(David Berger) Der Vatikan hat sich nun offiziell in einen innerkirchlichen Streit eingemischt und bestätigt, was viele bereits befürchtet haben: Der Vatikan hält eisern daran fest, den saarländischen AfD-Landtagsabgeordneten Christoph Schaufert nicht nur aus dem Verwaltungsrat der katholischen Gemeinde St. Marien in Neunkirchen ausgeschlossen zu lassen, sondern schmettert auch seine Beschwerde komplett ab.
Schaufert war schon im April 2024 von seinem kirchlichen Ehrenamt entfernt worden, nachdem die lokale Gemeinde darum gebeten hatte. Jetzt hat das Dikasterium für den Klerus in Rom entschieden, dass sein Einspruch „rechtlich und sachlich unbegründet“ sei und damit die Entscheidung des Trierer Bischofs bestätigt.
Als Begründung dient die seltsame, weil auf die AfD nicht zutreffende These der deutschen Bischöfe, wonach „völkischer Nationalismus und Christentum unvereinbar“ seien. Dass die AfD die einzige Partei in Deutschland ist, die die christliche Ethik in ihrem Grundsatzprogramm wenigstens noch annähernd zum Fundament nimmt, scheint im Vatikan unbekannt zu sein. Gloria von Thurn und Taxis hatte vor gut einem Jahr richtig festgestellt: „Die AfD ist die einzige Partei, die gegen die Abtreibung ist, eine Partei, die sich für die Familie einsetzt, die Wichtigkeit der Reproduktion unseres eigenen Volkes im Wahlprogramm stehen hat. Das ist also die einzige katholische Partei jetzt, per heute.“ (Quelle)
Katholisch bleiben, keine Kirchensteuer mehr bezahlen
Schaufert, der seit 2016 AfD-Mitglied und stellvertretender Fraktionsvorsitzender im saarländischen Landtag ist, hält diese Maßnahme für völlig ungerecht – er betont, ihm sei persönlich nichts vorzuwerfen, und kritisiert die Kirche dafür, ihn allein wegen seiner politischen Zugehörigkeit zu bestrafen. In Folge des vatikanischen Urteils hat er seine Zugehörigkeit im deutsch-katholischen Kirchensteuerverein gekündigt, bleibt aber weiter Mitglied der katholischen Kirche und sieht sich „weiterhin als gläubiger Katholik“.
Insgesamt wirkt die Entscheidung wie eine moralische Verbotsverfügung aus Rom, die politischen Mainstream-Urteilen kirchliche Legitimation verschafft und zeigt, wie tief sich die Hierarchie in politische Fragen einmischt – weit entfernt von echter theologischer Auseinandersetzung und katholischer Lehre, dafür umso näher an parteipolitischer Ausschließungspraxis und in Zusammenarbeit mit einem Kirchensystem, das selbst immer deutlicher in eine fatale antikatholische Opposition zum Vatikan schlittert.
Kardinal Müller: Wer die AfD wählt, ist kein schlechter Christ
Die Entscheidung, in die der Papst nicht direkt involviert war, dürfte auch innerhalb des Vatikans umstritten sein. Im April 2025 hatte sich der deutsche Theologe, Erzbischof und Kardinalpriester der römisch-katholischen Kirche, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, in einem Interview mit Weltwoche-Reporter Roman Zeller gegen die politische Einmischung der Kirche ausgesprochen.
Der 77-Jährige sagt klipp und klar: Kein Bischof hat das Recht, Gläubigen vorzuschreiben, welche Partei sie wählen dürfen. Wer so etwas tut, überschreitet seine Zuständigkeit. Und wer meint, Christen dürften die AfD nicht wählen, der irrt sich gewaltig.
Auf die Frage von Zeller, wie er es fände, dass in Deutschland die Kirchen dazu aufrufen, nicht die AfD zu wählen, antwortet Müller:
„Die haben das so gedreht, dass jeder, der sie kritisiert, sozusagen zu einem AfD-Freund erklärt wird oder zu einem Menschenfeind oder zu einem Staatsfeind deklariert wird. Das ist ja so das Teuflische an dieser Ideologie, dass ein freies Denken und Urteilen nicht mehr möglich ist, sondern dass von daher alle eingeordnet werden in ihr Schema, das ein Herrschaftsschema ist. Rechts und links oder fortschrittlich oder konservativ oder wie auch immer. Wenn die deutschen Bischöfe gut beraten sind, dann sollen sie sich mal auseinandersetzen mit der Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils.“
Seelsorge statt Wahlempfehlungen
Müller spricht das aus, was viele denken. Die Kirche soll sich um Seelsorge kümmern, nicht um Wahlempfehlungen. Er wirft den Bischöfen vor, sich vor den Karren der Parteipolitik spannen zu lassen. Es gehe nicht mehr um das Evangelium, sondern um Zeitgeist und Karriere.
Deutlicher kann man kaum werden. Müller sieht in der pauschalen Ablehnung der AfD einen Machtmissbrauch. Und er warnt: Wer Eltern wegen ihrer Werte die Kinder wegnimmt, handelt verbrecherisch. Wer den Islam hofiert und das Christentum verdrängt, spielt mit dem Feuer. Wer Europa von seinen Wurzeln trennt, der macht den Weg frei für Barbarei.
***
Seit fast 10 Jahren setzt sich dieser Blog für einen fairen Umgang mit der AfD ein. Wenn Sie dies gut finden, können Sie dies mit einem Klick hier zeigen:
Oder per Überweisung auf
David Berger, IBAN: DE44 1001 0178 9608 9210 41 – BIC REVODEB2 – Stichwort: Schenkung
ÜBERWEISUNG (Stichwort: Schenkung)
Entdecke mehr von Philosophia Perennis
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.








