Eine Mehrheit der potentiellen AfD-Wähler ist für eine gemäßigte Positionierung der AfD.  Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der JUNGEN FREIHEIT befürworten 43 Prozent der Befragten, die sich grundsätzlich vorstellen können, die AfD zu wählen, es bislang aber noch nicht getan haben, daß sich die Partei inhaltlich mehr in der Mitte positioniert.

24 Prozent der potentiellen Wähler sind der Meinung eine Kursänderung sei nicht nötig. Vier Prozent der Befragten sind unentschieden und zwei Prozent machten keine Angabe.

Für noch schädlicher halten die potentiellen Wählern der AfD den parteiinternen Richtungsstreit: 73 Prozent derer, die sich grundsätzlich vorstellen können, die AfD zu wählen (aber es derzeit noch nicht tun) stimmen der These zu, daß Streit schadet. Lediglich 10 Prozent stimmen dem nicht zu.

Mehrheit der potentiellen AfD-Wähler wünscht gemäßigtere Positionierung der AfD

Damit ist keineswegs gesagt, es komme lediglich darauf an Einigkeit zu beschwören. Insa-Chef Hermann Rinkert resümiert:

„Erstens wünscht sich die Mehrheit der potentiellen AfD-Wähler erkennbar eine gemäßigtere Positionierung der AfD. Zweitens wünschen sie sich insofern eine Klärung des Kurses und dann ein Ende der innerparteilichen Polarisierung und Zerstrittenheit.“

Und Christian Vollradt, der für die „Junge Freiheit“ die Ergebnisse kommentiert, resümiert:

„Ein halbes Jahr, nachdem Parteisenior Gauland der AfD einen weiteren Schritt zur Reife attestierte, ist die Stimmung von jauchzend in betrübt gekippt: Zoff an der Parteispitze, Unruhe nach Flügel-Stilllegung und Kalbitz-Rauswurf, das Damokles-Schwert einer möglichen Beobachtung durch den Verfassungsschutz … Alles Gründe, sich um die Einheit der Partei Sorgen zu machen. Die Ergebnisse der Umfrage für die JF zeigen, daß es „einfache Lösungen“ nicht gibt, daß es um den Ausgleich zwischen verschiedenen, auch einander widersprechenden Interessen von Zielgruppen geht. In der Pubertät ist eben ein feines Händchen gefragt. Herumkommandieren funktioniert nicht. Laufenlassen wäre fatal.“

Höcke hält zahlreiche der potentiellen AfD-Wähler davon ab, diese auch zu wählen

In diesem Zusammenhang verwundert es auch nicht, dass Höcke im Vergleich zu Meuthen bei potentiellen AfD-Wählern sehr unbeliebt ist:

„Am meisten Ablehnung bei allen Befragten sowie bei potentiellen (34 Prozent) wie bereits bestehenden (18 Prozent) AfD-Wählern erhält der Thüringer Parteichef Björn Höcke. Dieser hält fast ein Drittel der Befragten davon ab, die AfD zu wählen. Demgegenüber gaben lediglich 14 Prozent der potentiellen AfD-Wähler an, Höcke bewege sie eher zu einer Wahl der AfD.“ (Quelle)

Die Umfrage mit Analyse erscheint in der aktuellen Ausgabe der JF (Nr. 24/2020), die am Freitag, den 05. Juni 2020 am Kiosk erhältlich ist.

Fast zwei Drittel der AfD-Wähler stehen hinter dem Kurs von Meuthen

Ähnliche Ergebnisse hatte bereits eine Umfrage im Auftrag von ntv ergeben. Nach dieser fand mehr als die Hälfte der AfD-Anhänger den Kalbitz-Rauswurf aus der AfD richtig und fast zwei Drittel der AfD-Wähler stellten sich hinter Jörg Meuthen und seinen Kurs der Reinigung der Partei von rechtsextremen Spaltern.

Umfrage: Jörg Meuthen hat die meisten AfD-Anhänger hinter sich

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