(David Berger) Die Initiatoren des „Stuttgarter Aufrufs“ wollen sich mit ihren Anhängern in vier Wochen in Ulm treffen, um über die Zukunft der AfD zu sprechen. Wird das zur Geburtsstunde einer neuen, rechts von der AfD anzusiedelnden Splitterpartei?

Die Initiatoren des „Stuttgarter Aufrufs“ scheinen inzwischen fortgeschrittenere Pläne zu verfolgen. Für den 9. Februar laden sie zu einer Dialogveranstaltung über „die Zukunft Deutschlands und unserer Partei“ nach Ulm ein. Wobei vermutlich der letztere Themenpunkt im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen wird.

Jessica Bießmann und Doris von Sayn Wittenstein ganz vorne mit dabei

Mit dabei – neben Jürgen Elsässer, der die Veranstaltung moderieren wird – fast nur Parteimitglieder und Abgeordnete, denen ein Parteiausschlussverfahren droht. So etwa die Berliner Abgeordnete Jessica Bießmann, die der Republik v.a. deswegen bekannt wurde, weil sie vor Hitler-Wein-Flaschen gepost haben soll und einen eigenen Fanclub mit 90 Personen bei facebook hat. Mit natürlich auch Doris von Sayn Wittgenstein, der nach ihrem Fraktionsausschluss nun auch der Parteiausschluss droht.

Die Schirmherrschaft hat Dr. Christina Baum übernommen. Insgesamt scheinen weibliche Politiker dort deutlich stärker vertreten

In den sozialen Netzwerken fragen sich nun viele: „Ist dies schon der Kern einer neuen Rechtsaußenpartei? Interessant, dass es sich fast ausschließlich um Leute handelt, gegen die Ausschlussverfahren laufen. Denen muss man jetzt unter der Hand nur noch Mut machen, das sie mit Pegida großen Erfolg haben können“ – so einer unsere Leser.

Und Michael Rother warnt: „Liebe Jessica, wir müssen nicht nur nach innen, sondern vor allen Dingen nach außen glaubwürdig sein. Wer sich wann und wo auch immer die Finger angeschmutzt hat, sollte zum Wohle des Landes und der Partei auf eine Führungsposition innerhalb unserer Partei verzichten.“

Abendlicher Umtrunk mit Hitlerwein?

In der gesamten AfD dürfte die Aktion kaum auf Wohlwollen stoßen. Aber auch eine Abspaltung der Gruppe rund um Bießmann und Sayn-Wittgenstein mit Neugründung einer Art NPD light dürfte der AfD bei den kommenden Wahlen kaum schaden, eventuell beim bürgerlichen Spektrum sogar für weniger Berührungsängste sorgen.

Dass man für den abendlichen Umtrunk bzw. für die Gründungsfeier bei dem im Vorschaubild gezeigten Weinhändler aus Rom bereits seine Getränkevorräte bestellt hat, halte ich allerdings für ein bösartiges Gerücht.


„Wir denken nicht an Abspaltung von der AfD“

Update 07.Januar 19: Inzwischen haben sich einige der Betroffenen bei PP gemeldet. Neben üblen Beleidigungen und z.T. justiziablen Drohungen in einigen dieser Zuschriften hat sich Frau Dr. Baum sehr sachlich geäußert.

Wir veröffentlichen hier ihre Reaktion:

Lieber Herr Berger,

Wir kennen uns ja vom 1. Frauenmarsch in Berlin. 
Ich gehöre zu den Initiatoren des Stuttgarter Aufrufs und kann Ihnen versichern, dass wir nicht an eine Spaltung oder Abspaltung von der AfD denken.
Wir wollen damit nur zum Ausdruck bringen, dass wir nicht alle Entscheidungen des Bundesvorstands einfach so hinnehmen. Wir wehren uns gegen ungerechtfertigte Entscheidungen des Vorstandes. 
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese falsche Information oder Spekulation richtig stellen würden. Vielen Dank und

Mit herzlichen Grüßen Dr. Christina Baum