Freitag, 4. April 2025

Kirchenaustritte: Warum wir gerade jetzt das Christentum am dringendsten brauchen

Die Austritte (besser gesagt Abmeldungen von der Kirchensteuer) aus der katholischen Kirche und den evangelischen Kirchengemeinschaften in Deutschland explodieren seit der immer erschreckenderen Unterwerfung der Kirchen unter an den totalitären Staat und seine widerchristliche Agenda (Islam-Appeasement, antidemokratische Hetze gegen die AfD, Akzeptanz der queeren Ideologie). Mit Peter Weber habe ich über die Ursachen gesprochen:

Nicht nur dem Augenblick verfallen!

Noch ein kleiner Nachtrag zu einem Punkt, der das Gespräch gesprengt hätte: Ich höre immer wieder den Kommentar:

„Wie kannst Du in eine Kirche zurückkehren, die einen Papst hat, der zusammen mit zahlreichen angeblich liberalen Kirchenmännern den Glauben an die eigene Sache ganz aufgegeben zu haben scheint? Die sich auch der derzeit immer totalitärer werdende Staat über hohe Finanzleistungen gekauft hat, um so der Kirche ihre in der Neuzeit wichtigste Aufgabe zu nehmen: Stachel im Fleisch totalitärer Staaten zu sein, die keine Götter neben sich dulden und jeden Respekt vor der menschlichen Person, so sie nicht ihren Zielen devot dient, verloren haben (Transhumanismus). Diese Beschreibung gegenwärtiger, sehr mächtiger Teile der Kirche halte ich für zutreffend.

Die Gleichschaltung weiter Teile der Kirche bis hin zu Papst Franziskus mit den Corona-Diktaturen, dem Globalismus und den politischen Strategien von George Soros hat dazu geführt, dass mir immer wieder Leser so oder ähnlich schreiben: „Ich will mit dieser katholischen Kirche nichts mehr zu tun haben und verstehe ihre Begeisterung für den Katholizismus nicht.“

Auf solche ernst zu nehmenden Einwände versuche ihnen dann möglichst allgemeinverständlich zu erklären, was ich über viele Jahre beim Studium der Kirchengeschichte gelernt und als Dozent für Theologie gelehrt habe: dass die katholische Kirche von Christus selbst gegründet ist und über 2000 Jahre den Glauben an die Botschaft Jesu auch durch die dunkelsten Zeiten der Gottferne gerettet hat. Mögen ihre Stellvertreter noch so sehr fehlen und sündigen (wer von uns hätte einen Grund hier den ersten Stein zu werfen?), die Erlösung, die uns Christus durch sein Leiden und Kreuz verdient hat und die sie uns vermitteln, wird dadurch nicht weniger oder schwächer. Mit ihren Sakramenten und ihrem mannigfaltigen, unendlich wertvollen Reich an Riten und Bräuchen, mit der großen Familie der Heiligen, an deren Spitze die Jungfrau Maria steht, ist sie Wurzel des Abendlandes und Heimat für Milliarden von Menschen geworden.

Gegen die totalitären Machthaber standen stets ihre großen Heiligen: allen voran die Blutzeugen von dem ersten Märtyrer Stephanus bis hin zu einem hl. Pater Maximilian Kolbe, der stellvertretend für einen Familienvater im Hungerbunker von Auschwitz sein Leben gab. Sowie die großen heiligen bzw. heiligmäßigen Päpste wie Pius XII. oder Johannes-Paul II., der an entscheidender Stelle half, das mörderische Gulag-Regime der UDSSR zum Einsturz zu bringen. Und die uns so lehrten, dass der Adel des Katholiken u.a. in seinem Ultramontansein besteht.

Oasen authentischer Katholizität werden die Veränderung einleiten

In einem zweiten Schritt weise ich die genannten Leser auf jene Persönlichkeiten hin, die heute für diese große lebendige Tradition stehen. Jene Männer, die das Weihwasser nicht gegen Desinfektionsmittel und die Osterkommunion nicht gegen die Impfung ausgetauscht haben. Jene, die mutig einer Gleichschaltung mit dem Zeitgeist widerstehen. Vielen von ihnen durfte ich persönlich in den letzten Jahren auf meinem Weg zurück in die volle Gemeinschaft mit dem mystischen Leib Christi begegnen: Von einem Bischof über Ordenspriester bis hin zu den wunderbaren Priestern und Gläubigen des Berliner Instituts Philipp Neri bw. von St. Afra, einer Oase des authentischen katholischen Glaubens mitten in Berlin.

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Von der Freude nach Hause zu kommen

David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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