(David Berger) Zwischen Nizza und Monaco an der Côte d’Azur liegt eine der vielleicht schönsten Villen- und Parkanlagen Europas: die Villa Ephrussi de Rothschild.

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Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Cap Ferrat von der Baronesse  (1864–1934) im Neo-Renaissance-Stil erbaut, ist sie heute im Besitz der Académie des Beaux-Arts des Institut de France. Eine glückliche Lösung, denn

… das Gebäude, die dort beherbergte Kunstsammlung der Baronesse und die umgebenden Gärten bilden ein einzigartiges Gesamtkunstwerk.

Besonders das Atrium mit den Laubengängen, in dem die Baronesse ihre großen Empfänge abhielt, birgt bis heute ein brillante Sammlung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Kunst.

Einer der Höhepunkte: ein Altarretabel aus der Schule von Valence (15. Jahrhundert):

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Dabei hat man nie den Eindruck, in einem Museum zu sein. Die Kunstwerke hängen und stehen frei in den Räumen, sozusagen zum Greifen nahe. Wenn kaum Besucher da sind (wie am gestrigen Tag), man auf der Loggia sitzt und in den Park hinausschaut, kann man sich fast vorstellen, dass die Baronesse gleich mit den Angestellten zum Tee um die Ecke kommt.

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Mittelalterliche Bauelemente, vor allem von Sakralgebäuden, prägen auch die Innen- und Außenwände der Villa, in die sie – fast schon postmodern – einfach eingebaut wurden. Für Fachleute der Sakralkunst besonders interessant, da sehr selten anzutreffen: Ein eigenes Steinaltärchen, in dem die heiligen Öle für das Sakrament der Letzen Ölung aufbewahrt wurden.

 

Das Gebäude selbst fasziniert nicht nur durch seine Einrichtung im sog. Goût Rothschild, sondern vor allem auch durch den genius loci, der von nahezu allen Räumen und Terrassen der Villa aus grandiose Ausblicke auf das Meer und die Berge ermöglicht.

Dieses Zusammenspiel von Natur und Kultur setzt sich in der paradiesisch anmutenden Gartenanlage fort. Fast beiläufig trifft man zwischen Rosen und Buchsbaumhecken auf mittellalterliche Reliefe und antike oder antikisierende Statuen.

Dahinter – durch die mediterrane Botanik hindurch – das tiefblaue Meer. An klaren Tagen kann man über die Bucht von Nizza hinweg bis Antibes sehen.

Warum es mir hier über das übliche Maß hinaus besonders gefallen hat, wieder im 1-Minuten-Video-Statement:

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Für alle Fotos: (c) David Berger/ Philosophia Perennis

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Burkatd
Gast
Burkatd

Wunderhübsch! Aber wie im Video gesagt, dass das Abendland (auch) aus ästhteischen Gründen verteidigt werden sollte, ist etwas kurz gegriffen, denn die Alhambra sticht die Villa Rothachild ästehtisch bei Weitem, inklusive der Gartengestaltung! (- Aber gut, dass es noch jede Menge andere Gründen gibt…!)

Cloé
Gast
Cloé

Gott ist das herrlich ! Da kommt man – ob drinnen oder draußen – aus der Anbetung der Schönheit gar nicht mehr raus. Augenschmaus ohne Ende ! Dort könnte ich auch die nächsten 40 Jahre problemlos leben. ^^
Vielleicht sollten wir noch mal hinfahren bevor es untergeht.
Nizza ist aber auch ein herrliches Fleckchen Erde.
Erholsame Zeit und … immer wieder genießen, Seele baumeln lassen !

neukölln-ademiker
Gast
neukölln-ademiker

So „schön“ diese Anlage sein mag. Da ich weiß, wie es um das Zusammenraffen der sog. materiellen und finanziellen „Güter“ dieser Familie bestellt ist, so fließt solch Wissen in meine Beurteilung mit ein. Zu „stiften“ und sich als Philantropen zu verkleiden gehört seit vielen Dekaden zu den Maskierungen jener Gruppe. Wer schnell mehr erfahren will, dem sei – neben seiner Eigenrecherche, zB der YT Kanal corbettreport ans Herz gelegt. + 500 TRILLIONEN USD in ca 300 – 280 Jahren zusammenzuraffen, da wurde im wahrsten Sinne des Wortes über unzählige Leichen gegangen. Das neueste „Projekt“ jener von R. ist das sehr… Mehr lesen »

Werrwulf
Gast
Werrwulf

statt meiner Wenigkeit, hier ein Kommentar eines professionellen Lästermauls:
focus.de/magazin/harald_schmidt/hier-schreibt-harald-schmidt-ephrussi-de-rothschild_aid_201422.html

Mathilde Hillmann
Gast
Mathilde Hillmann

Diese Villa habe ich vor 2 Jahren besucht. Es ist ein absoluter Traum und ich fühlte mich in dem Cafe‘ während des Kaffetrinkens wie Frau Rothschild persönlich. Alles ist sehens- und unbedingt erhaltenswert. Ich bin rund um die Halbinsel gewandert. Es gibt nichts schöneres als die komplette Umgebung sich anzusehen. EIN TRAUM WIE IM MÄRCHEN, so und jetzt lacht mich aus, ich kann das ab.

ceterum_censeo
Gast
ceterum_censeo

Schön – wie lange noch?

lilie58
Gast

Herrlich anzuschauen, wunderschön gelegen, das gilt es selbstverständlich zu verteigen. Ich hoffe, die Franzosen und alle anderen Europäer sich sich dessen sehr bewußt.

Was die Schädungen der Kirchen angeht, so ist hinzuzufügen, dass es nun auch christliche und jüdische Friedhöfe in Deutschland vermehrt betrifft. L’Observatoire de la Christianophobie berichtet seit längerer Zeit aus Frankreich von Schändungen; hierzulande ist das Ganze offensichtlich noch nicht so ins Bewußtsein der Menschen gedrungen!

hemei2
Gast

Dass die „Eliten“ der Vergangenheit einen besonderen Sinn für Schönheit hatte, sehen wir an vielen Beispielen historischer Bauten und können uns heute daran erfreuen. Nicht zu vergessen die andere Seite, die brutalen Ausbeutung und der gnadenlose Mißbrauch der Menschheit zur Beschaffung der Mittel.

Die Wahrheit tut manchmal weh
Gast
Die Wahrheit tut manchmal weh

Das wird den 99,999999999999999999999%, die sich das nicht leisten können, völlig Wumpe sein:-). In Anbetracht des menschlichen Wesens (Neid) sogar Schlimmeres.

packi
Gast
packi

Ich werde diese Schönheiten sicher nicht verteidigen. Wie wäre es zur Abwechslung mal damit das die Rothschilds ihren Scheiß selbst verteidigen? Oder sind für so etwas nur wir plattfüßigen Idioten zuständig?

Inge
Gast

Wunderschön,diese Kulturgüter gilt es zu verteidigen.Was nicht publik wurde, es sind in Deutschland allein im Jahr 2017 200 Kirchenschändungen begangen worden.Wird aber nie erwähnt in den MSM ,warum wohl?