(David Berger) Heute hat die Berliner Polizeipräsidentin die aktuelle Kriminalstatistik homophober und transphober Übergriffe im Jahr 2019 vorgestellt. Dabei zeigt sich ein besorgniserregender Anstieg von 184 (2018) auf 261 Fälle (2019). Zu den Tätern scheint es weiterhin keine Informationen zu geben, die diese Entwicklung stoppen könnten.

Heute wurde der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB) mit dem Respektpreis 2019 ausgezeichnet. Die Auszeichnung des „Bündnisses gegen Homophobie“ wurde von Polizeipräsidentin Barbara Slowik und Generalstaatsanwältin Margarete Koppers im Scandic Berlin Potsdamer Platz überreicht. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Senator Dr. Dirk Behrendt.

Als Begründung für die Entscheidung wurde u.a. genannt, dass „an der Geschäftsstelle des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg an 365 Tagen die Regenbogenflagge weht“.

Homo- und transphobe Übergriffe von 184 (2018) auf 261 Fälle (2019) angestiegen

Im Rahmen der Preisverleihung stellte die Berliner Polizeipräsidentin, Dr. Barbara Slowik, die aktuelle Kriminalitätsstatistik homophober und transphober Übergriffe im Jahr 2019 vor. Im Bereich der Hasskriminalität gegen die sexuelle Orientierung beziehungsweise gegen die geschlechtliche Identität wurden für Berlin in den ersten drei Quartalen 2019 insgesamt 261 Fälle (2018: 184) polizeilich erfasst.

Die Tatorte lagen hierbei vorwiegend in den Bezirken Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln. Die Aufklärungsquote der angezeigten Taten liegt im Moment bei 38 % (2018: 47 %). Darüber hinaus stellte Generalstaatsanwältin Margarete Koppers die Arbeit der Ansprechpersonen für LSBTI bei der Staatsanwaltschaft Berlin vor.“ Soweit Partien einer Pressemitteilung des LSVD.

Und was gibt es zu den Tätern zu sagen, um sinnvolle Präventionsarbeit leisten zu können?

Angaben zu dem kulturellen und religiösen Hintergrund der Täter, die eine sinnvolle Präventionsarbeit ermöglichen würden sucht man vergebens. Schon vor einigen Jahren hatte ich dazu eine Anfrage an die zuständige Staatsanwaltschaft gestellt, die aber ausweichend beantwortet wurde.

Von betroffenen trans- und homosexuellen Opfern in Berlin bekommt PP aber immer wieder die Nachricht, dass man bei den Hilfsstellen dazu von den Opfern gar keine genaueren Informationen hören wolle, sobald es sich um Täter mit vermutlichem (muslimischem) Migrationshintergrund handelt.

Aber auch die besonders betroffenen Stadtteile sprechen für sich: Während Schöneberg als der klassische Schwulenkiez gilt, gelten Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln als – politisch korrekt ausgedrückt – multikulturelle Stadtteile Berlins.

„Es ist eine Schande! Wenn man sich des Problems aber endlich Mal offen stellen wollen würde, wäre es hilfreich, endlich mal Klartext ohne politische Korrektheit zu sprechen und nicht immer nur von „Polarisierung der Gesellschaft“ allgemein zu faseln“

Im Kommentarteil des RBB heißt es dazu dann auch: „Das sind bedrückende Nachrichten. Die Zahlen sind da, die Gründe werden nicht benannt oder diskutiert. Dröhnendes Schweigen. Und so geht die Reise eben weiter, ohne dass sich etwas zum Besseren verändern könnte.“

Und ein anderer Kommentator schreibt: „Es ist eine Schande! Wenn man sich des Problems aber endlich Mal offen stellen wollen würde, wäre es hilfreich, endlich mal Klartext ohne politische Korrektheit zu sprechen und nicht immer nur von „Polarisierung der Gesellschaft“ allgemein zu faseln. Die Konzentration auf bestimmte wenige Stadtteile, ist erschreckend. Wer sind denn die Täter genau? Die betroffenen Stadtteile haben alle eine gemeinsam: eine Kombination aus höherem Migrationsanteil, höherer Gentrifizierung und mehr Tourismus als die anderen Bezirke. Man sollte also gerade dort WENIGER Angriffe erwarten. Ist aber nicht so. Warum?“

Aktion „Meine Weihnachtsgabe für ‚Philosophia Perennis’“