„Flügel“ steht nicht für die gesamte Ost-AfD

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Screenshot Youtube

Eins ist klar: Die größte Gefahr für das „Establishment“ geht nicht von einer AfD aus, die sich freiwillig radikalisiert und damit politisch aus dem Rennen nimmt – sondern einer AfD, die in der Lage ist, tief in die bürgerliche Mitte vorzudringen.

Unser Fundstück der Woche kommt aus der „Jungen Freiheit“. In einem luziden Kommentar unter dem Titel „Endlich Tacheles“ geht Chefredakteur Dieter Stein auf die Folgen der Brandrede, die AfD-Chef Jörg Meuthen auf dem Parteitag in Kalkar hielt, ein. Dabei auch auf die Frage der Ost-AfD:

„Die Annullierung der Mitgliedsrechte für Andreas Kalbitz im Mai – ein Husarenstück –, entmachtete blitzartig den Koordinator des „Flügel“-Netzwerkes, das weit über die AfD hinaus in einschlägig rechtsextreme Milieus reicht. Man muß in dem Zusammenhang aufhören, um den heißen Brei herumzureden und die Dinge endlich beim Namen nennen!

Die Folgen dieses Schlags waren in Kalkar offensichtlich: Der buchstäblich kopflose „Flügel“ war nicht mehr zur Offensive in der Lage, demgegenüber entschieden die gemäßigten Kräfte trotz knapper Mehrheiten alle Personalfragen für sich. Übrigens sollte man nicht den Fehler begehen, den „Flügel“ mit „dem Osten“ in der AfD gleichzusetzen! Eine immer größere Zahl von Funktionsträgern der Ost-Verbände sind genervt, für Extratouren und Provokationen des „Flügels“ in Haftung genommen zu werden.

„Mehr Selbstdisziplin als Selbstdarstellung“

Angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse alles auf eine Karte zu setzen, war von Meuthen verwegen, riß aber die Realpolitiker der Partei mit sich. Trotz erheblicher Unmutsbezeugungen ging ein regelrechter Ruck durch die Reihen. Nicolaus Fest brachte es in einer Wortmeldung auf den Punkt, als er den Kern der Rede benannte: „Mehr Selbstdisziplin als Selbstdarstellung.“ Meuthen sei jahrelang vorgeworfen worden, daß er nicht führe, jetzt tue er das endlich und dafür sei er auch gewählt worden.“

Und das ist gut so. Denn: „Eins ist klar: Die größte Gefahr für das „Establishment“ geht nicht von einer AfD aus, die sich freiwillig radikalisiert und damit politisch aus dem Rennen nimmt – sondern einer AfD, die in der Lage ist, tief in die bürgerliche Mitte vorzudringen.“

Hier lesen Sie den gesamten Kommentar: JUNGE FREIHEIT

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