Als 1993 das Konkurrenzblatt zum Spiegel, der Focus, an den Kiosken zum Verkauf angeboten wurde, hat man das als eine begrüßenswerte Bereicherung der deutschen Printmedien-Landschaft angesehen. Mit der aktuellen Focus online-Attacke gegen Frau Erika Steinbach und die Desiderius-Erasmus-Stiftung hat dieses kunterbunte Magazin leider einen intellektuellen Tiefstand erreicht. Ein Gastbeitrag Prof. Ulrich Kutschera

Im Darwin-Jahr 2009 hatte ich die Ehre, mit einem ausführlichen Interview bei Focus online die Prinzipien der organismischen Evolution vorstellen zu dürfen – der Beitrag (Evolutionsexperte: „Wir sind nur eine von Millionen Tierarten) fand eine weite Verbreitung und trug zur naturwissenschaftlichen Volks-Aufklärung bei. Zwei Jahre später war ich mit dem Nachfolge-Artikel „Viel Macht – viel Sex“ bei Focus online präsent – ein Interview, das ein Millionen-Leserpublikum fand und die evolutionsbiologischen Wurzeln des Erotik-Verhaltens gewisser Alpha-Männer erklärte. Es folgte dann 2015 meine Focus-Ausführungen zur naturwidrigen, mit esoterischen Geheimlehren verwandten Geschlechter-Ideologie („Gender ist Nonsens“) – ein drittes Mal ein Medienerfolg für biowissenschaftlichen Sachverstand.

Unakzeptable Darstellungen im politisch korrekten Stil

Der gestern auf Focus online veröffentlichte Artikel („Desiderius-Erasmus-Stiftung – Mit AfD-Kaderschmiede: Wie Ex-CDU-Frau Steinbach für rechten Nachwuchs sorgt“), zeigt aber leider, dass sich dieses Mainstream-Blatt inzwischen dem neomarxistischen Zeitgeist unterworfen hat. In einem mit sachlichen Fehlern und Unterstellungen durchsetzten Beitrag wird nicht nur Frau Erika Steinbach, sondern auch die von ihr geleitete Desiderius-Erasmus-Stiftung (DES) mit „Schmutz beworfen“, ohne Sachargumente anzuführen.

Frau Erika Steinbach ist eine hoch gebildete, kultivierte Dame, die absolut geradlinig-logisch agiert und daher unsere Hochachtung verdient. Als im September 2015 die deutsche Dauer-Kanzlerdarstellerin widerrechtlich die Grenzen öffnete, setzte eine täglich bis zu 10.000-Mann-starke Massenzuwanderung ein. Diese „Migration“ wurde von Papst Franziskus am 4. März 2016 in der Süddeutschen Zeitung (SZ) als „arabische Invasion“ bezeichnet – Frau Steinbach trat daraufhin (Januar 2017), bewundernswert und konsequent, nach 43 Jahren Mitgliedschaft in der CDU, aus dieser Partei aus.

Der Steinbach-Effekt als hirnphysiologisches Phänomen

Wir wollen an dieser Stelle Frau Steinbachs korrekten Satz – „Deutschland ist ein Fall für den Psychiater“ – aufgreifen und diese treffende Bemerkung mit der hirnphysiologischen Reaktion vieler deutscher Mainstream-Journalisten (und Politiker) in Verbindung bringen. Man argumentiert nicht mehr fakten-basiert, sondern attackiert die betreffende Person, indem man mit allgemeinen Begriffen, wie „Rechtspopulist, Rassist, Nazi“ um sich wirft.

Dieses biologische Phänomen möchte ich als den „Steinbach-Effekt“ definieren. Trifft eine politisch nach Mainstream-Dogmen indoktrinierte Person auf einen geistig-moralisch überlegenen Diskussionspartner, so kommt es beim „auf Linie Getrimmten“ zu einem reflexartigen Abschalten des Verstandes, verbunden mit der Umschaltung auf das Abspulen eingeimpfter Parolen. Diese Reaktion geht mit Behauptungen einher, die keiner sachlichen Überprüfung standhalten.

Der hier beschriebene „Steinbach-Effekt“ wird auch bei der Nennung des Kürzels „DES“ aktiviert. Diese am 17. Juni 2018 von Frau Steinbach auf einer Frankfurter Versammlung gegründeten Vereinigung weltanschaulich-religiös-politisch diverser Persönlichkeiten aus der Wissenschaft und freier Wirtschaft ist in der Tat eine „Gefahr“ für den derzeitigen politischen Standardparteien-Einheitsbrei.

Im Gegensatz zu den teilweise aus Studienabbrechern bestehenden „Görings“ und „Eckardts“, die ihre unausgegorenen, über politische Hirnwäschen verinnerlichten Glaubenssätze gebetsmühlenartig über die Mainstream-Medien verbreiten, besteht die DES aus Frauen und Männern, die als Leistungsträger der deutschen Gesellschaft qualifiziert sind und ihr unabhängiges Denkvermögen bewahrt haben.

Kräftiger Pflanzenwuchs bei hoher photosynthetischer Aktivität

Man versucht derzeit mit allen Mitteln, dieses am denkwürdigen „17. Juni“ gesetzte, durch hohe Photosynthese-Aktivität (d. h. Produktivität) gekennzeichnete „DES-Pflänzchen“ durch Schmäh- und Schmutzattacken niederzuknüppeln. Das wird aber schon aufgrund der interdisziplinären Zusammensetzung der DES und deren klarem Bekenntnis zu Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Meinungsfreiheit nicht gelingen. Dieses diverse Kollektiv von Selbst-Denkern wird, gegen den Strom schwimmend, seine „Agenda der Vernunft“ konsequent umsetzen.

Im Gegensatz zu den „Ene, mene, muh- und Nazi bist du!“-Projekten der konkurrierenden politischen Stiftungen Deutschlands wird die DES, unter der fachlich fundierten, basisdemokratischen Leitung von Frau Erika Steinbach, eine intellektuelle Alternative für jene Menschen bieten, die ihre Befähigung zum „Selberdenken“ noch nicht aufgegeben haben.

Alle machen Fehler

Zurück zum 25 Jahre alten Magazin Focus. Wie eingangs dargelegt, hat dieses Magazin in der Vergangenheit naturwissenschaftlich fundierte Beiträge, die auch gegen das herrschende politische Narrativ gerichtet waren, veröffentlicht. Der hier von mir kritisierte Focus-Beitrag hat zur „Entdeckung“ des „Steinbach-Effekts“ geführt. Es bleibt aber die Hoffnung, dass in der Focus-Redaktion eine Rückbesinnung auf die früheren Prinzipien dieses Magazins stattfinden wird. Man sollte die Hoffnung nie aufgeben.

Unser dazu passender Buchtipp:

Heute erschienen: „Nachdenken für Deutschland“ – Erika Steinbach / Max Otte

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