Im Exklusivinterview mit der „Tagespost“ betont der Kölner Weihbischof Dominik Schwaderlapp, wie sehr er sein eigenes Fehlverhalten bedauere und erklärt, wie er seine Entscheidungen als vormaliger Generalvikar bewertet. Auch auf die Rolle Kardinal Meisners geht Schwaderlapp ein.

Im Unterschied zu dem Hamburger Erzbischof Heese, der heute bei der Veröffentlichung des Kölner Gutachtsens zum Missbrauch in der Erzdiözese nicht gut wegkam, gilt der Kölner Weihbischof Dominik Schwaderlapp als Vertreter einer streng katholischen Moral.

Papst Franziskus Amtsverzicht angeboten

Kardinal Woelki hat Schwaderlapp in der heutigen Pressekonferenz zur Veröffentlichung des unabhängigen Gutachtens vorläufig von seinen Aufgaben entbunden. Darüber hinaus hat sich Weihbischof Schwaderlapp an Papst Franziskus gewandt und ihm den Amtsverzicht angeboten.

Das hat er – so seine Aussage im Interview mit der Tagespost – aus voller Überzeugung getan:

„Ich habe in der letzten Zeit festgestellt, wie wichtig dieser Schritt heute für einen Heilungsprozess ist. Anders kommen wir nicht voran. Ich nehme das Gutachten und sein Ergebnis sehr ernst. Meine eigenen Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit tun mir von Herzen leid. Ich kann sie nicht rückgängig machen, so sehr ich es wünschte. Aber ich kann auch nicht einfach um Verzeihung bitten und dann weitermachen, als sei nichts geschehen. Ich muss die Verantwortung dafür übernehmen.

Persönliche Verantwortung zu übernehmen für die Fehler, die das Gutachten aufzeigt, das bedeutet für mich an erster Stelle, Menschen um Verzeihung zu bitten, die ich mit meinem Ungenügen verletzt habe. Ich tue das an dieser Stelle ausdrücklich. Ich hoffe, möglichst viele Menschen mit meiner Bitte zu erreichen. Dabei will ich mich auch nicht in die Unpersönlichkeit einer Zeitung flüchten. Wer mit mir ein persönliches Gespräch führen möchte, dem stehe ich nach meinen Möglichkeiten zur Verfügung.“

Kardinal Meisner wollte sexuellen Missbrauch aufklären

Schwaderlapp, der wie Woelki an der Hochschule des Opus Dei in Rom promovierte, gilt als Zögling des vormaligen Kölner Kardinal Meisners, einer charismatischen Bischofsfigur: Zu der Rolle Kardinal Meisners im Missbrauchsgutachten sagt er:

„Bisher konnte ich das Gutachten nur überfliegen. Ich habe es auch erst heute Mittag bekommen. So wie ich Kardinal Meisner erlebt habe, waren ihm Priester mit Doppelleben ein Gräuel. Auch wenn er natürlich wusste, dass es sexuellen Missbrauch in der Kirche gibt, hat ihn das Schicksal jedes einzelnen Betroffenen bestürzt. Es war sein ehrlicher Wunsch, sexuellen Missbrauch aufzuklären und zu sanktionieren – freilich werden ihm auch Fehler zugeschrieben. Das zu sehen, gehört zu dem ebenso schmerzhaften wie wichtigen Prozess, den die Kirche gerade durchlebt.“

Das gesamte Interview können Sie hier lesen: DIE TAGESPOST

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