(David Berger) Den Lesern meines Blogs ist es sicher nicht entgangen. Parallel zu meiner Abscheu vor dem System Merkel, das auch weite Kreise der CDU bestimmt, ist meine Achtung vor der AfD gewachsen. Besonders die Auftritte und Reden der Bundestagsabgeordneten waren faszinierend und konnten viele Vorurteile gegen die AfD aus dem Weg räumen.

Nach wie vor hat die AfD allerdings das Problem, dass einige ihrer Politiker fähig sind, all das was an Sympathie und Vertrauen mühsam – und gegen eine gehässige Presse – aufgebaut wurde, mit wenigen Worten und Gesten zu zerstören.

Ich schreibe das aus konkretem Anlass: Gestern ist André Poggenburg beim „Politischen Aschermittwoch“ der AfD in Pirna (Sachsen) aufgetreten. Dafür dass er ein eher durchschnittlicher Redner ist, über 90% Männer und – im Unterschied zu anderen AfD-Veranstaltungen kaum Jugend im Publikum zu sehen waren, kann er nichts.

Für die Anspielungen auf Schulz Alkoholismus, Kameltreiber-Sprüche usw. sehr wohl. Irgendwie gewinnt man den Eindruck, dass er sich geradezu anstrengt, die Vorurteile der Mainstreammedien gegen die AfD zu erfüllen: er geht auf ganze Menschengruppen los.

Jaklin Chatschadorian dazu: „Was ist das für eine Sprache? Politiker, die sich mit Schimpfwörtern ausdrücken, sind nicht nur peinlich. Poggenburg zeigt, welch Geistes Kind er ist. Es geht nicht nur um die Gossensprache gegenüber Türken. Das gehört sich bereits nicht, um nicht zu sagen: was unterscheidet ihn in Sprache und Stil von denen, die er kritisiert? 

Vor allem aber  hat man keinen „Völkermord am Arsch“. Schon gar nicht mit ausgestrecktem Zeigefinger. Pietätlos gegenüber den Opfern des Armeniergenozides ebenso wie gegenüber denen des Holocausts. Ekelhaft.

Sorry AFD – so ein Haar in der Suppe verdirbt jedem anständigen, bürgerlichen Wähler der rechten Mitte den Magen bzw. das Kreuz auf dem Stimmzettel. Und das ist, Deutschlandrettung hin oder her, gut so.“

Den Höhepunkt erreicht dieses Verhalten am Ende seiner Rede, als er – auch das ist völlig ok – Pegida lobt. Und dann den linken (!) Arm so erhob, dass es zumindest als Hitlergruß interpretiert werden kann.

Dass er dabei wirklich „Heil“ gerufen hat, wie nun viele behaupten, kann ich so zwar nicht hören, für mich klingt das eher wie „Alle“ (Sinn?), aber die Geste genügt bereits, dass in den nächsten Tagen wieder das „Nazi“-Geschrei groß sein wird.

Und darüber braucht sich die AfD dann gar nicht zu wundern. So lange sie sich nicht von solchen Politikern befreit, steht auch die gute Arbeit, die Alice Weidel, Alexander Gauland und viele andere AfD-Politiker leisten, in der öffentlichen Wahrnehmung in diesem bösen Licht.

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Auch die konservative Wochenzeitung Junge Freiheit sieht es ähnlich:

„Denn es fehlt an Respekt und Anstand wenn in Deutschland eingebürgerte Türken als „Kümmelhändler“ und „Kameltreiber“ bezeichnet werden. Da mag der Stammtisch im sächsischen Nentmannsdorf noch so begeistert gewesen sein, mit diesem Politikstil bringt sich die AfD um ihre Mehrheitsfähigkeit, marschiert sie ins politische Aus. Oder in Richtung NPD wie Bayerns designierter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in seiner Aschermittwochsrede mutmaßte.2

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