Philosophia Perennis

Unter Protest: Kuratoriumspräsident Max Otte tritt aus AfD-naher Stiftung aus

(c) Screenshot Schrang-TV

(David Berger) Der Kölner Investor und Fondsmanager Professor Max Otte hat heute mit sofortiger Wirkung die Desiderius Erasmus Stiftung unter Protest verlassen und seinen Vorsitz in deren Kuratorium abgegeben. 

„Ich trete mit sofortiger Wirkung vom Vorsitz des Kuratoriums der Desiderius-Erasmus-Stiftung zurück und aus dem Kuratorium aus. Statt sich mit den Zukunftsfragen für unser Land zu beschäftigen, beschäftigt sich die AfD vor allem mit sich selbst.“ (Quelle)

Ärger über Meuthen-Kurs der AfD

Unser Tweet des Tages kommt von dem bekannten Investor und Fondsmanager Professor Max Otte. Der hat vor zwei Stunden bekannt gegeben, dass er mit sofortiger Wirkung nicht nur vom Vorstand der Desiderius-Erasmus-Stiftung zurücktritt, sondern diese ganz verlässt. Und das nicht, weil der Posten viel Arbeit machen würde, sondern ganz offensichtlich aus Ärger über den Kurs der AfD.

Er schreibt weiter:

Das Kuratorium der Erasmus-Stiftung mit der Stiftungspräsidentin Erika Steinbach am 17. Juni 2018 in Frankfurt am Main

„Wer mich kennt, weiß, dass mir auch als Fondsmanager die sozialen Belange der Menschen in Deutschland sehr wichtig sind. Die Mittelschicht blutet aus. Die aus meiner Sicht richtungweisenden Ergebnisse des Sozialparteitages wurden durch das Auftreten von Jörg Meuthen sabotiert.

Eine Parteiführung sollte alles tun, um die verschiedenen Strömungen zu integrieren. Eine bürgerliche Opposition hat in Deutschland nur eine Chance, wenn die AfD soziale Belange und Bürgerbewegungen ernst nimmt.

Mit dem Projekt FDP 2.0 und möglicher Rentenprivatisierung verabschiedet sich die AfD in die Bedeutungslosigkeit. Ich werde mich auf mein ehrenamtliches Engagement für eine bürgerliche und soziale Politik bei http://werteunion.info und http://neues-hambacher-fest.de konzentrieren.“

Als einer der ersten Mitglieder des Kuratoriums hat Pro. Zoz auf die Nachricht reagiert und Otte, der für das Kuratorium durch seinen exzellenten wissenschaftlichen Ruf und sein kluges, immer faires Agieren bekannt ist, ein ausgesprochener Glücksfall war, zu dem Rücktritt Stellung genommen:

Auch wenn sich die beiden um ein Detail fiskalischer Strategie gerne mal gestritten haben, teile er die Sichtweise zu quasi allen wichtigen Themen und könne seine Beweggründe  nachvollziehen. Er selbts aber meint: „Mir selbst sage ich stets gerne, dass man nicht weg- sondern erst recht hinzugehen hat, um der Guten Sache Oberwasser zu erhalten oder zu verschaffen.“

Kräfte bündeln – aber mit wem?

Deshalb sei er Otte auch für das bisher Geleistete sehr dankbar: „Sehr geehrter Herr Prof. Otte, lieber Max Otte, ich danke für das, was Sie für unser Land getan haben und vor allem für das, was Sie ganz sicher noch tun werden. Ich danke auch im Namen meiner und unserer Kinder, im Namen unserer Kultur und Demokratie – im Namen der Freiheit. Und ich stehe damit nicht allein, wir sind tatsächlich viel mehr.“

Es werde eine Zeit kommen, „dann müssen alle konservativen Freiheit- und Schöpfung-liebenden Bürger, und derer finden sich unstreitig, bestenfalls mit wenigen Ausnahmen, in jeder Partei und in vielen Gruppierungen, ihre Kräfte bündeln. Wir brauchen uns alle und die Zeit ist längst gekommen.“ – soweit Prof. Zoz.

Der Kurs Steinbachs beim Führen der Stiftung

Obwohl die Stiftung noch sehr jung ist, kam es unter der Leitung von Erika Steinbach immer wieder zu solchen Aus- und Rücktritten aus dem Kuratorium. Was vermutlich weniger daran liegt, dass Frau Steinbach irgendjemanden etwas Böses will.

Sie scheint aber unbeweglich ihren beweglichen Kurs (ohne Respekt davor, dass Kuratoren einer politischen Stiftung bisweilen selbst denken wollen) nach der jeweils für stärker gehaltenen Richtung in der Partei auszurichten, sodass Otte nun ganz andere, ja sogar konträre Motive für seinen Rücktritt getrieben haben als mich.

Ich hoffe für Otte, dass man mit ihm fairer umgeht und nicht in einer Art Racheaktion von interessierter Seite Unwahrheiten über den Austritt verbreitet, die dann in der Allgemeinheit letztendlich wieder auf die AfD selbst zurückfallen und die Stiftung noch armseliger dastehen lassen als ohnehin.

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