„No Risk, No Fun!“ Ich bin mir also bewusst, dass ich mit dieser Überschrift wild auf der imaginären roten Linie tanze! Gestern hat mir der Bericht über eine Leipziger Bio-Handelskette, deren Geschäftsführer keine Bio-Hirse eines AfD-Kommunalpolitikers mehr in seinem Sortiment führen will, weil dieser den Klimawandel leugne, einmal mehr ein tiefersitzendes Problem ins Gedächtnis zurückgerufen. Meine erste Reaktion war allerdings zynisch-satirisch. Ein Gastbeitrag von Michael van Laack

In der Bibel finden wir in der Offenbarung des Johannes bei der Erläuterung der verschiedenen Phasen der Endzeit auch die Beschreibung eines Zustands, in dem niemand mehr kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht eine bestimmte Zahl auf der Hand trägt. Wie manches in der Heiligen Schrift will auch das „Kaufen und Verkaufen“ nicht nur wörtlich verstanden werden. Und so möchte auch ich es im Folgenden nicht verstanden wissen.

Kein Vergleich mit dem Judenstern und den Pogromen!

Um das gleich zu Beginn klarzustellen für alle Betroffenheitsbeauftragten und Gesinnungsschnüffler: Nein, ich mache mir nicht das unsägliche „Die AfDler SIND die neuen Juden“ zu eigen. – So, wie wir Rechte den Satz zurückweisen „Die AfD ist eine zutiefst nationalsozialistische Partei“ müssen wir auch jeden Vergleich vermeiden, der die Verfolgung und Ermordung von sechs Millionen Juden vergleichend in einen historisch Kontext zu stellen versucht mit den aktuellen Geschehnissen rund um Mandatsträger, Mitglieder, teilweise gar nur Sympathisanten der Partei.

Da es aber auch heißt: „Wehret den Anfängen!“ scheint mir die Wahl der Überschrift sehr wohl legitim, denn das sich uns aktuell darstellende Szenario hat sehr wohl das Potential, bei einer ungünstigen politischen Entwicklung in Deutschland und der EU auf eine andere Qualitätsstufe der  Ächtung (Verachtung, Diskurssauschluss und Diskreditierung) zu steigen, als wir sie jetzt sehen.

Die Gefahr ist aber nicht die der Auslöschung im Sinne des jüdischen Volkes im Nationalsozialismus, sondern die der systematischen Unterdrückung und entsprechender Repression im Sinn des DDR-Regimes.

Bundestag, Landtage, Kommunale Parlamente

Sie nennen uns Spalter und Hetzer, Angstmacher, Verführer, Rechtsextremisten! Wer nennt uns so? Jene, die in den vom Volk gewählten Vertretungen die AfD permanent ausgrenzen, ihnen Plätze in Präsidien und Ausschüssen verweigern; jene, die AfD-Anträge aus Prinzip verwerfen, selbst dort, wo es um das Verbot „ziviler“ Arme terroristischer Vereinigungen wie z.B. der Hamas geht. Sie werfen uns Antisemitismus vor, kooperieren aber wirtschaftlich mit Staaten, die die Vernichtung Israels in der Verfassung stehen haben. Sie werfen uns Frauenfeindlichkeit vor und bezeichnen eine Religion als zu Deutschland gehörend, in der die Frau die Einkauftaschen im Abstand von zwei Metern hinter dem Mann laufend schleppen muss; einer Religion, die Kinder zwangsverheiratet; deren Männer sich den Sex dann und sooft holen, wie sie ihn wollen. Sie nennen uns christen- und kirchenfeindlich, beschließen aber am laufenden Meter Gesetze, die christliche Werte miss-, ja gar verachten: Abtreibung, Ehe für Alle, Auflösung des Familienbegriffs, Kooperation mit sozialistischen Parteien. Sie spucken, wie ich neulich hörte, gar Abgeordneten der AfD in den Gängen des Bundestags vor die Füße; sie warnen öffentlich vor uns Rechten, die wir den Begriff der Nation und des Volks für uns vereinnahmen würden – für sie selbst sind diese Begriffe freilich mittlerweile Unwerte geworden, die sie nur noch in Sonntagsreden verwenden und ihres Wesens beraubt haben

Sie sprechen Kooperationsverbote auf Kommunalebene aus wie es die NSDAP vor 1933 mit Blick auf die SPD und das Zentrum tat; sie lassen zu, dass ausländische Kräfte (und wenn es auch nur Hollywood-Schauspieler sind), zu ihren Gunsten in Wahlkämpfe eingreifen; sie bejubeln Reden abgehalfterter singender Gröhler in Sportpalast-Diktion; sie verhätscheln den von der Türkei und aus Saudi-Arabien finanziell unterstützen Zentralrat der Muslime beim „Kampf gegen Rechts“-

Beamte, öffentlicher Dienst, Sozialberufe, Ehrenämter

Als sei es noch nicht genug, medienwirksam all das zu inszenieren und zuzulassen, lassen sie öffentlich darüber nachdenken, ob man als Mitglied einer demokratischen und vom Wähler legitimierten Partei Dienst als Beamter (nicht nur bei der Polizei) tun dürfe, ob man „ideologiefrei“ handeln könnte. Bei Mitgliedern der Linkspartei oder der Grünen hat noch nie jemand gefragt, ob sich entsprechend orientierte Beamte (z.B. bei ANTIFA- oder Greenpeace-Demos) objektiv verhalten würden. – Sie diskreditieren Lehrer und Lehrerinnen an deutschen Schulen, wenn ihre AfD-Mitgliedschaft öffentlich wird. Diese würden doch gewiss ihre Schüler rassistisch indoktrinieren. Im gleichen Atemzug fordern sie eine religionsneutrale Erziehung an den Schulen im Sinne der Genderideologie und des Klimawandel-Dogmas.

Auch Ärzte, die sich zur AfD bekannt haben, sind verdächtig. Ob diese vielleicht Migranten statt einer Schmerztablette eine letale Dosis Morphium verpassen, ob in Senioreneinrichtungen rechte Pfleger nicht ihre ausländischen Arbeitskolleginnen mobben? Und AfDler im katholischen Pfarreiräten? Das geht gar nicht. Die würden den im doppelten Wortsinn Marxistischen Synodalen Weg in die Reichskirche 2.0 niemals mitgehen und sind zudem islamophob.

Medienberichterstattung

Es steht zu vermuten, dass in den Framing- und Wording-Handbüchern von ARD und ZDF der Hinweis zu finden ist: „Wenn Sie in einer Talkrunde einem AfD-Politiker eine Frage stellen, beachten Sie bitte folgendes: 1. Verknüpfen Sie die Frage unbedingt mit einem Vorwurf oder einem aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat, damit die Zuschauer gleich einordnen können, dass sie ein braunes A… vor sich haben. 2. Spätestens 15 Sekunden nach Antwortbeginn unterbrechen Sie den Diskutanten zum ersten Mal; nach 30 Sekunden zum zweiten Mal; nach 45 Sekunden sagen Sie ihm, dass er nicht auf das geantwortet habe, was Stoßrichtung der Frage war; falls die anderen an der Runde beteiligen nicht von sich aus für eine vergiftete Atmosphäre sorgen (deshalb sollte auch unbedingt immer ein Politiker der Grünen und/oder Linken anwesend sein), müssen Sie diesen Part übernehmen. 3. Der Redeanteil des AfD-Politikers darf nicht mehr als 5% der Sendezeit einnehmen, es sei denn, sie führen ein Einzelgespräch mit ihm. In diesem Fall ist er permanent mit Unterstellungen in den Fragen zu konfrontieren und ebenfalls regelmäßig zu unterbrechen“

Wir sehen aber nicht nur in Talkrunden diese Ausgrenzungsstrategie. Systematisch wird in der Berichterstattung ausschließlich Negatives über AfD-Politiker berichtet. Interessant ist hier die Sprachreglung: Während bei anderen in Skandale verwickelten Politiker oder fragwürdigen Entscheidungen immer von „soll“ und „vermutlich“ gesprochen wird, steht hier die Nachricht immer als Fakt! Herr X von der SPD könnte ein A… sein!“ „Frau Y von der AfD ist ein A…!“ Gleiches gilt für Straftaten aus dem linken bzw. rechten Milieu.

Kirchen

Die Kirchen beteiligen sich an der Verfolgung nicht Gesinnungskonformer. Nicht nur bei den übliche “Marsch gegen Rechts“-Veranstaltungen oder seinerzeit den „Licht aus am Dom“-Aktionen. Wer sich zur AfD bekennt, wer sich selbst als Rechts bezeichnet oder „identifiziert“ wurde, ist kein Christ! Wer kein Christ ist, hat in unseren Gemeinden und Vereinen nichts verloren. Aus Laienräten werden Mitglieder mit Wissen der Priester gemobbt; Priester oder Bischöfe, die sich negativ zum Islam äußern – die auf Demos zu sehen waren, die als Rechts gelten – die sich zu AfD-Veranstaltungen einladen lassen, werden öffentlich gebrandmarkt und zur ebenso öffentlichen Reue verurteilt. Während Kommunisten oder mit einem Konterfei des Mörders Che Guevara Bekleidete auf Katholiken- oder Kirchentagen öffentlich reden dürfen, während Vulven gemalt und Inzest-Legalisierung gefordert werden darf, wurde die Security beider Veranstaltungen angewiesen, dass Träger von AfD-Buttons oder Anstecknadeln einen Platzverweis erhalten.

Alltagsleben

Es mag einige Landstriche und Orte geben, wo das nicht so ist, aber: Man gehe in eine Kneipe und erkläre an der Theke: „Ich bin AfD-Wähler! Ich finde es nicht toll, wenn katholische Vereine zu Spenden für Moscheebauten aufrufen. Die Seenotrettung halte ich für reines Schleppertum; die Grünen sind getarnte Linksradikale. Die Klimawandel-Hysterie teile ich nicht!“. Das mache man auch noch in einem Umfeld, in dem man bekannt ist. Oder man sage den Arbeitskollegen, dass man heute Abend einen AfD-Stammtisch besuchen werde…

Bereits am nächsten Morgen wird man beim Bäcker gefragt, ob die Brötchen nicht noch etwas brauner sein dürften; auf der Straße verdeckt mit dem Hitler-Gruß und „Heil Höcke“ bedacht; im Kaninchenzüchter-Verein wird getuschelt, dass einer der Beisitzer Nazi sei.

Das Netz ist voll mit solchen Beispielen. Manche mögen auch schlicht erfunden sein, die überwiegende Zahl sind Tatsachenberichte. Ich selbst erfahre das immer wieder: Da wird in der Schule gefragt, ob (Frage eines Lehrers) „der Michael van Laack, der für rechtsradikale Blogs schreibt, der gleiche ist, der Dich gezeugt hat“. Oder (Lehrerin): Ich weiß, dass hier jemand einen rechtsradikalen Vater hat. Dem muss ja nicht erzählt werden, dass wir zur FfF-Demo gehen. Oder vielleicht will die Schülerin ja gar nicht mitmarschieren? Wäre zwar nicht solidarisch, aber das ist ein freies Land! (Grinsen)“. Und dann beschwere man sich bei der Schulleitung. Das wird lustig!

Schlussbemerkungen

Manches gäbe es noch zu berichten: Wie Wahlkampfhelfer beschnitten werden, Material zerstört; wie Angriffe auf Eigentum bzw. gar Leib und Leben von AfDlern heruntergespielt werden; wie man in sozialen Netzwerken primär das als Hass identifiziert, was von Rechts kommt; sei es nun tatsächliche widerwärtige Hassrede oder sachliche Erwiderung, die eine entsprechende nonkonforme Meinung zum Ausdruck bringt.

Um zum Ende noch einmal auf die Überschrift zurückzukommen: Wer Geschichte betrachtet, darf nicht nur das Ende sehen oder die dramatischen Höhepunkte. Er muss bis zu der Stelle zurück, wo eine Entwicklung begann. Deshalb sage ich mit Blick auf die tatsächlichen und im übertragenen Sinn zu verstehenden Kaufverbote noch einmal:

Wehret den Anfängen. Als Luther 1543 „Von den Juden und ihren Lügen“ schrieb, konnte er nicht ahnen, dass eine der Hauptschriften des politischen Antisemitismus (Die Protokolle der Weisen von Zion) diese und andere seiner Schriften zur Grundlage haben würden und das darauf aufbauend das nationalsozialistische Bild vom Juden entstand.

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