Halle: Geplante Großkundgebung der „Identitären Bewegung“ endet in Desaster

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Mit großem Applaus wurde dieser Herr bei der IB begrüßt, als er forderte Deutschland von den "Juden" und den USA zu befreien (c) Screenshot YT

(David Berger) Die von der IB in Halle geplante Großkundgebung wurde zum Fiasko: Kaum mehr als 100 „Identitäre“ und deren Sympathisanten waren dem Ruf nach Halle zu kommen, gefolgt. Ihnen standen mehrere tausend Gegendemonstranten gegenüber, sodass die Polizei die Kundgebung der IB schließlich aus Sicherheitsgründen abbrach.

Ein Beweis der Stärke der „Identitären Bewegung“ in Deutschland – auch gegen die klaren Worte des Verfassungsschutzes zu der als rechtsextrem eingeschätzten Vereinigung – sollte es werden: Der Aufmarsch der Identitären Bewegung in Halle – ausgerechnet am 20.Juli, dem Tag des deutschen Widerstands gegen die Barbarei des Nationalsozialismus.

Nur gut 100 Identitäre kamen nach Halle

Doch dann waren nicht sehr viel mehr als hundert Aktivisten aus ganz Deutschland angereist. Die reichten freilich nicht aus, um gegenüber den – laut „Zeit-Online“ etwa 10.000 Gegendemonstranten irgendwie ein hör- oder sichtbares Zechen zu setzen. Zumal die linken Gegendemonstranten teilweise sehr extrem agierten:

Um die Mittagszeit sagte die Versammlungsbehörde laut Polizei dann die geplante Demonstration aus Sicherheitsgründen ab:

„Deutschland von den Juden und den USA befreien“

Daraufhin explodierte die Wut in dem sich selbst als „patriotisch“ bezeichnenden Lager. In kleineren Gruppen kam es zu schockierenden Aussagen, auf die linke Medien nur gewartet hatten.

Eschreckend sind etwa die Aussagen dieses Demonstranten, die er im Interview mit Henryk Stöckl machte – und noch mehr der Applaus, mit dem die IB-Sympathisanten die Aussagen dieses Mannes quittierten.

Auch wenn er ersten Recherchen zufolge kein Mitglied der IB im Vollsinne ist. Leider gibt er nur wieder, was man von nicht wenigen IB-Sympathisanten und Vordenkern der Bewegung in letzter Zeit immer öfter zu hören bekommt:

Dass solche Leute unter den Demonstranten waren, stört die IB offensichtlich nicht wirklich. Daniel Fiß, einer der Chefs der IB in Deutschland und (noch immer?) Angestellter bei einem Bundestagsabgeordneten der AfD, entschuldigte die Gegenwart von NPD-Mitgliedern gegenüber PP bei seiner Demo mit dem Argument, dass schließlich auch beim Frauenmarsch in Berlin einige NPD-Leute anwesend waren:

„Weiß Herr Berger eigentlich, dass bei der Demonstration des Frauenmarsches vor anderthalb Jahren in Berlin, wo er sogar als Redner aufgetreten ist, auch einige NPD Leute darunter waren.“

Billigster Whataboutism bei einer Bewegung, die sich sonst gerne der Nähe „intellektuell parfümierter Neo-Nazis“ rühmt …

Geschwächt und sich deutlich radikalisierend

Einige der IB ideologisch nahe stehende Aktivisten wie der Montagsdemo-Organisator Sven Liebich wurden festgenommen bzw. ihnen wurden Platzverweise erteilt, nachdem sie sich weigerten, den Weisungen der Polizei Folge zu leisten:

So bleibt bei den IB-Sympathisanten nach dem gestrigen Tag das Bild einer Verschwörung von „linkem Polizeitstaat und der Antifa“ (so JouWatch), bei der bereiten Mehrheit der Beobachter das einer einer extrem geschwächten, sich deutlich radikalisierenden „Identitären Bewegung“.

Aber selbst die Sympathisanten des aus Österreich nach Deutschland importierten Vereins räumen nun ein, dass sich dort auch „unbestritten rechtsextreme“ Mitglieder finden. Welche Rolle dabei der Einfluss von Schnellroda, der Spendensammelorganisation „EinProzent“, der Zeitschrift „Sezession“ usw. gespielt hat, wird man genauer zu untersuchen haben.

Aber auch die Behörden werden sich fragen lassen müssen, inwiefern restriktive Maßnahmen gegen die doch sehr lautstarke, aber tatsächlich überschaubare Gruppe überhaupt Sinn machen – ja, ob sie sich nicht kontraproduktiv auswirken.

Deutlich geschwächt im Untergrund gegen Juden und Homosexuelle kämpfen?

Es steht zu befürchten, dass sich die Identitäre Bewegung und die ihnen nahe stehenden Gruppen zunehmend in ihre „sezessionistische Blase“ und dann in den Untergrund absetzen; dass die schon vorhandenen problematischen Positionen weiter radikalisiert werden, der Hass auf das „System“, auf Juden, Liberale und Homosexuelle, und damit die Gefahr, dass so Gewalt provoziert wird, weiter zunimmt.