Der eigentliche Kampf gegen Europa

"Die großen Häresien" von Hilaire Belloc erstmals in deutscher Sprache erhältlich

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Hillaire Belloc stellt theologisch, historisch und philosophisch dar, wie Irrlehren in Begriffe eindringen und so ganze Kulturen verändern. Nun ist der Klassiker erstmals in deutscher Sprache erhältlich.

Seit vergangenen Freitag ist das Buch „Die großen Häresien“ von Hilaire Belloc erstmals in deutscher Sprache erhältlich. Es ist die einzige systematische Gesamtdarstellung der theologischen Häresien und gleichzeitig eine kompakte, da auf knapp 200 Seiten begrenzte, Apologetik des trennscharfen Denkens. An den Beispielen von Arianismus, Islam, Manichäismus, Reformation und Moderne stellt Belloc den Charakter und die theologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Häresien dar.

Wird in einer Formel eine einzige Ziffer gegen eine andere ausgetauscht, ändert sich das Ergebnis. Ebenso verändere sich ein theologisches System, wenn eine wesentliche Lehre herausgenommen oder durch eine andere ersetzt wird, erklärt Belloc die Wirkweise von Häresien. Dem setzt er grundsätzliches Denken in klaren Begriffen und eindeutigen Definitionen entgegen – und die Verteidigung derselben.

„Häresie erkannt, Häresie gebannt, …“

Nach Belloc vernachlässige die Kirche genau dieses orthodoxe Denken. Häresien werden nicht mehr als solche gebrandmarkt, was ihre Bekämpfung verhindert.

„Häresie erkannt, Häresie gebannt, …“ bringt Verlagsinhaber Philipp Liehs dagegen die Faustformel auf den Punkt, die Belloc seinen Lesern mit diesem Titel eindringlich an die Hand gibt.

Häresien bedrohten auch die europäische Kultur, weil diese aus dem Christentum entstanden sei. Jede Veränderung und Abweichung vom Christentum führe damit zu kulturellen Veränderungen wie z. B. der Spaltung Europas durch die Glaubenskriege.

Europa lebt durch den katholischen Glauben

Nahezu prophetisch prangert Belloc auch die modernen Angriffe gegen die Unauflösbarkeit der Ehe als Häresie an. Damit gewinnt das im Jahr 1938 erstmals veröffentlichte Buch eine tagesaktuelle Relevanz.

Doch Belloc geht mit dem Buch weit über eine theologische Abhandlung hinaus. Seine umfassende historische und philosophische Analyse der Häresien befähigt den Leser bis heute, sich gegen alte und neue Irrlehren zu immunisieren. Gleichzeitig verdeutlicht er, wie die Europäer in Zeiten großer Glaubenskrisen immer zusammenfanden und die durch Häresien verursachten, schweren Lagen überwanden.

Strenggläubiger Katholik und monarchistischer Reaktionär

Hilaire Belloc, 1870 in der Nähe von Paris geboren, war ein britischer Schriftsteller, Historiker und Politiker. Nach dem Geschichtsstudium an der Oxford University war Belloc als Journalist und Parlamentsmitglied tätig, vor allem jedoch als freier Autor. Unter seinen 150 Büchern finden sich Gedichte, Romane, Biographien, Kinderbücher und Schriften zur Geschichte und Politik.

Der strenggläubige Katholik, glühende Europäer, radikale Sozialkritiker und monarchistische Reaktionär war einer der streitbarsten Gestalten seiner Zeit. Gemeinsam mit seinem engen Freund G. K. Chesterton entwickelte er die ökonomische Philosophie des Distributismus in Opposition zu den Wirtschaftssystemen des Kapitalismus und des Sozialismus. Er starb 1953 in Surrey.

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Hilaire Belloc, Die großen Häresien. Der Kampf gegen Europa, 
Bad Schmiedeberg 2019, 1. Auflage, Klappenbroschur, 218 Seiten, ca. 280 Gramm,
ISBN 978-3-95621-136-2, gebundener Ladenpreis (brutto) 16 Euro,
Aus dem Englischen übersetzt von Julian Voth. Mit einem Vorwort von Dr. Robert Hickson.

Das Buch kann hier bestellt werden: RENOVAMEN-VERLAG