(David Berger) Mehr als 300 Mails und klassische Briefe haben mich in den letzten drei Wochen erreicht, die mich ermutigt haben, mit „Philosophia Perennis“ weiterzumachen. Dabei wurde immer betont, dass PP im Spektrum der freien Medien einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt. Kurz zusammengefasst, dass PP es wagt sowohl gegen rechte wie linke Engstirnigkeit politisch unkorrekt zu sein.

Die Leserzahlen, die auch in den letzten drei Wochen erstaunlich hoch geblieben sind, haben uns zudem gezeigt, dass uns die meisten bisherigen Leser nicht einfach so verlassen wollen. Eine Kollegin hat in dieser Zeit auch den „Social Impact“ (der ein Indiz dafür ist, wie weit man über seine „Blase“ hinaus wahrgenommen wird) bei den Blogs beobachtet:

Auf die ersten Plätze, auf denen fast immer PP vertreten war, ist nun leider keines der anderen „alternativen Medien“ vorgerückt, sondern v.a. Seiten wie „Volksverpetzer“, ein Onlinemagazin, das derzeit z.B. alles tut, um die AfD bei den Landtagswahlen im Osten möglichst klein zu halten.

Aber auch einige Kirchenmänner sowie Politiker, darunter auch Bundestagsabgeordnete (nicht nur der AfD!) und Kollegen, denen es nicht zu allererst um die Klickzahlen und Werbeeinnahmen für ihr „freies Medium“ geht, haben mir Mut gemacht, weiterzumachen. Einige sogar öffentlich, wie zuletzt der Jurist Rainer Thesen in einem sehr lesenswerten Artikel auf seinem Blog „Sapere Aude“.

„Ihr seid bei PP falsch!“

Gleichzeitig müssen wir auch einen Fehler eingestehen: Zum einen haben wir (auch bei verhältnismäßig intelligent wirkenden Menschen) nicht immer deutlich machen können, dass Gastkommentare nicht automatisch meine Position wiedergeben. Daher werden wir diese sehr stark einschränken.

Zum anderen haben wir es nicht nachhaltig vermocht, Hassposter aus dem Kommentarteil zu verdrängen, die diesen als Abwurffläche für ihren rechtsextremen Hass missbraucht haben. Viele dieser Kommentatoren haben wir bereits gesperrt. Einige redaktionelle Texte wurden in den letzten Monaten zudem ganz bewusst publiziert, um diesen Lesern zu sagen: „Ihr seid bei PP falsch!“

Dafür bitten wir um Verständnis, auch wenn dies vielleicht etwas seltsam klingt: Im Mittelpunkt von PP steht nicht das Sammeln von Geldern oder das Erreichen möglichst vieler Klicks, sondern ein Ideal.

Philosophia-Perennis, das ist

  • Ein Blog, der durch den Verzicht auf Werbekunden und zuletzt durch meinen von vielen begrüßten konsequenten Austritt aus dem Kuratorium der Desiderius Erasmus Stiftung zeigt, dass ihm die journalistische Unabhängigkeit in jede Richtung kein Lippenbekenntnis, sondern voller Ernst ist.
  • Der sich gegen die Islamisierung wehrt ohne dabei in Ausländerfeindlichkeit zu verfallen, der sich klar zum Existenzrecht Israels bekennt und die zunehmende Isolation Deutschlands nicht nur von der USA hart kritisiert ohne dabei in den Deutschlandhass der Linken oder die peinliche Deutschtümelei der Rechtsextremen zu verfallen.
  • Ein Blog, der mit Überzeugung gegen Trans- und Homophobie aufsteht und dennoch die linksgrünen Homoverbände wegen ihres Islam-Appeasements und ihrer Abhängigkeit von den Grünen, der SPD und der Linkspartei ablehnt. Ein Blog, der im wahrsten Sinne liberalkonservativ ist.
  • Ein Blog, der darum weiß, dass derzeit im Blick auf Einigkeit und Recht und Freiheit, die Freiheit am stärksten in Gefahr steht, verraten zu werden. Und das aus allen Richtungen – ob von links, rechts oder eben auch den derzeit Mächtigen. Wir werden daher den liberalen Aspekt unseres Blogs stärker als zuvor betonen – auch wenn wir wissen, dass es tatsächlich ein Kampf wie der des David gegen Goliath ist. Aber gerade dafür wurde PP ja bekannt!

Auch von Morddrohungen nicht zum Schweigen bringen lassen

In diesem Sinne wird es ab Morgen weitergehen. Trotz oder gerade deshalb, weil man mich von Seiten Rechtsextremer zuletzt sogar mit Morddrohungen zum Schweigen bringen wollte.

Shitstorms, Beleidigungen und Morddrohungen aus Gruppen heraus, über die man (im Unterschied zu den Mainstreammedien) sachlich berichtet und die man im guten Glauben sogar partiell unterstützt hat, führen auch bei mir zu Situationen, in denen ich sensibler reagiere, als sonst von mir gewohnt. Zumal ich und meine Angehörigen solche Bedrohungen und öffentliche Beleidigungen seit mehr als 10 Jahren zu erdulden haben (im Internet wurde sogar verleumderisch und ohne jeden Anhaltspunkt in der Realität behauptet, meine Mutter wäre selbstmordgefährdet, weil sie so verzweifelt über ihren missratenen Sohn sei).

Diesmal verschärft wurde diese Situation dadurch, dass ich nun dem Hass und den Kampagnen von Rechts- und Linksextremen sowie von Islamisten und Teilen der fanatisierten Homo-Szene standhalten muss. Bei der Homo-Szene ist es interessant, dass ausgerechnet ein Mitglied des Vorstands des LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland) aus dem Umkreis der durch Hassaktionen auffallenden Gruppe „Enough is enough“ gestern die Morddrohung mit einer gewissen Genugtuung aufgenommen hat: Dass PP wegen der Morddrohungen eine Pause mache, sei ein Zeichen dafür, „dass es doch einen Gott gibt.“

Dass ich inhaltlich zwischen allen Stühlen sitze, ist eine Sache. Aber ist das ein Grund jemanden übelst zu beleidigen und ihm mit dem Mord zu drohen?

Wenn ich in dieser Situation auf der menschlichen Ebene gegen jemanden überreagiert haben sollte, möchte ich an dieser Stelle dafür um Entschuldigung bitten. Das zuerst von Kardinal Claudio Acquaviva formulierte, typisch römisch-katholische Motto „Fortiter in re, suaviter in modo” („Fest in der Sache, mild/fair in der Ausführung/persönlichen Umgang“) soll auch weiterhin eines der Leitmotive meiner Arbeit sein.

Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein

Ich möchte es schließlich noch einmal in einem Gedicht sagen, das uns einer der genannten Leser zugeschickt hat. Es stammt von dem katholischen Theologen und Schriftsteller Lothar Zenetti:

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen.
Was keiner sagt, das sagt heraus.
Was keiner denkt, das wagt zu denken.
Was keiner anfängt, das führt aus. 

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr´s sagen.
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein.
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben.
Wenn alle mittun, steht allein. 

Wo alle loben, habt Bedenken.
Wo alle spotten, spottet nicht.
Wo alle geizen, wagt zu schenken.
Wo alles dunkel ist, macht Licht.

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