(Gastbeitrag) Professor Peterson aus Toronto sorgt derzeit weltweit für Aufregung, auch in Deutschland. Sein nicht ganz so origineller, aber offensichtlich medienaffiner Einfall: Er weigert sich Genderpronomen zu verwenden. Ein Phänomen, dass wir allerdings auch in Deutschland bei der hier immer mehr um sich greifenden Sprachpolizei erleben:

100 Millionen Deutsch schreibende, verzweifelte Menschen werden gefoltert. Jeden Tag. Gendergerechte Sprache. Mit dem sogenannten Genderstar soll für transsexuelle oder intersexuelle Menschen Sichtbarkeit geschaffen werden, sagen sie.

So? Tut er/sie/es das?
Aber noch wichtiger: Wollen das die „Betroffenen“, für die man sich einzusetzen vorgibt, überhaupt?

Weder transsexuelle noch intersexuelle Menschen wollen sichtbar sein. Wir wollen ein ganz normaler Bestandteil der Gesellschaft sein. Und die allermeisten von uns tun sehr viel dafür, um diese Verschmelzung mit der Gesellschaft um uns herum zu erreichen.
Transsexualität, also eine Gehirnstruktur die gegengeschlechtlich zur Genetik ist und Intersexualität, also Genvarianten des X bzw. Y Chromosoms („48 Geschlechter“), sind natürlich vorkommende Phänomene. In allen Gesellschaften, zu allen Zeiten, bei allen Ethnien.

Lediglich die Sichtbarkeit variiert, weil manche Kulturen in ihrer Rückständigkeit lieber jeden umbringen, der wie wir oder auch z.B. Behinderte, nicht den Vorstellungen entspricht.

Wir selbst wollen kein exotisches, mühsam toleriertes Anhängsel dieser Gesellschaft sein, sondern selbstverständlicher Teil einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft, die auf dem aktuellen Stand der biologischen Forschung ist.

Wir haben niemanden gebeten, in unserem Namen die ganze deutschsprechende Bevölkerung mit diesen Rechtsschreibregeln zu nerven. Was bringt uns das?
Gar nichts.

Kein Mensch wird sich deshalb dafür interessieren, was Transsexualität oder Intersexualität ist. Wie sie entstehen und welche Unterstützung uns die Menschen geben können, auf unserem nicht ganz einfachen Lebensweg.

Ich, als transsexuelle Frau brauche diesen Genderstar, auf Deutsch verniedlicht als Gendersternchen, keineswegs. Mir reicht es völlig mit Frau und „sie“ angesprochen bzw. betitelt zu werden und das passiert in diesem weltoffenen, toleranten Land völlig problemlos.

Was mich jedoch nervt ist, dass wir als Scheinargument für diesen * herhalten müssen. Ähnlich wie bei den Unisextoiletten, für die die Grünen in Berlin unbedingt hohe Summen an Steuergeldern zum Fenster hinaus werfen wollen.

Es geht nicht um Toleranz für Transsexuelle oder Intersexuelle, es geht um Genderideologie. Und das ist – auch wenn viele der Genderkritiker das glauben und somit den Genderideologen auf den Leim gehen – nicht das Gleiche, sondern eher das Gegenteil.

Alleine unsere Existenz widerlegt nämlich die Genderideologie, die in der Geschlechtsidentität nur ein soziales Konstrukt sieht. Die Genderideologen hassen diesen Punkt und erklären uns schon mal den Krieg deswegen, die Genderkritiker begreifen ihn meist nicht.

Gender *?
Haltet uns da heraus!
Uns interessiert das nicht.

Wir sind nach der Transition, wie mir eine Transsexuelle schrieb, weder zweideutig noch uneindeutig. Wir sind Frauen, transsexuelle Frauen und wollen auch genauso wie alle anderen Frauen angesprochen werden. Wegen mir und vieler anderer Transsexueller kann das Sternchen gerne weg.

Wenn man uns wirklich helfen will, dann gibt es ganz andere Dinge:

Zugang zu ordentlicher medizinischer Versorgung nach dem Stand der Wissenschaft. Viele Behandlungen werden uns schlicht verweigert, obwohl sie dringend nötig wären.

♦ Abschaffung der Wartezeiten für die genehmigten Behandlungen. Diese dauern z.T. mehrere Jahre – eine furchtbare psychische Belastung.

Vernünftige Regelungen für die Übergangszeit. Heute zwingt man Transsexuelle in den 2-4 Jahren bis zur offiziellen Personenstandsänderung, mit alten Ausweisdokumenten, Versichertenkarten, Bankkonten zu leben

♦ Und vor allem: Sicherheit auf unseren Straßen und Verteidigung unserer toleranten, westlichen Kultur, die für uns die Voraussetzung dafür ist, dass wir unser Leben überhaupt leben können!