Wie der „Spiegel“ die AfD-Russlandverschwörung erfand

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Markus Frohmaier - eine der Hauptfiguren für die Aluhüte vom Spiegel (c) Screenshot YT

„Putins Puppen: Wie der Kreml die Rechtspartei für seine Zwecke benutzt“, titelt der aktuelle Spiegel und scheint damit in die Fußstapfen der frei erfundenen Trump-Russlandverschwörung treten zu wollen. Seine Quelle: Unbestätigte E-Mails von Soros-Freund Michail Chodorkowski.

„E-Mails aus dem russischen Staatsapparat belegen, wie Moskau AfD-Politiker für seinen Informationskrieg ausnutzen will“, behauptet das Relotius-Blatt. Dabei geht es im Wesentlichen nur um einen einzigen AfD-Politiker, den Böblinger Markus Frohnmaier, ehemaliger Chef der Jungen Alternative und ehemaliger Pressesprecher von Alice Weidel, der die unterstellte Instrumentalisierung eine Lüge nennt.

Soros-Freund Michail Chodorkowski mit an Bord

Die Quelle des angeblichen Skandalberichts, mit düstersten Bildern des ansonsten recht jovialen Schwaben und einem vampirartigen Wladmir Putin illustriert, ist mindestens genauso dubios: »Das Dossier-Center« London des Putin-Gegners Michail Chodorkowski, der seit mindestens 1996 mit George Soros befreundet ist, wie der ›Spiegel‹ im Jahr 2002 selbst berichtete. Chodorkowski hat seine »Open Russia Foundation« nach dem Vorbild des linken Großinvestors aufgebaut.

Die Quelle der dubiosen Behauptungen des ehemaligen Qualitätsblattes sind zwei unsignierte Word-Dokumente, die aus einem vermutlich illegalen Daten-Hack stammen: »10.000 E-Mails und 32.863 Bilder«, die laut ›Spiegel‹ »eine Fülle privater Alltagskommunikation« enthalten, ein durchaus schlüpfriges Unterfangen der Hamburger Redaktion also. Frohnmaier wird darin in einem Dokument angeblich als »unter absoluter Kontrolle« bezeichnet.

Hochrangige Geheimdienstmitarbeiter nach Relotiusart herbeizitiert

Die einzige Quelle im ›Spiegel‹-Artikel, die nicht von Chodorkowski stammt, ist ein angeblicher »Aktionsplan« zur russischen Unterstützung der AfD. »Es wurde von einem hochrangigen Geheimdienstmitarbeiter eines EU-Staates der ›BBC‹ übergeben, die das Dokument mit dem ›Spiegel‹ und den weiteren Partnern teilte.« Die höchst dubiose Geschichte wurde in einer konzentrierten Aktion in vier Medien gleichzeitig international veröffentlicht: ›Spiegel‹, ›ZDF‹, ›La Repubblica‹ und ›BBC‹. Die vier Medien und zehn ›Spiegel‹-Journalisten konnten jedoch keine weitere unabhängige Bestätigung ihrer Recherchen vorweisen.

»Deutsche und internationale Medien berichten heute über einen E-Mail-Verkehr innerhalb der russischen Präsidialadministration, in welchem angeblich davon die Rede sein soll, dass ich unter ›absoluter Kontrolle‹ stehe«, schrieb Frohnmaier am Samstag auf Facebook. »Die Medien, die darüber berichten, haben mir die angeblichen Dokumente trotz mehrfacher Aufforderung nicht zur Prüfung vorgelegt. Ich bezweifle, dass die Dokumente authentisch sind. Die Dokumente und deren Inhalt waren und sind mir nicht bekannt.« Die Behauptung, er stehe »unter Kontrolle« von Dritten, weist Frohnmaier vehement zurück. »Ich stand zu keinem Zeitpunkt unter der Kontrolle von jedweden Dritten. Jeder, der das Gegenteil behauptet, ist ein Lügner.«

Frohnmaier zur Schlüsselfigur phantasiert

Frohnmaier hat nun eines der Dokumente auf der Webseite des »Dossier Center« prüfen können, auf die der ›Spiegel‹ sich beruft, und darin in dem kurzen Text mehrere gravierende sprachliche und inhaltliche Fehler gefunden. Beispielsweise bezeichnet ihn das russischsprachige Dokument als »Abgeordneten des Landtags von Baden-Württemberg« und behauptet, man könne eine NGO im Bundestag gründen, beides völlig abwegige Behauptungen.

Frohnmaier wies gegenüber dem ›Deutschland-Kurier‹ darauf hin, dass er 2016 bereits mit Platz 4 einen sicheren Listenplatz in Baden-Württemberg innehatte, falls die AfD 2017 in den Bundestag einziehen würde. »Warum sollte ich dann 2017 Wahlkampfhilfe von den Russen benötigen?«

Frohnmaier sieht den wahren Grund für die groß angelegte Medienkampagne in den anstehenden EU-Wahlen. »Dabei bedient man sich nicht nur halbseidener Mutmaßungen und Spekulationen. Man stützt sich auf Material, das von einer NGO bereitgestellt wurde, hinter der der russische Oligarch Michail Chodorkowski steht. Chodorkowski ist ein ausgesprochener Gegner der derzeitigen russischen Regierung und deshalb in keiner Weise als neutral anzusehen. Nachdem zweieinhalb Jahre lang in den USA eine Hetzjagd gegen Donald Trump geführt wurde, weil er in den Augen linker Journalisten und Politiker zu russlandfreundlich war, probiert man jetzt das Gleiche mit der AfD. Diese Kampagne ist in den USA gescheitert und wird auch in Deutschland scheitern.«

Soros als Drahtzieher des Ukraine-Konflikts

Putin-Gegner George Soros hat Milliarden in die Ukraine investiert und gilt mit seinem »Ukraine Crisis Media Center« als einer der Drahtzieher im Ausbruch des Ukraine-Konflikts. »Soros trug also mit seiner ›Open Society Foundations‹ nicht nur maßgeblich dazu bei, dass den Demonstranten ein Umsturz gelingt, er wird auch einen deutlichen Gewinn aus seinen derzeitigen Geschäften in der Ukraine ziehen. Besonders durch seinen engen Kontakt zur neuen Poroschenko-Jazenjuk Regierung. Erst im Januar diesen Jahres führte er in Kiew mehrere private Gespräche mit der ukrainischen Regierung«, schrieb neopresse 2015.

Im Jahre 2014 schrieb die FAZ: »Im Mai ist Europawahl, Soros hat sich vorgenommen, bis dahin die Meinung der Berliner Republik zur Frage umzukehren, wie viel Geld und Souveränität man an andere EU-Staaten abgeben soll. […] Im Februar erscheint hier sein neues Buch voller Warnungen vor dem Untergang Europas, klar zugeschnitten auf deutsche Leser. Der ›Spiegel‹ besorgt die Vermarktung des Gesprächsbandes. Den Titel ›Wetten auf Europa‹ hat Soros selbst ausgesucht.«

Inquisitorische Netzwerke

›Spiegel‹-Mitarbeiter sind Stammgäste auf der vom ›NDR‹ organisierten Konferenz Netzwerk Recherche, auf der führende deutsche Redakteure und Journalisten wie Anja Reschke und Patrick Gensing sich mit »Experten« von Soros-NGOs wie CorrectivMediendienst Integration und Neue deutsche Medienmacher treffen, um »Strategien gegen Rechts« zu entwerfen.

Allein 2018 waren 15 Spiegel-Mitarbeiter unter den Rednern, darunter der damalige Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. NdM-Vorsitzende Ferda Ataman, die biodeutsche Kollegen gern als »Kartoffel« bezeichnet, schreibt eine Kolumne für Spiegel Online. Die Rudolf-Augstein-Stiftung gehört außerdem zu den Förderern von Correctiv, der Keimzelle der deutschen Soros-Medienstiftungen, nach dem Vorbild Media Matters for America gegründet.

Eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hat zutage gefördert, dass die Bundesregierung 2019 über 9,6 Millionen Euro Steuergelder für Soros-nahe Medienstiftungen ausgeben wird, ein klarer Verstoß gegen die Neutralitätspflicht.

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