Ein Gastbeitrag von Marcus Franz

Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof (EGMR) hat bereits am 9. Juni 2016 eine Klage abgewiesen, in der zwei homosexuelle Franzosen die Ehe als diskriminierende Einrichtung bezeichnet haben, weil sie nur für Mann und Frau gilt.

Die beiden wollten erreichen, dass die Ehe im Sinne der Gleichheit und der Menschenrechte für alle zugängig sein sollte. (Casus: Chapin et Charpentier c. France, Urteil Nr 40183/07)

Der EGMR hat mit seinem einstimmigen (!) Urteil, dass die Ehe ihrem Grunde nach nur für Mann und Frau vorgesehen ist, sowohl juristisch wie auch gesellschaftspolitisch ein weitreichend wirksames Verdikt gefällt, das erstaunlicherweise trotzdem – oder gerade deswegen – in den Medien bisher kaum erwähnt wurde. – Man stelle sich vor, das Urteil wäre anders ausgegangen: Die Regenbogenparaden und die Berichte darüber wären wohl ohne Ende gewesen!

Fakt ist, dass der mediale Mainstream eine manipulative und selektive Facette beinhaltet. Das wissen wir nicht erst seit der Migrationskrise. Diese Form der Nicht-Berichterstattung über ein wesentliches Urteil des EGMR passt da genau dazu. Bei der aktuellen Thematik ist die öffentlich-mediale Ausblendung aber insofern hochinteressant und problematisch, als es in der Klage ja um die Menschenrechte geht und der EGMR ansonsten immer sehr gerne zitiert wird – bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit. Da herrscht doch einiger Erklärungsbedarf seitens der jetzt dazu so dröhnend schweigenden Medien.

Zur Sache selber: Die Richter bewiesen mit ihrem Spruch, dass der Zeitgeist nicht immer recht haben muss, sondern dass sich am Ende das Recht, der Hausverstand und die grundsätzlich vernünftigen gesellschaftspolitischen Überlegungen durchsetzen.

Die Ehe zwischen Mann und Frau ist eine unikale Einrichtung, die ihrem Wesen nach eben nur Mann und Frau vorbehalten ist.

Alle Bestrebungen, die Ehe „für alle gleich“ zu machen, sind a priori falsch, da man Ungleiches auch durch noch so umfängliches Argumentieren nicht gleich machen kann. Das ändert nichts daran, dass es rechtlich abgesicherte offizielle Verbindungen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern geben kann und soll – aber eben keine Ehe.

Auch das hat der EGMR schon festgelegt. Das ewig wiederholte Argument, es würde durch den Vorbehalt der Ehe für Mann und Frau eine Diskriminierung stattfinden oder es würde bestimmten Personen gar ein Recht (das es prinzipiell ja nie gab) vorenthalten, wurde durch den EGMR nun für nichtig erklärt.

Zum Grundsätzlichen: Auch wenn sich vieles auf dieser Welt ähnlich ist, kann niemand das Ähnliche gleich machen.

Und auch wenn viele Unterschiede und Ungleichheiten herrschen, von denen einige zweifellos zu bekämpfen sind, kann trotzdem niemand vernünftig belegen, warum man immer und überall die Gleichheit anstreben sollte. Weder unter dem Signum des Rechts noch mit  linksideologisch unterlegten Hinweisen kann das gelingen.

Apropos „gleich“ – dazu gleich ein einfacher Vergleich: Ein Löwe ist kein Tiger. Und es käme vernünftigerweise niemand auf die Idee, einen Tiger als diskriminiert zu bezeichnen, nur weil er kein Löwe ist – obwohl er doch wie dieser zu den Raubkatzen zählt.

Warum? Weil es dafür eben kein valides Argument gibt. Freilich könnte man durch akademisches Lavieren und langwierige Diskurse versuchen, den grundsätzlichen Unterschied zwischen den beiden wegzureden – aber am Ende würden die Zoologen wohl ein stichhaltiges Machtwort sprechen. Wir lassen also die Löwen und die Tiger einfach das sein, was sie sind. Und für die Ehe gilt das ab nun genauso.

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Hier können Sie mehr von dem bekannten Autor aus Österreich lesen:

THE DAILY FRANZ

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Und für alle, die jetzt wieder fragen werden, wie ich – als homosexueller Mann – so etwas als Gastbeitrag bringen kann:

a) Ich kenne ganz ganz wenige Schwule, denen die Ehe an und für sich wichtig ist. Die Homoehe-Aktivisten machen oft kein Geheimnis daraus, dass sie die Homoehe nur als Schritt zur Abschaffung der Ehe generell sehen.

b) Nur weil ich homosexuell bin, muss ich nicht irrational argumentieren und auch nicht alles unter dem Aspekt meiner Sexualität beurteilen. Erfahrungsgemäß kann ich sogar sagen: die regenbogenfarbenen Sonnenbrillen vernebeln den Blick auf die reale Welt extrem!

c) Ist in folgendem Bild erklärt:

Motto Islam Appeasement

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15 Kommentare

  1. Dient die Diskussion um „Ehe-für-alle“ („Alles für alle. Bis alles alle ist.“ Ohrbooten) eigentlich (auch) dazu, das Wahlvolk von den eigentlichen Problemen ablenken?

  2. EGMR Europäischer Menschenrechtsgerichthof hat entschieden:

    Die Ehe zwischen Mann und Frau hat vor allem Vorrang!
    Wieso geht da kein Aufschrei durch die Mainstream- Medien?
    Ist das nicht sehr rechtslastig? Nichts anderes steht im Partei
    Programm der AFD und da wurde es als nationalistisch verurteilt.
    Es ist zu begrüßen, dass die Vorurteile gegen gleichgeschlechtliche
    Partnerschaften in unseren aufgeklärten, europäischen Ländern
    nahezu verschwunden sind. Eine eingetragene Partnerschaft ist
    mit gleichen Rechten und Pflichten ausgestattet, die einer Ehe
    zwischen Mann und Frau gleich kommt.
    Viele Paare Frau/ Mann ohne Kinderwunsch entschließen sich
    gleichfalls zu dieser Form der Partnerschaft.
    Ich glaube auch, dass die Homoehe-Aktivisten mehr provozieren
    möchten, als dass die formelle Eheschließung vordergründig ist.
    Anzumerken wäre noch folgendes:
    Lesben und Schwule, die an der Christopher-Street-Day- Party
    so freizügig und halbnackt teilnehmen, sollten nicht als Maßstab
    all der seriösen, gleichgeschlechtlichen Paare gesehen werden.

    • „EGMR Europäischer Menschenrechtsgerichthof hat entschieden:

      Die Ehe zwischen Mann und Frau hat vor allem Vorrang!“

      Genau das hat er nicht entschieden.
      Er hat entschieden, daß jedes Land das so machen soll, wie es das für richtig befindet. Es gibt kein Menschenrecht auf „Homoehe“, es gibt aber auch kein Verbot derselben.

    • Haha. Aber nur das Recht zur Eheschließung zu haben ist natürlich ungerecht. Jeder muss die Pflicht zur Eheschließung haben, mit allen Pflichten, die das nach sich zieht.

  3. Lieber Herr Berger, natürlich müssen Sie nicht notwendigerweise für die Homo-Ehe sein, weil Sie schwul sind. Mir rein persönlich ist die Homo-Ehe auch ziemlich egal, ich habe noch nie daran gedacht, einen Mann zu heiraten. Ich frage mich aber schon manchmal, wieviel von Ihrem schwulenpolitischen Engagement eigentlich noch übrig bleibt. Vor allem fürchte ich, dass Sie hinsichtlich der Motivation Ihrer Bündnispartner etwas naiv sind. Diejenigen, die heute gegen die Homo-Ehe sind, waren vor der Einführung der eingetragenen Partnerschaft gegen die eingetragene Partnerschaft, vor der Abschaffung des §175 (Knast für einvernehmlichen Sex unter Männern) gegen die Abschaffung des §175, vor der Senkung der Straflosigkeit von einvernehmlichem Sex von 21 auf 18 Jahre gegen die Senkung der Straflosigkeit von einvernehmlichem Sex von 21 auf 18 Jahre und vor der Einführung von Straflosigkeit von einvernehmlichem Sex über 21 Jahre gegen jede Straflosigkeit von einvernehmlichem Sex unter Männern. Bei den Älteren kann man das biographisch zurückverfolgen. Ansonsten gilt es für die politisch-weltanschaulichen Richtungen (Konservatismus, Christentum). Falls diese Leute Macht und Einfluss bekommen, werden wir wohl die Entwicklung der letzten 50 Jahre wieder rückwärts durchlaufen. Das mag weniger schlimm sein als ein islamischer Staat. Aber fördern möchte ich das auf keinen Fall.

  4. Die „Homo-Ehe“ ist keineswegs verboten, falls das jemand so verstehen sollte. Es wurde festgestellt, daß die Ehe ein Privileg ist, und kein Recht. Staaten dürfen das Privileg für Schwule offenen, müssen es aber nicht.

    Der EGMR hat übrigens nichts mit der EU zu tun. Dem unterliegen etwa auch die Türkei oder Russland.

    Schließlich: Wäre die Ehe ein Recht und kein Privileg, müssten wir auch die (z.B. muslimische) Polygamie legalisieren.

  5. Nunja, aber es gibt ja Liger und Tigonen – wäre das nicht ein Zukunfdtsmodell, um die Diskriminierung zwischen Löwen und Tigern abzuschaffen? Ich meine durch Kreuzung. Löwen und Tiger wird es dann irgendwann nicht mehr geben, wenn sie sich nur noch mit einander fortpflanzen dürfen: Plötzlich verschwindet auch die Diskriminierung.
    Auch bei uns Menschen wird es natürlich irgendwann dazu kommen, daß der Staat, die institutionalisierte Vernunft, vorgibt, mit wem man sich fortzupflanzen hat. Denn nur so läßt sich zentralplanerisch auf absehbare Zeit Gleichheit verwirklichen, und das muß ja in aller Interesse sein. Herr Schäuble hat dazu ja schon ein wegweisendes Statement abgegeben.

  6. a) wenn ich die Trisomie-21 Gesichter auf dem Demophoto schon wieder sehe…

    b) die meisten Homosexuellen kämpfen für eine Sache, die sie rein verantwortungstechnisch nicht 6 Monate durchhalten noch jemals einen Partner hätten wo dies in Frage käme. Letztlich haben viele die sich bereits verpartnerten das auch oft nur aus Provokation und/oder für eine Aufenthaltserlaubnis gemacht-aber kaum aus der vielbeschworenen gegenseitigen Liebe.

    c) ist unsere Ehe für uns eine Ehe. Dazu braucht es weder den urbi et orbi des Papstes noch des Staates. Rechtlich kann man alles auch anders regeln (Erbe, Krankheit, etc.) und ist damit faktisch gleichgestellt. Das fängt beim dt. Ehegattensplitting an. Jeder Mann kann Vater werden. Auch Hetero-Scheidungsrecht ist tricky. Es geht wie üblich um Rosinenpickerei.

    d) wieso demonstrieren quasi nur Individuen die niemals geheiratet werden?

  7. Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Mein Gefühl sagt mir, dass ich als Individuum die sexuelle Prägung/Ausrichtung eines Menschen oder mehrer Menschen (soweit sie geltendes Recht nicht tangiert) vollumfänglich zu respektieren habe, der Staat aber dennoch das Recht hat, eine formale Lebensgemeinschaft im Sinne des übergeordneten gesellschaftlichen Ziels „Ehe“ zu bewerten und ggf. auch zu sanktionieren.
    Ich wünsche mir Akzeptanz und nicht Gleichmacherei oder gar das Aushebeln gesellschaftlicher Werte unter dem Deckmäntelchen der „Gleichstellung“

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