Freitag, 6. Februar 2026

Bill Gates in den Epstein-Files: 20 Jahre Pandemie-Planung

(David Berger) Bill Gates ist ohne Zweifel eine der Hauptpersonen in den Epstein-Files. Wenn auch derzeit eine Geschlechtskrankheit im Mittelpunkt steht, die er sich eventuell bei einem Besuch auf Epsteins Kriminellen-Insel geholt hat, scheint viel spannender, was die neuen Epstein-Dokumente über Macht, Geld und globale Gesundheit nahelegen. Bittel-TV hat einen investigativer Blick auf interne E-Mails, Finanzkonstrukte und Netzwerke geworfen– und auf die Frage, wie nah Vorsorge und Profit aneinandergerückt sind.

Als Ende 2025 Millionen Seiten aus dem Umfeld des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht wurden, richtete sich der öffentliche Fokus zunächst auf Namen, Kontakte und moralische Verfehlungen. Ein Teil der Dokumente wirft jedoch eine andere, strukturelle Frage auf: Wurden Pandemien über Jahre hinweg nicht nur als Gesundheitsrisiko, sondern auch als plan- und investierbare Kategorie behandelt?

Ein Forschungsbericht, der sich auf interne E-Mails, Textnachrichten, Briefings und Finanzunterlagen aus den Jahren 2011 bis 2019 stützt, zeichnet das Bild einer lange vor COVID-19 aufgebauten Infrastruktur, in der globale Gesundheit, Pseudo-Philanthropie und Finanzmärkte eng miteinander verflochten sind. Der Bericht erhebt keinen Anspruch, den Ausbruch von COVID-19 zu erklären oder zu verursachen. Sein Gegenstand ist nüchterner – und für manche unbequemer: Was war bereits da, bevor die Krise kam?

Impfstoffe als Investitionsnarrativ

Zentral sind interne E-Mails aus dem Umfeld von JPMorgan aus dem Jahr 2011. Darin wird ein sogenannter donor-advised fund (DAF) diskutiert – ein legales, steuerbegünstigtes Spendenvehikel, das Großspendern Einfluss auf die Verwendung ihrer Mittel lässt. In der Korrespondenz taucht Jeffrey Epstein als Berater auf. Er empfiehlt, Impfstoffe ausdrücklich als Kernbotschaft zu platzieren und Strukturen mit Offshore-Flexibilität aufzusetzen. In den Dokumenten ist von „zusätzlichem Geld für Impfstoffe“ und von Milliardensummen die Rede, die sich innerhalb weniger Jahre mobilisieren ließen.

Solche Fonds sind nicht illegal. Kritisch wird es dort, wo sie laut den Unterlagen auf unbegrenzte Laufzeit, Renditeorientierung und minimale öffentliche Kontrolle ausgelegt sind. Der Bericht spricht von einer Grauzone, in der Philanthropie, Finanzengineering und politischer Einfluss kaum noch zu trennen seien.

Krise als Assetklasse

Ein weiteres Dokument der Gates Foundation aus dem Jahr 2013 beschreibt den Global Health Investment Fund als ersten Fonds, der gezielt in Medikamente und Impfstoffe für die globale Gesundheit investiert. Das Risiko für private Investoren wurde dabei erheblich reduziert: Stiftungen und öffentliche Partner garantierten einen Großteil des eingesetzten Kapitals. Verluste würden sozialisiert, Gewinne privatisiert – so die zugespitzte Analyse des Berichts.

Parallel dazu entstanden Rückversicherungsprodukte, die bei formalen Pandemie-Erklärungen automatisch auszahlten. Die Weltbank emittierte schon 2017 sogenannte Pandemie-Anleihen; Coronavirus-Ausbrüche waren ausdrücklich Teil der Bedingungen. Für Investoren lohnte sich das Geschäft, solange keine Pandemie erklärt wurde – und auch dann griffen klare, vorher festgelegte Mechanismen.

Deutsche Unternehmerin in Sachen Pandemie erfolgreich

In dem Bericht sucht man den Namen der deutschen Unternehmerin Nicole Junkermann vergeblich. Diese „tauschte sich über Jahre regelmäßig mit dem schwerreichen US-Amerikaner aus – persönlich, strategisch, über Projekte, Netzwerke und private Fragen“ so ein aktueller Bericht von t-online. Nicole Junkermann ist eine deutsche Unternehmerin, Investor­in und Gründerin der internationalen Investmentfirma NJF Holdings. Sie lebt in London und investiert u. a. in Technologie-, Gesundheits- und Biotech-Unternehmen.

Sie hat früh in Unternehmen wie OWKIN investiert (ein Pariser Gesundheits-KI-Unternehmen) und saß im Board. Sie war Mitglied des Healthtech Advisory Board im britischen Gesundheitsministerium (UK Department of Health and Social Care), was sich mit digitaler Gesundheitstechnologie im NHS befasst. In Interviews und öffentlichen Auftritten hat Junkermann betont, dass einige ihrer Beteiligungsunternehmen (z. B. OWKIN) sich technologisch gegen COVID-19 engagierten – z. B. durch Unterstützung beim Datenaustausch für Forschung oder das Spenden von Schutzausrüstung in der Pandemie.

Simulationen, Karrieren, Machtkreise

Besonders brisant sind Textnachrichten aus dem Jahr 2017, in denen Pandemie-Simulationen beiläufig als berufliche Qualifikation erwähnt werden – im selben Atemzug wie mögliche Posten bei der Gates-nahen Investmentwelt, in Impfstoffabteilungen großer Pharmakonzerne oder bei Rückversicherern. Pandemie-Vorsorge erscheint hier nicht als isolierte Notfallübung, sondern als Karrierewährung innerhalb eines elitären Netzwerks.

Im Oktober 2019 folgte schließlich Event 201, eine öffentlich bekannte Pandemie-Simulation mit einem neuartigen Coronavirus, organisiert von der Gates Foundation, dem Weltwirtschaftsforum und der Johns Hopkins University. Solche Übungen sind an sich legitim. Der Bericht argumentiert jedoch: Wenn Simulationen, Finanzprodukte, Patente, Personalnetzwerke und politische Foren jahrelang parallel aufgebaut wurden, dann ist es zu kurz gegriffen, all dies als bloße Vorsorge ohne ökonomische Interessen abzutun.

Keine Verschwörung – aber ein strukturelles Problem

Der Bericht betont mehrfach, was er nicht behauptet: Er liefert keinen Beweis für die bewusste Auslösung einer Pandemie und keinen Nachweis strafbaren Handelns im Bereich der Gesundheitsfinanzierung. Was er zeigt, ist etwas anderes: eine systemische Bereitschaft zur Monetarisierung von Krisen, lange bevor diese eintreten. Und damit natürlich verbunden der Wunsch, dass sie noch mehr Geld und Macht einbringen, wenn sie dann tatsächlich eintreten.

Problematisch ist dabei weniger die Existenz einzelner Instrumente als ihre Konzentration in wenigen Händen – und die Rolle von Intermediären wie Epstein, der trotz bekannter Vorstrafen über Jahre hinweg Zugang zu Banken, Stiftungen und politischen Entscheidungsträgern hatte. Dass große Institutionen einen solchen Akteur wiederholt einbanden, wirft Fragen nach Urteilsvermögen, Kontrolle und Verantwortung auf.

 


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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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