Wie der Wiener „Standard“ meldet, haben die demagogischen Äußerungen von Jan Böhmermann im Österreichischen Fernsehen nun juristische Folgen: Die Wiener Anwaltskanzlei Wolfgang List hat den Staatsfunk-Lustigmann heute bei den Staatsanwaltschaft Wien sowie in Berlin wegen des Verdachts der Herabwürdigung des Staates Österreich angezeigt.

Böhmermann hatte sich in einer Sendung des ORF am Montag ausländerfeindlich geäußert und die acht Millionen Österreicher als „Debile“ beschimpft.

Zugleich äußerte er den Vorwurf an Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der FPÖ, dass dieser auf Facebook „volksverhetzende Scheiße“ schreibe.

Ein Zeichen gegen Hass-Stars setzen

„Es geht nicht, dass ein deutscher Satiriker acht Millionen Österreicher als debil bezeichnet“, sagte List dem Standard. Mit seinem juristischen Vorgehen wolle er „ein Zeichen setzen“. Und weitere Auftritte des umstrittenen Komikers im ORF verhindern.

Der Standard dazu: „Der Anwalt, der auch eine Sammelklage hinsichtlich der Höhe der GIS-Gebühren vertritt, betont, dass er keiner politischen Partei nahestehe und es keinen externen Auftraggeber gebe. Böhmermanns Äußerungen hätten ihn persönlich als Staatsbürger gestört.“

Böhmermann und Ursula Haverbeck

Böhermann reagierte auf die Nachricht mit einem Satz, der auch von der verurteilten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck stammen könnte: „Ständig irgendwen wegen totalem Quatsch vors Gericht zerren – sowas gäbe es in Deutschland nicht!“