immer nur dann thematisiert, wenn man weitere Zensurmaßnahmen zu Erhaltung der eigenen Macht durchboxen will, ohne größeren Widerstand erwarten zu müssen.

Besonders bezeichnend auch der Abschluss der Veranstaltung:

In in einer normalen Gesellschaft müsste man erwarten, dass sich Politiker und Medien, die Xavier Naidoo öffentlich als verrückten „Aluhutträger“ beschimpften und seiner Karriere so einen schweren Schlag versetzten, nun öffentlich bei ihm entschuldigen. Hatte Naidoo doch schon in den 10er-Jahren unseres Jahrhunderts eindringlich vor dem gewarnt, was sich mit großer Wahrscheinlichkeit im Epstein-Netzwerk zutrug. Eigentlich müssten sich jetzt alle, die ihn damals lächerlich und dadurch eine ernsthafte Beschäftigung mit seinen Vorwürfen erfolglos machten, überlegen, wie viele Kinder seither hätten gerettet werden können, hätte man auf ihn gehört.

Wie weit entfernt ist Berlin von Little Saint James?

Aber genau das Gegenteil erfolgte heute: Für den Abschluss der Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt war ein kurzer Beitrag von Xavier Naidoo geplant, doch auch dieser wurde verhindert. Augenzeugen berichten in den sozialen Netzwerken, dass die Polizei die Versammlung aufgelöst habe. Der Grund: Eine mögliche Gefährdung von Politikern könne man nicht ausschließen. Worin diese Bedrohung bestanden haben soll, bleibt völlig unklar.  Zuvor soll Naidoo die Bitte um ein Gespräch vor Ort im Kanzleramt gebeten haben, die ihm abschlägig beantwortet wurde.

Wieder einmal zeigt sich: Im linksgedrehten Deutschland sind Kinder nur dann interessant, wenn sich das Regime immer mehr toxische Lufthoheit über die Kinderbetten stehlen oder die Bevölkerung noch stärker überwachen kann. Wer begriffen hat, dass es bei dem Epstein-Skandal nie wirklich und entscheidend um Sex ging, sondern um skrupellose Macht und Gewalt, der musste sich spätestens heute eingestehen, dass die Insel Little Saint James gar nicht so weit vom Reichstagsgebäude entfernt ist. Oder um es mit Naidoo zu sagen: „Kindern in den Fängen der Monster“.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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