Dienstag, 18. Juni 2024

Papst Benedikt XVI ist tot: In Dankbarkeit und Ehrfurcht verneigen wir uns

(David Berger) Er war einer jener Päpste, die nicht den aktuellen Zustand der Kirche, sondern vielmehr die Indefektibilität und die heilige Schönheit der Catholica am deutlichsten spiegelten. Das versetzte den sog „deep state“,Atheisten und Kirchenhasser in eine enorme Angst, aus der heraus sie ihre unerbittliche, bis kurz vor seinem Tod anhaltende Schmutzkampage durchzogen. Selbst als er sich längst zurückgezogen hatte, verfolgten sie ihn – bis zu seiner Todesstunde – mit einem geradezu manischen Hass.

Papst Benedikt XVI. ist tot. Versehen mit den heiligen Sterbesakramenten verstarb er heute morgen um 9.45 h im Alter von 95 Jahren im Vatikan, wo er auch bis zu den Exequien aufgebahrt wird.

In Dankbarkeit und Ehrfurcht  – so einer der ersten Nachrufe von Giuseppe Nardi -„verneigen wir uns vor Benedikt XVI., dieser großen Gestalt, die das Papsttum mit so großer Würde ausgefüllt hat und ein Lehrer der Menschen war. Im Gegensatz zu den unzähligen Schwätzern unserer Zeit war er jener, der der Menschheit etwas zu sagen hatte. Daß diese ihn kaum hören wollte, tut dem keinen Abbruch. In dieser ersten Reaktion auf sein Ableben ist nicht der Platz für eine umfassende Würdigung, dafür umso mehr aber für eine Verneigung vor dieser herausragenden Gestalt, die so vielen ein Hirte, Lehrmeister, Vater und Führer gewesen ist.

Große Hoffnung für die geschundene Kirche

Unvergessen ist der Moment, als am 19. April 2005 von der Mittelloggia des Petersdomes sein Name als erwählter Papst verkündet wurde. Er gab der geschundenen Kirche neue Hoffnung, auf die all jene bereitwillig Antwort gaben, die willens waren, sich um Petrus zu scharen.

Unvergessen ist der Schock seines Amtsverzichts, der in seiner Art in der Kirchengeschichte beispiellos ist und Grund für anhaltendes Rätseln blieb.

Unvergessen sind als dräuendes Zeichen für das Kommende aber auch die Bilder jenes nicht minder beispiellosen Blitzscheinschlags in die Peterskuppel am 11. Februar 2013, dem Tag, als er seinen bevorstehenden Rücktritt bekanntgab, eines Naturereignisses, das weder vorher noch seither dokumentiert und unweigerlich von vielen als Fingerzeig des Himmels gedeutet wurde.

Pontifikat seines Nachfolgers war Qual für ihn

Fast zehn Jahre musste er seither selbstgewählter Zeuge werden, wie sein Bemühen, die Kirche wiederaufzurichten, von seinem Nachfolger und anderen Gegenspielern Stück um Stück demontiert wurde. Wie es ihm, der sich betend in das Kloster Mater Ecclesiae zurückgezogen hatte, dabei ergangen sein muss, behielt er wegen seiner feinen und edlen Art und seines großen Respekts vor dem Petrusamt in sich verborgen.

Nur gelegentlich blitzte seine Autorität noch auf, zuletzt, als er zusammen mit Kardinal Robert Sarah im Januar 2020 in Buchform ein leidenschaftliches Plädoyer für das Weihesakrament und den priesterlichen Zölibat hielt. Darin sprach er von einer „dunklen Zeit“, die das Priestertum durschschreite, eine Einschätzung, die er als historischen Moment durchaus auf die ganze Kirche verstanden wissen wollte. Es war wie ein letztes Aufbäumen. Ein Schritt, der in Santa Marta nicht ohne Eindruck blieb.“

In paradisum deducant te angeli;
in tuo adventu suscipiant te martyres,
et perducant te in civitatem sanctam Ierusalem.
Chorus angelorum te suscipiat,
et cum Lazaro, quondam paupere,
æternam habeas requiem.

R.I.P

David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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