ARD-Vorsitzender Wilhelm und ZDF-Intendant Bellut möchten die Zwangsgebühren künftig automatisch anheben lassen. Den beiden TV-Oberen scheint eine Art automatischer Inflationsausgleich vorzuschweben, für den die Zuschauer sich ordentlich in die Tasche greifen lassen solle. Ein Gastkommentar von René Springer 

In ihrer Not ist ARD und ZDF kein Vorschlag zu dreist, die Zwangsgebührenzahler noch mehr zur Kasse zu bitten. Bereits Anfang des Jahres forderte ZDF-Chef Thomas Bellut für die Zeit nach 2020 höhere Rundfunkgebühren. Er zeigte sich auch offen für eine Art Inflationsausgleich, um mit den Mehreinnahmen die Programmqualität zu sichern.

Ins gleiche Horn stößt aktuell sein ARD-Kollege Ulrich Wilhelm. Ebenfalls mit der Begründung, es gehe doch um die Qualität der Öffentlich-Rechtlichen, insbesondere um den Bildungsauftrag. Abenteuerlich ist dabei, dass er das Unterhaltungsprogramm als Bildungsauftrag sieht.

Was haben Rosamunde Pilcher-Filme mit dem Bildungsauftrag zu tun?

Für die Volksinitiative GenugGEZahlt sind das Ausflüchte und die Zuschauer sollen wieder einmal verschaukelt werden. Was haben Rosamunde Pilcher-Filme mit dem Bildungsauftrag zu tun? Klaffende Lücken in der ARD-Pensionskasse, ein aufgeblähter Verwaltungsapparat oder horrende Summen für Sportgroßereignisse wie Olympia dürften die wahren Gründe für das Zwangsgebührenwunschkonzert sein.

Sollten sich ARD und ZDF mit ihrem Erhöhungsautomatismus durchsetzen, droht ihnen ein irreparabler Ansehens- und Vertrauensverlust. Die von uns geforderte Reform der Öffentlich-Rechtlichen ist letztlich unausweichlich.

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Zum Autor: René Springer ist der Vorsitzende von GenugGEZahlt! e.V.